Choräle und Melodien
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Sakrament der Liebe Gottes

Beschreibung

Das Lied „Tantum ergo“ (deutsch meist unter dem Titel „Sakrament der Liebe Gottes“) ist eine bedeutende eucharistische Hymne der katholischen Kirche. Der Text stammt ursprünglich vom heiligen Thomas von Aquin (um 1264). Er verfasste ihn für das neu eingeführte Fronleichnamsfest auf Bitten von Papst Urban IV. Die im aktuellen Gotteslob unter der Nummer 495 bekannte Übertragung „Sakrament der Liebe Gottes“ wurde 1970 von Friedrich Dörr verfasst. Der lateinische Titel „Tantum ergo sacramentum“ bedeutet übersetzt „Darum so groß das Sakrament“. Das Lied thematisiert die Anbetung der Gegenwart Christi in der Hostie. Es wird traditionell am Ende einer Aussetzung des Allerheiligsten, unmittelbar vor dem sakramentalen Segen, gesungen. Eine Kernaussage ist, dass der menschliche Verstand und die Sinne die Gegenwart Gottes im Brot nicht voll erfassen können; hier müsse der „Glaube aushelfen, wo die Sinne versagen“.

 

Gesangbücher

GL 495 "Sakrament der Liebe Gottes"

GL 496 "Tantum ergo sacramentum"

 

Liedtext

Tantum ergo sacramentum
veneremur cernui,
et antiquum documentum
novo cedat ritui.
praestet fides supplementum
sensuum defectui.

Genitori genitoque
laus et jubilatio.
Salus, honor, virtus quoque
sit et benedictio!
Procedenti ab utroque
compar sit laudatio!
Amen.

 

Musikvideos

Webbe

Komponist: Robert Jones

Literatur: The Organist's companion

Salve Regina

Beschreibung

Das „Salve Regina“ (lateinisch für „Sei gegrüßt, o Königin“) ist eine der vier großen marianischen Antiphonen der katholischen Kirche. Der Hymnus ist ein Hilferuf der „verbannten Kinder Evas“ in diesem „Tal der Tränen“. Er bittet Maria um ihre mütterliche Fürsprache bei Gott und darum, den Gläubigen nach dem „Elend“ dieses Lebens Jesus zu zeigen. Der Text entstand im 11. Jahrhundert. Die Urheberschaft wird traditionell dem Benediktinermönch Hermann von Reichenau (auch bekannt als „Hermann der Lahme“, 1013–1054) zugeschrieben, einem bedeutenden Gelehrten des Klosters Reichenau am Bodensee. Die abschließenden Rufe „O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria“ wurden der Überlieferung nach im 12. Jahrhundert durch den heiligen Bernhard von Clairvaux hinzugefügt.

 

Gesangbücher

GL 666/4: "Salve Regina"

 

Liedtext

Salve, Regina, mater misericordiae;
Vita, dulcedo et spes nostra, salve.

Ad te clamamus, exules filii Evae.
Ad te suspiramus, gementes et flentes
in hac lacrimarum valle.

Eia ergo, advocata nostra,
Illos tuos misericordes oculos
ad nos converte.
Et Iesum, benedictum fructum ventris tui,
Nobis post hoc exilium ostende.

O clemens, o pia, o dulcis virgo Maria.

 

Musikvideos

Salve Regina

Komponist: Denis Bédard

Literatur: Messe pour Orgue

Schönster Herr Jesu

Beschreibung

Das Lied „Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Herren“ ist ein geistliches Volkslied, das für seine bildreiche Sprache und die Verehrung der „Schönheit“ Jesu Christi bekannt ist. Der ursprüngliche Text wurde erstmals 1677 in einem katholischen Gesangbuch in Münster (Westfalen) veröffentlicht. Der Verfasser ist unbekannt. Im 19. Jahrhundert wurde das Lied von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben wiederentdeckt und 1842 in seiner Sammlung „Schlesische Volkslieder“ publiziert. Das Lied unterscheidet sich von vielen anderen Kirchenliedern durch seinen Fokus auf die Ästhetik und Naturmystik: Jesus wird nicht primär durch seine Taten (Wunder, Kreuz), sondern durch sein Wesen und seine göttliche Herrlichkeit charakterisiert. Er wird als „Herrscher aller Herren“ und „Gottes und Mariä Sohn“ angerufen, was seine göttliche und menschliche Natur betont.

 

Gesangbücher

GL 364

EG 403

 

Liedtext

Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Herren, 
Gottes und Marien Sohn,
dich will ich lieben, dich will ich ehren, 
meiner Seele Freud und Kron.

Schön ist der Monde, schöner ist die Sonne, 
schön sind auch die Sterne all.
Jesus ist feiner, Jesus ist reiner 
als die Engel allzumal.


Musikvideos 

Most beautiful Jesus

Komponist: Michael Schütz

Literatur: Joyful Pipes

Schulz

Beschreibung

Das Weihnachtslied „Ihr Kinderlein, kommet“ ist nach „Stille Nacht“ eines der bekanntesten deutschen Weihnachtslieder weltweit. Der Text wurde von dem katholischen Pfarrer und Jugendschriftsteller Christoph von Schmid verfasst. Er schrieb das Gedicht ursprünglich unter dem Titel „Die Kinder bey der Krippe“ vermutlich um 1808/1811 während seiner Zeit in Thannhausen. Die Musik stammt von Johann Abraham Peter Schulz, dem Kopenhagener Hofkapellmeister. Er komponierte die Weise bereits 1794 – ursprünglich für ein Frühlingslied mit dem Text „Wie reizend sind die Blüten“. Im englisch-sprachigen Raum wird daher die Melodie oft als "Tune SCHULZ" gekennzeichnet. Das Lied ist eine direkte Aufforderung an Kinder, zur Krippe zu treten und das Wunder der Menschwerdung Gottes zu betrachten. In den vielen Strophen wird die Szene im Stall von Bethlehem detailliert beschrieben – vom Kind auf Heu und Stroh bis hin zu den anbetenden Hirten und Engeln.

 

Gesangbücher

GL 248 "Ihr Kinderlein, kommet"

EG 43 "Ihr Kinderlein, kommet"

 


Musikvideos 

O come, little children

Komponist: Jason D. Payne

Literatur: Christmas Jubilation

O come, little children

Komponist: James Southbridge

Literatur: Carols from the Heart

Segne du, Maria

Beschreibung

Das Lied „Segne du, Maria“ ist eines der populärsten marianischen Wallfahrtslieder im deutschsprachigen Raum. Es entstand im 19. Jahrhundert und ist ein Beispiel für die volkstümliche Marienfrömmigkeit. Das Gedicht wurde von Cordula Wöhler (1848–1915) verfasst. Sie schrieb es im Jahr 1870 unter dem Eindruck ihrer Konversion zum katholischen Glauben. Da ihr Vater ein lutherischer Pfarrer war, führte ihr Übertritt zum Bruch mit ihrer Familie, was dem Text eine besondere Tiefe persönlicher Not und Zufluchtnahme verleiht. Die heute allgemein bekannte Melodie wurde 1882 von dem Schweizer Priester Karl Kindsmüller (1876–1955) komponiert. Das Lied ist ein Bittgebet um den mütterlichen Segen Marias. Es zeichnet sich durch eine sehr emotionale und vertrauensvolle Sprache aus: Maria wird als „Mutter der Milde“ angerufen, die ihren Segen über die Gläubigen ausgießen soll.

 

Gesangbücher

GL 535 "Segne du, Maria"

 

Liedtext

Segne du, Maria, segne mich, dein Kind!
Nur durch Muttersegen Kinder glücklich sind!
Segne all’ mein Denken, Streben, Sein und Tun,
lass in deinem Segen Tag und Nacht mich ruh’n!

Segne du, Maria, alle, die mir lieb,
Deinen Gnadensegen ihnen täglich gib;
deine Mutterhände breit auf alle aus,
segne alle Herzen, segne jedes Haus!

 

Musikvideos

Choral-Bearbeitung

Komponist: Franz Reithmeier

Literatur: Choralbearbeitungen 4

Seht ihr unsern Stern dort stehen

Beschreibung

Das Sternsingerlied „Seht ihr unsern Stern dort stehen“ wird traditionell zur Weihnachts- und Dreikönigszeit gesungen. Es nutzt die bekannte Melodie des französischen Weihnachtsliedes „Les Anges dans nos campagnes“. Der Text verkündet die christliche Botschaft von der Geburt Jesu und dem hellen Stern von Bethlehem. Inhaltlich verbindet das Lied die Strophen mit dem feierlichen lateinischen Refrain „Gloria in excelsis Deo“. Besonders bekannt ist das Stück durch die Aktion Dreikönigssingen, bei der verkleidete Kinder von Haus zu Haus ziehen. Die kleinen Sänger bringen mit dem Lied den Segen für das neue Jahr zu den Menschen. Gleichzeitig sammeln sie bei diesen Besuchen Spenden für Not leidende Kinder auf der ganzen Welt.

 

Gesangbücher

EG 54 "Hört der Engel helle Lieder"

GL 250: "Engel auf den Feldern singen"

GL 262 "Seht ihr unsern Stern dort stehen"

LSB 368 "Angels we have heard on high"

 

 

Musikvideos

Carillon "Les anges dans nos campagnes"

Komponist: Stefan Antweiler

Literatur: Carillon, Berceuse und Toccata

Berceuse "Les anges dans nos campagnes"

Komponist: Stefan Antweiler

Literatur: Carillon, Berceuse und Toccata

"im Stil eines Stückes für die Flötenuhr"

Komponist: Robert Jones

Literatur: Adeste fideles

Bearbeitung für Orgel

Komponistin: Anna Laura Page

Literatur: Gloria!

Voluntary on French Carols

Komponist: Michael Helman

Literatur: This Bright Festive Day

Postludium

Komponist: Jason D. Payne

Literatur: Christmas Jubilation

Shall we gather at the River

Beschreibung

„Shall We Gather at the River“ ist ein bekanntes amerikanisches Kirchenlied, das 1864 von dem baptistischen Pastor Robert Lowry verfasst wurde. Lowry komponierte Text und Melodie spontan während einer extremen Hitzewelle und Epidemie in New York, um den von Leid geplagten Menschen Hoffnung zu schenken. Inhaltlich basiert das Werk auf der biblischen Offenbarung und beschreibt den paradiesischen Lebensstrom am Throne Gottes als Ort des ewigen Friedens. Im Gegensatz zu vielen düsteren Liedern jener Zeit betont diese Hymne die freudige Wiederbegegnung der Gläubigen nach dem Tod. Das Lied zeichnet sich durch einen rhythmischen, marschähnlichen Charakter aus und wurde im 19. Jahrhundert traditionell bei Taufen unter freiem Himmel gesungen. Bis heute ist das Stück ein fester Bestandteil der amerikanischen Kultur und wird häufig bei Beerdigungen sowie in klassischen Western-Filmen eingesetzt. 

 

Liedtext

Shall we gather at the river,
Where bright angel feet have trod,
With its crystal tide forever
Flowing from the throne of God?
Yes, we'll gather at the river,
The beautiful, the beautiful river;
Gather with the saints at the river
That flows from the throne of God.

On the margin of the river,
Washing up its silver spray,
We will walk and worship forever,
All the happy golden day.
Yes, we'll gather at the river,
The beautiful, the beautiful river;
Gather with the saints at the river
That flows from the throne of God.

 

Musikvideos

Choral-Bearbeitung

Komponist: Grimoaldo Macchia

Literatur: Thou Art the Way

Singt dem Herrn ein neues Lied

Beschreibung

Das Lied entstand während des Zweiten Weltkriegs (1941) und trägt diese Entstehungszeit in sich: In einer Zeit von Gewalt und Zerstörung setzte Pfarrer Georg Alfred Kempf in seinem Text den biblischen Ruf „Singt dem Herrn ein neues Lied“ als Zeichen der Hoffnung und des geistigen Widerstands gegen die Hoffnungslosigkeit. Das Lied betont, dass Gottes Macht über alle menschlichen Mächte erhaben ist. Es ruft dazu auf, Gott trotz aller äußeren Bedrängnis zu loben, weil er das „Heil“ wirkt. Es orientiert sich eng an Psalm 98, transformiert diesen aber in eine kraftvolle, moderne Sprache des 20. Jahrhunderts.

 

Gesangbücher

GL 409

EG 287

 

Musikvideos

Choralbearbeitung

Komponist: Jost Dany

Literatur: Zehn Choralbearbeitungen

Singt dem König Freudenpsalmen

Beschreibung

Das Lied „Singt dem König Freudenpsalmen“ ist ein festlicher Hymnus und wird traditionell am Palmsonntag gesungen, um den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem zu feiern. Die Worte basieren auf einer Fassung aus einem Salzburger Gesangbuch von 1783. Der ursprüngliche Verfasser ist nicht namentlich bekannt. Die heute gebräuchliche Weise geht auf das 18. Jahrhundert zurück und ist eng verwandt mit der Melodie des Liedes „Herz und Herz vereint zusammen“ aus der Herrnhuter Brüdergemeine. Das Lied schlägt die Brücke zwischen alttestamentlicher Prophetie und dem neutestamentlichen Geschehen: In der ersten Strophe wird Bezug auf den König David genommen, der „im Geist entzückt“ den Messias kommen sah. Jesus wird als der wahre Nachfahre Davids und als Friedenskönig begrüßt. 

 

Gesangbücher

EG 251 "Herz und Herz vereint zusammen"

EG 406 "Bei dir, Jesu, will ich bleiben"

GL 281 "Also sprach beim Abendmahle"

LSB 423 "Jesus, Refuge of the Weary"

GL 280 "Singt dem König Freudenpsalmen"

 

Liedtext

Singt dem König Freudenpsalmen,
Völker, ebnet seine Bahn!
Zion, streu ihm deine Palmen,
sieh dein König naht heran!
Der aus Davids Stamm geboren,
Gottes Sohn von Ewigkeit,
uns zum Heiland auserkoren:
Er sei hoch gebenedeit!

David sah im Geist entzücket
den Messias schon von fern,
der die ganze Welt beglücket,
den Gesalbten, unsern Herrn.
Tochter Zion, streu ihm Palmen,
breite deine Kleider aus,
sing ihm Lieder, sing ihm Psalmen,
heut beglücket er dein Haus.

 

Musikvideos

Choral-Bearbeitung

Komponist: Jost Dany

Literatur: Zehn Choralbearbeitungen

Singt, singt dem Herren neue Lieder

Beschreibung

Der festliche Text stellt eine kunstvolle biblische Nachdichtung des 98. Psalms dar, der traditionell am Sonntag Kantate im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht. Die heute gesungene Fassung geht maßgeblich auf den reformierten Theologen Matthias Jorissen zurück, der das Lied im Jahr 1798 im Zuge seiner neuen Psalmenbereimung veröffentlichte. Thematisch besingt das Werk die großen Wunder Gottes, den Sieg seiner Gerechtigkeit und die endgültige Erlösung der Menschen aus ihren Leiden. Als musikalische Grundlage dient eine ehrwürdige Weise aus dem Genfer Psalter, die den Komponisten Guillaume Franc und Loys Bourgeois zugeschrieben wird. Dieselbe eingängige Melodie erklingt im Gesangbuch ebenfalls bei dem bekannten Danklied „Nun saget Dank und lobt den Herren“.

 

Gesangbücher

GL 385 "Nun saget Dank und lobt den Herren"

EG 294 "Nun saget Dank und lobt den Herren"

LSB 792 "New songs of celebration render"

LSB 600 "Mark how the Lamb of God's self-off'ring"

LSB 652 "Father, we thank Thee who hast planted"

EG 245 "Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren"

EG 250 "Ich lobe dich von ganzer Seelen"

EG 279 "Jauchzt, alle Lande, Gott zu Ehren"

GL 551 "Nun singt ein neues Lied dem Herren"

EG 286 "Singt, singt dem Herren neue Lieder"

 

Liedtext

Singt, singt dem Herren neue Lieder,
er ist's allein, der Wunder tut.
Seht, seine Rechte sieget wieder,
sein heilger Arm gibt Kraft und Mut.
Wo sind nun alle unsre Leiden?
Der Herr schafft Ruh und Sicherheit;
er selber offenbart den Heiden
sein Recht und seine Herrlichkeit.

 

Musikvideos

Siyahamba

Beschreibung

„Siyahamba“ ist ein christliches Kirchenlied, das ursprünglich aus einer ländlichen Gemeinde in Südafrika stammt. Der Titel entspringt der Sprache der Zulu und bedeutet übersetzt „Wir gehen“ oder „Wir wandeln“. Nach jahrzehntelanger mündlicher Überlieferung im 20. Jahrhundert wurde das Stück im Jahr 1952 erstmals schriftlich aufgezeichnet. Ein schwedischer Musiklehrer brachte das Lied schließlich 1978 nach Europa, von wo aus es seine internationale Berühmtheit erlangte. Der sehr kurze Text bedeutet übersetzt „Wir wandeln im Licht Gottes“ und transportierte zur Zeit der Apartheid auch eine hoffnungsvolle Botschaft der Freiheit. Musikalisch zeichnet sich das Werk durch einen fröhlichen Rhythmus, den typischen Wechselgesang und einprägsame Wiederholungen aus. Heute ist der mitreißende Chorgesang ein fester Bestandteil in Liederbüchern auf der ganzen Welt.

 

Musikvideos

Toccata over en sørafrikansk melodi

Komponist: Robert Coates

Literatur: Musikk til familiegudstjenesten, hefte 1

Slane

Beschreibung

Die Melodie mit dem Namen Slane ist eine traditionsreiche irische Volksweise, die weltweit vor allem als Kirchenlied bekannt geworden ist. Ursprünglich basierte die wehmütige Musik auf dem alten irischen Volkslied mit dem Titel „The Banks of the Bann“. Ihren heutigen Namen verdankt die Melodie dem geschichtsträchtigen Hügel Hill of Slane im irischen County Meath. Dort soll der heilige Patrick im fünften Jahrhundert ein Osterfeuer entzündet und damit dem heidnischen König getrotzt haben. Im frühen zwanzigsten Jahrhundert wurde die Melodie schließlich im irischen Kirchengesangbuch festgeschrieben. Besonders berühmt ist ihre Verwendung für die bekannten Hymnen „Be Thou My Vision“ und „Lord of All Hopefulness“. Durch ihren sanften, fließenden Dreivierteltakt wird sie auch heute noch von zahlreichen Chören und Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt

 

Musikvideos

Orgelwerk

Komponist: Zsolt Gárdonyi

Literatur: Rummelsberger Orgelbuch

Stabat mater dolorosa

Beschreibung

Das tiefgreifende mittelalterliche Passionslied „Stabat mater dolorosa“ gehört zu den berühmtesten und ergreifendsten Dichtungen der Kirchengeschichte. Der lateinische Originaltext wird in der Forschung meist dem italienischen Franziskanermönch Jacopone da Todi aus dem 13. Jahrhundert zugeschrieben. Thematisch beschreibt das Werk das unermessliche Leiden Marias, der Mutter Jesu, während sie weinend unter dem Kreuz ihres sterbenden Sohnes steht. Im Laufe der Jahrhunderte fand die Sequenz in zahlreichen christlichen Gesangbüchern weltweit Verbreitung und wurde unter anderem im deutschen Sprachraum als „Christi Mutter stand mit Schmerzen“ bekannt. Als musikalische Grundlage diente historisch eine schlichte, gregorianische Choralmelodie aus dem sechsten Kirchenton, die den klagenden Charakter der Verse unterstreicht. Die literarische Wucht des Textes inspirierte zudem epochenübergreifend weltberühmte Komponisten wie Giovanni Battista Pergolesi, Joseph Haydn, Antonín Dvořák und Giuseppe Verdi zu monumentalen Vertonungen. Bis heute wird die Hymne in der Fastenzeit, insbesondere während der Andacht des Kreuzwegs und am Gedächtnistag der Schmerzen Mariens, feierlich gebetet und gesungen.

 

Gesangbücher

GL 532 "Christi Mutter stand mit Schmerzen"

 

Liedtext

Stabat mater dolorosa
iuxta crucem lacrimosa,
dum pendebat Filius.

Cuius animam gementem,
contristatam et dolentem
pertransivit gladius.

 

Musikvideos

Hören Sie eine Vertonung des Passionslieds für den Choral "Christi Mutter stand mit Schmerzen" von Wolfram Rehfeldt:

Bearbeitung für Orgel

Komponist: Wolfram Rehfeldt

Literatur: Stern im Lebensmeere

St. Clement

Beschreibung

Das Lied „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen“ ist ein bekanntes Abendlied. Das Lied stammt ursprünglich aus England und trägt den Titel „The day thou gavest, Lord, is ended“. Die heute weltweit genutzte Melodie mit dem Namen St. Clement wurde von Clement Cotterill Scholefield komponiert. Das Lied zeichnet sich durch ein besonderes Motiv aus, das über ein reines Dankgebet für den vergangenen Tag hinausgeht: In der letzten Strophe wird der Untergang irdischer Reiche der Unzerstörbarkeit von Gottes Thron und Reich gegenübergestellt. Bekanntheit erlangte das Lied im englischsprachigen Raum vor allem durch das 60. Thronjubiläum von Königin Victoria im Jahr 1897, für das sie es sich persönlich als Hymne wünschte. Es wird bis heute oft bei Staatsakten, Trauerfeiern oder militärischen Zeremonien (wie dem Zapfenstreich) gespielt.

 

Gesangbücher

EG 266 "Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen"

GL 96 "Du lässt den Tag, mein Gott, nun enden"

LSB 891 "O Light whose splendor thrills and gladdens"

 

 

Musikvideos

Voluntary

Komponist: John S. Dixon

Literatur: Let the Organ Sound!

Choral-Bearbeitung

Komponist: Franz Reithmeier

Literatur: Choralbearbeitungen Band 3

Stille Nacht, heilige Nacht

Beschreibung

Das weltbekannte Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ gilt als das „Weltfriedenslied“ und wurde 2011 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe in Österreich anerkannt.  Der Text stammt von dem Hilfspriester Joseph Mohr. Er verfasste das Gedicht bereits 1816 in Mariapfarr im Lungau (Salzburger Land). Die Melodie wurde am 24. Dezember 1818 von dem Dorfschullehrer und Organisten Franz Xaver Gruber auf Bitte Mohrs komponiert. Das Lied ist ein Wiegenlied für das Jesuskind, das die Ruhe und den Frieden der Geburtsnacht thematisiert. Es betont das Wunder der Menschwerdung Gottes („Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund“) und die universale Heilsbotschaft. Zur Zeit der Entstehung (kurz nach den Napoleonischen Kriegen) sehnten sich die Menschen nach Frieden und Sicherheit. Das Lied bot Trost in einer wirtschaftlich und politisch schweren Zeit. Salzburg war durch die Kriege und den Wiener Kongress (1814/15) schwer gezeichnet: es wurde innerhalb weniger Jahre mehrfach zwischen Österreich, Bayern und Frankreich hin- und hergereicht. Erst 1816 – im Jahr, als Joseph Mohr den Text verfasste – wurde Salzburg endgültig Österreich zugesprochen. 

 

Gesangbücher

GL 249 "Stille Nacht, Heilige Nacht"

EG 46 "Stille Nacht, Heilige Nacht"

 

Liedtext

Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
schlaf in himmlischer Ruh,
schlaf in himmlischer Ruh!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht,
durch der Engel Halleluja,
tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter ist da!
Christ, der Retter ist da!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
da uns schlägt die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt,
Christ, in deiner Geburt!

 

Musikvideos

Silent Night

Komponist: Grimoaldo Macchia

Literatur: The Joy of Christmas, Band 2

Toccatina

Komponist: Andreas Willscher

Literatur: Weihnachtsalbum

Stille Nacht 1

Komponist: Erwin Horn

Literatur: An deiner Krippe hier

Stille Nacht 2

Komponist: Erwin Horn

Literatur: An deiner Krippe hier

Impromptu "Die Engel"

Komponist: Luigi Mengoni

Literatur: 200 Jahre Stille-Nacht-Lied

Berceuse

Komponist: Luigi Mengoni

Literatur: 200 Jahre Stille-Nacht-Lied

Silent Night

Komponist: Jason D. Payne

Literatur: Christmas Jubilation

St. Theodulph

Beschreibung

Die Kirchenlied-Melodie „ST. THEODULPH“ wurde im Jahr 1615 von dem Komponisten Melchior Teschner geschaffen. Ursprünglich entstand sie in Deutschland als Vertonung für das Sterbelied „Valet will ich dir geben“, das Trost in Zeiten einer schweren Pestepidemie spenden sollte. Im englischsprachigen Raum erhielt die Weise ihren heutigen Namen durch die Verknüpfung mit einem berühmten Palmsonntags-Hymnus, dessen Text auf den heiligen Theodulf von Orléans zurückgeht. Durch diese doppelte Tradition verbindet die Melodie bis heute tiefen Trost bei Trauerfeiern mit triumphalem Jubel an Festtagen. Ihre kraftvolle und klare Struktur inspirierte im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche bedeutende Musiker zu eigenen Bearbeitungen. Allen voran bettete Johann Sebastian Bach den Choral prominent in seine berühmte Johannes-Passion sowie in kunstvolle Orgelwerke ein. Bis in die Gegenwart hinein genießt das Stück weltweiten Ruhm und wird regelmäßig bei großen staatlichen oder kirchlichen Zeremonien aufgeführt.

 

Gesangbücher

GL 395 "Den Herren will ich loben"

GL 854 "Lasst uns den Herrn erheben" (Bayern/Thüringen)

GL 859 "Maria ist voll Freude" (Bistum Augsburg)

EG 157 "Laß mich dein sein und bleiben"

EG 257 "Der du in Todesnächten"

LSB 442 "All glory, laud, and honor"

LSB 724 "If God himself Be for me"

 

Musikvideos

Partita on "All Glory, Laud and Honor"

Komponist: Michael Burkhardt

Literatur: All Glory, Laud and Honor

Suo Gân

Beschreibung

Die Wurzeln des traditionellen walisischen Schlaflieds „Suo Gân“ reichen bis in das 18. Jahrhundert zurück, wobei eine anonyme Fassung um 1800 erstmals gedruckt wurde. Das zeitlose Schlaflied fasziniert seit Generationen durch seine Schlichtheit und emotionale Tiefe. In den Strophen spiegelt sich die tiefe Bindung zwischen Mutter und Kind wider, die durch die Musik eine universelle Sprache erhält. Die sanften Wortwiederholungen im Text wirken hypnotisch und unterstützen das Einschlafen des Kindes. Historisch betrachtet zeigt das Werk, wie mündlich überlieferte Volksmusik im ländlichen Wales Identität und Trost stiftete. Auch ohne komplexe Instrumentierung entfaltet die reine Melodie eine starke, fast meditative Wirkung im Raum. 

 

Musikvideos

Paraphrase

Komponist: Hans-André Stamm

Literatur: Orgelwerke Vol. III

Susani

Beschreibung

Das barocke Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, o Engel, kommt!“ entstand mitten im Dreißigjährigen Krieg und wurde vermutlich von dem Jesuiten Friedrich Spee verfasst. Im Zentrum steht die Tradition des mittelalterlichen Kindelwiegens, bei dem die Geburt Jesu tänzerisch und musikalisch an einer Wiege gefeiert wurde. Der namensgebende Kehrreim „Susani“ ist dabei ein historischer, zärtlicher Wiegenruf, der dem Neugeborenen Geborgenheit vermitteln soll. Anders als Luthers Erzähllied fordert dieser Text die Engel direkt dazu auf, mit einem prächtigen Orchester aus Geigen, Harfen und Trompeten auf die Erde hinabzusteigen. Dem irdischen Leid des Krieges setzt das Lied so eine unbeschwerte, himmlische Gegenwelt voller musikalischer Lebensfreude entgegen. Durch die Erwähnung Marias betont das Werk zudem die typisch katholische Frömmigkeit der Gegenreformation. Musikalisch lädt der wiegende Dreiertakt bis heute zum intuitiven Mitmachen ein und transportiert am Ende eine tiefe Sehnsucht nach globalem Frieden. Im englisch-sprachigen Raum ist Susani auch unter dem Titel "From Heaven high, o Angels, come!" bekannt.

 

Musikvideos

Sussex Carol

Beschreibung

Das "Sussex Carol", auch bekannt als "On Christmas Night all Christians Sing", ist ein traditionelles englisches Weihnachtslied, das freudig die Geburt Jesu Christi besingt. Die Wurzeln des Textes reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück, während die bekannte Melodie auf eine Überlieferung aus Sussex zurückgeht. Der Komponist Ralph Vaughan Williams hat das Lied im frühen 20. Jahrhundert aufgezeichnet und dadurch bewahrt. Durch seine lebhafte und feierliche Art ist es zu einem festen Bestandteil von Weihnachtsfeiern und Chorkonzerten geworden. Besonders bekannt ist es für seine optimistische Stimmung, die die weihnachtliche Botschaft unterstreicht. Heute wird das Stück weltweit geschätzt und oft in der Weihnachtszeit aufgeführt. Es verbindet traditionelle Volksmusik mit der festlichen Atmosphäre des Weihnachtsfestes.

 

Gesangbücher

LSB 377 "On Christmas Night all Christians Sing"

 

Liedtext

On Christmas night all Christians sing
to hear the news the angels bring,
On Christmas night all Christians sing
to hear the news the angels bring,
News of great joy, news of great mirth,
News of our merciful King's birth.

Then why should men on earth be so sad,
since our Redeemer made us glad,
Then why should men on earth be so sad,
since our Redeemer made us glad,
When from our sin He set us free,
All for to gain our liberty?

 

Musikvideos

Hören Sie eine Bearbeitung für Orgel von Anna Laura Page über dieses Weihnachts-Lied:

On Christmas night all Christians sing

Komponist: Anna Laura Page

Literatur: Gloria!

© Copyright. Alle Rechte vorbehalten.

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