Choräle und Melodien
Index J
Entdecken Sie Melodien und Choräle, die mit dem Buchstaben J beginnen. Die angebotenen Musik-Videos sind Interpretationen des Kirchenmusikers Michael Blessing: Sie können finden diese auch auf YouTube und dem Kanal Orgelwerkstatt
Übersicht
Jauchzet, ihr Himmel, frohlockt, ihr Engel
Jauchzt, alle Lande, Gott zu Ehren
Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens
Jesus Christus herrscht als König
Jesus comes today with healing
Jesus has come and brings pleasure eternal
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude
Jauchzet, ihr Himmel
Das festliche Kirchenlied „Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören“ gehört zu den bekanntesten Gesängen für die Weihnachtszeit. Der jubelnde und ausdrucksstarke Text wurde im Jahr 1731 von dem bekannten reformierten Mystiker und Dichter Gerhard Tersteegen verfasst. Inhaltlich besingt das Werk voller Freude das große Wunder der Menschwerdung Gottes und die damit verbundene Versöhnung zwischen Schöpfer und Schöpfung. In den kunstvollen Strophen wird die Geburt Jesu als ein Ereignis dargestellt, das Himmel und Erde gleichermaßen erbeben lässt und den Hirten wie den Völkern bleibenden Frieden verkündet. Musikalisch greift das Lied auf eine prachtvolle, barocke Weise zurück, die im Jahr 1741 in Halle gedruckt wurde. Diese getragene Melodieführung basiert auf dem weltweit bekannten Choral „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ und verleiht dem weihnachtlichen Lobgesang einen majestätischen Glanz. Durch diese Kombination aus ansteckender Festtagsfreude und vertrauter musikalischer Untermalung ist das Lied ein fester Bestandteil von Christmetten und festlichen Weihnachtsgottesdiensten.
Katholisches Gotteslob: GL 251
Katholisches Gotteslob: GL 392 "Lobe den Herren, den mächtigen König"
Evangelisches Gesangbuch: EG 316 "Lobe den Herren, den mächtigen König"
Lutheran Service Book: LSB 790 "Praise to the Lord, the Almighty"
Liedtext:
Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören,
singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren!
Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah
zu den Verlornen sich kehren.
Die Musikvideos für dieses Lied finden Sie unter dem Choral "Lobe den Herren, den mächtigen König"
Jauchzt, alle Lande, Gott zu Ehren
Das kraftvolle Loblied „Jauchzt, alle Lande, Gott zu Ehren“ besitzt eine faszinierende, jahrhundertealte Verbindung zwischen reformierter französischer Musiktradition und deutscher Psalmdichtung. Der theologische Text geht auf den reformierten deutschen Prediger Matthias Jorissen zurück, welcher das Werk im Jahr 1798 als metrische Reimfassung von Psalm 66 veröffentlichte. Jorissen verfasste seine Dichtung ganz bewusst so, dass sie auf die traditionelle, majestätische Weise „Rendez à Dieu“ gesungen werden konnte. Diese geschichtsträchtige Melodie wird dem Komponisten Loys Bourgeois zugeschrieben und erschien bereits im 16. Jahrhundert im Genfer Psalter. Sie zeichnet sich durch einen stark rhythmischen, feierlichen Charakter aus, der dem Text eine besondere, mitreißende Dynamik verleiht. Inhaltlich transportiert das Lied einen universellen, jubelnden Aufruf an die gesamte Weltgemeinschaft, die Schöpfungsmacht und die geschichtlichen Taten Gottes anzuerkennen und zu preisen. Die Verse betonen die befreiende Zuwendung Gottes zu den Menschen, indem sie symbolisch an die wunderbare Rettung des Volkes Israel durch das geteilte Meer erinnern.
Evangelisches Gesangbuch: EG 279
Evangelisches Gesangbuch: EG 250 "Ich lobe dich von ganzer Seelen"
Katholisches Gotteslob: GL 385 "Nun saget Dank und lobt den Herren"
Evangelisches Gesangbuch: EG 294 "Nun saget Dank und lobt den Herren"
Lutheran Service Book: LSB 652 "Father, we thank Thee who hast planted"
Lutheran Service Book: LSB 792 "New songs of celebration render"
Liedtext:
Jauchzt, alle Lande, Gott zu Ehren, rühmt seines Namens Herrlichkeit,
und feierlich ohn zu verklären, sei Stimm und Saite ihm geweiht.
Sprecht: Wunderbar sind deine Werke, o Gott, die du hervorgebracht;
auch Feinde fühlen deine Stärke und zittern, Herr, vor deiner Macht.
Die Musikvideos für dieses Lied finden Sie unter dem Choral "Nun saget Dank und lobt den Herren"
Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens
Das gläubige Kirchenlied „Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens“ gilt als ein bedeutendes Werk aus der Epoche des Pietismus. Die intensive Textfassung wurde im Jahr 1695 von dem lutherischen Pastor und Liederdichter Johann Heinrich Schröder verfasst. Inhaltlich thematisiert der Gesang den inneren und äußeren geistlichen Kampf gegen Versuchung, Sünde und die Einflüsse der Finsternis. In den Strophen bittet der Betende flehentlich um den Beistand Jesu Christi, um über eigene Schwächen wie Stolz oder Missgunst zu triumphieren. Musikalisch erklingt der Choral heute meist auf einer Melodie, die eng mit dem Ort Köthen aus dem Jahr 1733 verbunden ist. Diese feierliche Weise ist im Gesangbuch sehr vertraut, da sie auch für das bekannte Lied „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“ genutzt wird. Durch diese Kombination aus ernstem, kämpferischem Text und einer hoffnungsvollen Melodieführung spendet das Lied Trost in Zeiten persönlicher Krisen und Anfechtungen.
Evangelisches Gesangbuch: EG 373
Evangelisches Gesangbuch: EG 66 "Jesus ist kommen"
Lutheran Service Book: LSB 533 "Jesus has come and brings pleasure eternal"
Liedtext:
Jesu, hilf siegen, Du Fürste des Lebens!
Sieh, wie die Finsternis dringet herein,
wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens
mächtig aufführet, mir schädlich zu sein!
Satan, der sinnet auf allerhand Ränke,
wie er mich sichte, verstöre und kränke!
Jerusalem, my happy home
Das traditionsreiche Kirchenlied „Jerusalem, my happy home“ besitzt eine jahrhundertealte, von tiefen spirituellen Sehnsüchten geprägte Entwicklungsgeschichte. Seine textlichen Wurzeln lassen sich bis in das elfte Jahrhundert zu den lateinischen Meditationen zurückverfolgen, die historisch dem Kirchenvater Augustinus zugeschrieben wurden. Die heute im englischsprachigen Raum bekannte Gedichtform entstand gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch einen anonymen britischen Verfasser, der lediglich mit den Initialen „F. B. P.“ signierte. Im lutherischen Lutheran Service Book wird das Lied traditionell zu der tief verwurzelten amerikanischen Volksweise „Land of Rest“ gesungen, was dem Werk einen schlichten, aber zutiefst trostreichen Charakter verleiht. Inhaltlich widmet sich die Hymne der sehnsüchtigen Vorfreude auf das Himmlische Jerusalem als der endgültigen, friedvollen Heimat der Gläubigen. Die Metaphern des Textes zeichnen das Bild einer makellosen Stadt ohne Leid, in der immerwährende Gärten blühen und die Gemeinschaft der Heiligen Gott lobpreist.
Lutheran Service Book: LSB 673
Lutheran Service Book: LSB 859 "Lord, when You came as welcome guest"
Liedtext:
Jerusalem, my happy home, when shall I come to thee?
When shall my sorrows have an end? Thy joys when shall I see?
O happy harbor of the saints, o sweet and pleasant soil!
In thee no sorrow may be found, no grief, no care, no toil.
Jesus Christ is risen today
Das Osterlied „Jesus Christ is risen today“ ist einer der bekanntesten und am häufigsten gesungenen Osterchoräle des englischsprachigen Raums. Die textlichen Wurzeln des Werkes reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück und basieren auf dem lateinischen Hymnus „Surrexit Christus hodie“, der die Auferstehung Jesu Christi feiert. Seine heutige englische Gestalt entwickelte sich durch eine anonyme Übertragung im frühen 18. Jahrhundert, die später von bedeutenden Liederdichtern wie Charles Wesley um theologische Feinheiten ergänzt wurde. Inhaltlich entfaltet das Lied den Kern der christlichen Osterbotschaft, indem es den Sieg Christi über den Tod, die vollbrachte Erlösung am Kreuz und den Triumph über das Grab besingt. Die Strophen führen die Gemeinde von der historischen Betrachtung des Osterwunders direkt in einen zeitlosen, ewig dauernden Lobpreis des dreieinigen Gottes. Durch diese dynamische Verbindung von feierlicher Musik und befreiender Theologie gilt das Werk bis heute als der absolute Höhepunkt in den Festgottesdiensten am Ostermorgen.
Lutheran Service Book: LSB 457
Liedtext:
Jesus Christ is ris'n today, Alleluia!
Our triumphant holy day, Alleluia!
Who did once upon the cross, Alleluia!
Suffer to redeem our loss. Alleluia!
Hymns of praise then let us sing, Alleluia!
Unto Christ, our heav'nvly king, Alleluia!
Who endured the cross and grave, Alleluia!
Sinners to redeem and save. Alleluia!
Hören Sie eine Bearbeitung von Victor Johnson aus seinem Werk "With Everlasting Alleluiahs":
Jesus Christus herrscht als König
Das Lied „Jesus Christus herrscht als König“ ist ein kraftvoller Hymnus des schwäbischen Pietismus. Philipp Friedrich Hiller (1699–1769) hat den Text im Jahr 1755 verfasst. Hiller war ein bedeutender württembergischer Pfarrer und Liederdichter, der trotz des Verlusts seiner Stimme über 1.000 Lieder schrieb. Das Lied wird auf die Melodie von „Alles ist an Gottes Segen“ gesungen, die aus dem Jahr 1676 stammt (Johann Löhner zugeschrieben) und 1738 in ihrer heutigen Form im Darmstädter Gesangbuch erschien. Das Lied wird bevorzugt an Festen wie Christi Himmelfahrt, dem Christkönigsfest oder am Ende des Kirchenjahres gesungen. Es drückt die Zuversicht aus, dass Gottes Plan trotz aller irdischen Wirren zum Ziel führt.
Evangelisches Gesangbuch: EG 123
Evangelisches Gesangbuch: EG 352 "Alles ist an Gottes Segen"
Lutheran Service Book: LSB 620 "Jesus comes today with healing"
Lutheran Service Book: LSB 732 "All depends on our possessing"
Liedtext:
Jesus Christus herrscht als König,
alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muß.
Fürstentümer und Gewalten,
Mächte, die die Thronwacht halten,
geben ihm die Herrlichkeit;
alle Herrschaft dort im Himmel,
hier im irdischen Getümmel
ist zu seinem Dienst bereit.
Orgel-Konzert
Komponist: Joachim Roller
Literatur: Festliche Choralconcerti für Ein- und Auszug für Orgel
Jesus comes today with healing
Das tiefgründige Abendmahlslied „Jesus Comes Today with Healing“ ist ein fester Bestandteil der lutherischen Liturgie im amerikanischen Raum. Der theologische Text geht ursprünglich auf den deutschen Pfarrer Heinrich Puchta zurück und wurde für das moderne Kirchengesangbuch kunstvoll ins Englische übertragen. Musikalisch nutzt das Werk die weitverbreitete, barocke deutsche Melodie des Klassikers „Alles ist an Gottes Segen“, die dem Lied eine getragene und vertraute Würde verleiht. Im Zentrum der Strophen steht die lutherische Lehre von der realen Gegenwart Jesu Christi in den Gaben von Brot und Wein. Das Lied beschreibt das Sakrament als einen Ort der spirituellen Heilung, an dem Sündern Vergebung, Trost und neues Leben zugesprochen werden. Durch diese Verbindung von altbekannter Melodie und dichter Sakramentstheologie vermittelt das Werk den Gläubigen bis heute eine tiefe Gewissheit der göttlichen Nähe.
Lutheran Service Book: LSB 620
Lutheran Service Book: LSB 732 "All depends on our possessing"
Evangelisches Gesangbuch: EG 123 "Jesus Christus herrscht als König"
Evangelisches Gesangbuch: EG 352 "Alles ist an Gottes Segen"
Die Orgelwerke zu diesem Choral finden Sie unter dem Choral "Alles ist an Gottes Segen".
Jesus has come and brings pleasure eternal
Das festliche Kirchenlied „Jesus Has Come and Brings Pleasure Eternal“ hat seine historischen Wurzeln im deutschen Pietismus des frühen achtzehnten Jahrhunderts. Der theologische Text geht auf das bekannte deutsche Lied „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“ zurück, das als Ausdruck tiefer persönlicher Glaubensfreude verfasst wurde. Für das amerikanische Gesangbuch wurde das Werk kunstvoll ins Englische übertragen, um den kraftvollen Choral auch für die dortige Gemeinde singbar zu machen. Die schwungvolle, barocke Melodie fängt den jubelnden Charakter der Verse perfekt auf und verleiht dem Lied eine mitreißende Dynamik. Inhaltlich besingt das Werk die Menschwerdung und das fortwährende Wirken Jesu Christi als endgültigen Triumph über Angst, Sünde und Tod. Durch diese theologische Dichte gilt das Lied bis heute als eine kraftvolle Hymne, die besonders in der Epiphanias- und Osterzeit die befreiende Osterbotschaft verkündet.
Lutheran Service Book: LSB 533
Evangelisches Gesangbuch: EG 66 "Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude"
Evangelisches Gesangbuch: EG 373 "Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens"
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude
Das Lied „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“ ist ein Choral des Pietismus. Verfasst wurde der Text von Johann Ludwig Konrad Allendorf. Er veröffentlichte das Lied erstmals 1736 in seiner Sammlung „Cöthnische Lieder“. Allendorf war ein wichtiger Dichter des halleschen Pietismus. Das Lied ist ein triumphaler Epiphanias-Hymnus. Es feiert das Erscheinen Jesu Christi in der Welt als endgültigen Sieg über Dunkelheit und Tod: Der Refrain betont durch die Wiederholung „Jesus ist kommen“, dass das Heil nicht nur ein fernes Ereignis ist, sondern in Christus bereits Realität wurde. Es verwendet starke Bilder von Licht, Gnade und dem Ende der Knechtschaft. Allendorf verbindet die weihnachtliche Ankunft mit der Hoffnung auf die Ewigkeit und die persönliche Beziehung des Gläubigen zu Jesus.
Evangelisches Gesangbuch: EG 66
Lutheran Service Book: LSB 533 "Jesus has come and brings pleasure eternal"
Liedtext:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;
A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;
Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!
Himmel und Erde, erzählet’s den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.
Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.
Jesus, Refuge of the Weary
Das Passionslied „Jesus, Refuge of the Weary“ basiert auf einem historischen lateinischen Text, der einem bekannten italienischen Dominikanermönch und Bußprediger aus dem fünfzehnten Jahrhundert zugeschrieben wird. Seine heute weit verbreitete englische Gestalt erhielt das Werk im neunzehnten Jahrhundert durch die einfühlsame Übersetzung einer irischen Dichterin und Philologin. Im lutherischen Gesangbuch wird der Text traditionell auf die vertraute und feierliche barocke Melodie des deutschen Chorals „O du Liebe meiner Liebe“ gesungen. Inhaltlich führt das Werk den Singenden mitten in die Betrachtung des Leidens Christi am Kreuz und lenkt den Blick intensiv auf die Wunden und die Dornenkrone des Erlösers. Die Verse thematisieren das schmerzhafte Paradoxon, dass Jesus trotz des menschlichen Ungehorsams bereitwillig die Last und die Strafe für alle Sünden auf sich genommen hat. Durch diesen Fokus auf Buße, tiefes Mitgefühl und die befreiende Kraft der göttlichen Gnade gilt die Hymne bis heute als ein fester theologischer Pfeiler in den Gottesdiensten der Passions- und Fastenzeit.
Lutheran Service Book: LSB 423
Katholisches Gotteslob: GL 280 "Singt dem König Freudenpsalmen"
Katholisches Gotteslob: GL 281 "Also sprach beim Abendmahle"
Evangelisches Gesangbuch: EG 251 "Herz und Herz vereint zusammen"
Liedtext:
Jesus, refuge of the weary,
Blest Redeemer, whom we love,
Fountain in life’s desert dreary,
Savior from the world above:
Often have Your eyes, offended,
Gazed upon the sinner’s fall;
Yet upon the cross extended,
You have borne the pain of all.
Do we pass that cross unheeding,
Breathing no repentant vow,
Though we see You wounded, bleeding,
See Your thorn-encircled brow?
Yet Your sinless death has brought us
Life eternal, peace, and rest;
Only what Your grace has taught us
Calms the sinner’s deep distress.
Hören Sie eine Bearbeitung des deutschen Komponisten Jost Dany im Stil der Gigout-Toccata:
Joy to the World
Das weltbekannte Weihnachtslied „Joy to the World“ entstand ursprünglich gar nicht als klassisches Adventslied. Der theologische Text wurde von dem britischen Theologen und Dichter Isaac Watts verfasst, welcher damit eine neutestamentliche Nachdichtung der zweiten Hälfte von Psalm 98 schuf. Watts beabsichtigte mit seinen Versen nicht die Feier der Geburt Christi, sondern den triumphalen Ausblick auf die Wiederkunft Jesu am Ende der Zeit. Erst mehr als ein Jahrhundert später verband der amerikanische Komponist Lowell Mason das Gedicht mit einer festlichen Melodie, die heute offiziell unter dem Namen „Antioch“ bekannt ist. Für diesen Namen und die Melodie gibt es zwei wesentliche Hintergründe: Zum einen liegt ein tiefer biblischer Bezug vor, da Mason seine neu arrangierte Weise nach der antiken Stadt Antiochia am Orontes benannte, wo die Gläubigen laut der Apostelgeschichte zum ersten Mal überhaupt „Christen“ genannt wurden. Zum anderen besticht die musikalische Struktur von „Antioch“ durch eine absteigende Dur-Tonleiter zu Beginn und ein anschließendes, lebhaftes Wechselspiel der Singstimmen im Refrain, in dem man bis heute Bruchstücke barocker Pracht aus Georg Friedrich Händels Oratorium Messias heraushört. Inhaltlich blickt das Gesamtwerk voller Optimismus auf eine von Sünde befreite Schöpfung, in der die gesamte Natur in den Jubel über den regierenden König einstimmt.
Lutheran Service Book: LSB 387
Liedtext:
Joy to the world, the Lord is come!
Let earth receive her King;
Let every heart prepare Him room,
And heaven and nature sing,
And heaven and nature sing,
And heaven, and heaven, and nature sing.
Joy to the earth, the Savior reigns!
Let men their songs employ;
While fields and floods, rocks, hills and plains
Repeat the sounding joy,
Repeat the sounding joy,
Repeat, repeat, the sounding joy.
Hören Sie drei Bearbeitungen von amerikanischen Komponisten:
Joyful, joyful we adore Thee
Das majestätische Loblied „Joyful, Joyful, We Adore Thee“, im amerikanischen Lutheran Service Book unter der Nummer 803 geführt, gilt als eine der überschwänglichsten Hymnen des englischen Sprachraums. Der theologische Text wurde im Jahr 1907 von dem amerikanischen Geistlichen und Literaturprofessor Henry van Dyke verfasst, der beim Anblick der malerischen Berkshire-Berge in Massachusetts zutiefst von Gottes Schöpfung inspiriert wurde. Die weltweit berühmte Melodie stammt aus der Feder von Ludwig van Beethoven, der die einprägsame Weise ursprünglich im Jahr 1824 für das Finale seiner wegweisenden 9. Sinfonie komponierte. Van Dyke verfasste sein Gedicht von Anfang an mit der Absicht, es auf Beethovens triumphale „Ode an die Freude“ singen zu lassen. Inhaltlich transportieren die Verse einen radikalen, unerschütterlichen Optimismus und fordern dazu auf, alle Zweifel sowie die Dunkelheit der Sünde im strahlenden Licht Gottes schmelzen zu lassen.
Lutheran Service Book: LSB 803
Liedtext:
Joyful, joyful, we adore Thee,
God of glory, Lord of love;
Hearts unfold like flowers before Thee,
Praising Thee, their sun above.
Melt the clouds of sin and sadness;
Drive the gloom of doubt away;
Giver of immortal gladness,
Fill us with the light of day!
All Thy works with joy surround Thee,
Earth and heaven reflect Thy rays,
Stars and angels sing around Thee,
Center of unbroken praise.
Field and forest, vale and mountain,
Flowery meadow, flashing sea,
Chanting bird and flowing fountain
Call us to rejoice in Thee.
Entdecken Sie eine moderne Komposition für Orgel vom amerikanischen Komponisten Albert L. Travis:
Judas Maccabaeus
Das prachtvolle Adventslied „Tochter Zion, freue dich“ besitzt eine faszinierende Verbindung zu Georg Friedrich Händels berühmtem Barock-Oratorium „Judas Maccabaeus“. Die majestätische Melodie wurde ursprünglich für Händels Oratorium Joshua als triumphaler Siegesmarsch komponiert und aufgrund ihres überwältigenden Erfolges nachträglich in das Werk über den jüdischen Freiheitskämpfer integriert. Ihre heute so populäre geistliche Bestimmung erhielt die Weise um das Jahr 1820 durch den deutschen Theologen Friedrich Heinrich Ranke, welcher die eingängigen Chorsätze mit einem völlig neuen Text versah. Er verknüpfte den heroischen Charakter der Musik kunstvoll mit den alttestamentlichen Prophezeiungen des Propheten Sacharja über die Ankunft des Messias. Inhaltlich wandelt sich das Lied durch diese Bearbeitung von einem rein weltlichen Siegesruf zu einer tiefgründigen Hymne des Friedens und der christlichen Vorfreude. Das metaphorische Bild der „Tochter Zion“ steht dabei symbolisch für die Stadt Jerusalem und die gesamte Glaubensgemeinschaft, die dazu aufgerufen ist, den kommenden Friedefürsten Jesus Christus voller Jubel zu begrüßen.
Katholisches Gotteslob: GL 228 "Tochter Zion, freue dich"
Evangelisches Gesangbuch: EG 13 "Tochter Zion, freue dich"
Liedtext:
Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir, ja, er kommt, der Friedefürst.
Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!
Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh!
Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!
Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!
Ewig steht dein Friedensthron, du, des ewgen Vaters Kind.
Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!