Ich bin ein Gast auf Erden

„Ich bin ein Gast auf Erden“ ist eines der Trost- und Sterbelieder des evangelischen Barockdichters Paul Gerhardt. Der Text entstand um 1666 vor dem Hintergrund schwerer persönlicher Schicksalsschläge und der Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges. In insgesamt zwölf Strophen beschreibt das Lied das menschliche Leben auf der Welt als eine mühsame, von Leid geprägte Durchgangsstation. Die zentrale Metapher des Gastes verdeutlicht dabei die Vergänglichkeit des irdischen Daseins, das im Text mit einem provisorischen Zelt verglichen wird. Dem Kummer auf Erden stellt der Dichter die feste Hoffnung auf das himmlische Vaterland gegenüber, in dem die ewige Ruhe wartet. Durch diese theologische Ausrichtung verliert der Tod seinen Schrecken und wird stattdessen als eine erlösende Heimkehr zu Gott verstanden. Gesungen wird der Choral heute meist auf die bekannte und emotionale Passionsmelodie von „O Haupt voll Blut und Wunden“.

 

Evangelisches Gesangbuch: EG 529

Evangelisches Gesangbuch: EG 85"O Haupt voll Blut und Wunden"

Katholisches Gotteslob: GL 289 "O Haupt voll Blut und Wunden"

Lutheran Service Book: LSB 449/450 "O Sacred Head, Now Wounded"

Liedtext: 

Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand;
der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland.
Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh
ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu.

Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an
als Müh und Not gewesen? Solang ich denken kann,
hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht
mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht.

 

Die Musikvideos für dieses Lied finden Sie unter dem Choral "O Haupt voll Blut und Wunden"

Ich glaube: Gott ist Herr der Welt

Das moderne Glaubenslied „Ich glaube: Gott ist Herr der Welt“ stammt aus der Feder des Textdichters Peter Spangenberg. In den Regionalteilen des Evangelischen Gesangbuchs, wie unter der Nummer EG 704, dient das Werk als gesungenes Bekenntnis im Gottesdienst. Der Text orientiert sich eng an den klassischen drei Artikeln des christlichen Credos über Vater, Sohn und Heiligen Geist. In den ersten Strophen wird die Souveränität Gottes verkündet, der das All fügt und die Zeit in Händen hält. Darauf folgen theologische Motive über das Erlösungswerk Christi am Kreuz sowie über die Auferstehung am Ostermorgen. Die Gemeinde besingt zudem das Wirken des Heiligen Geistes, das sich ganz praktisch in den Sakramenten von Taufe und Abendmahl zeigt. Musikalisch erklingt der Choral auf die rhythmisch prägnante und feierliche Melodie des Komponisten Christian Lahusen.

Evangelisches Gesangbuch: EG 704 (Bayern/Thüringen)

Evangelisches Gesangbuch: EG 184 "Wir glauben Gott im höchsten Thron"

Katholisches Gotteslob: GL 355 "Wir glauben Gott im höchsten Thron"

Credo-Toccata

Komponist: Thomas Riegler

Literatur: Originelle Choralvorspiele Band 1

Ich hör die Botschaft: Jesus lebt

Das österliche Kirchenlied „Ich hör die Botschaft: Jesus lebt!“ wurde von dem Theologen und Dichter Friedrich Hofmann verfasst. Im Regionalteil des Evangelischen Gesangbuchs ist das Werk unter der Nummer EG 558 zu finden. Die insgesamt vier Strophen setzen sich intensiv mit dem Spannungsfeld zwischen der Osterbotschaft und der alltäglichen Realität auseinander. Während die Zusage der Auferstehung Hoffnung spendet, blickt der Text gleichzeitig ehrlich auf das Erbeben der Welt durch Krankheit, Not, Gewalt und Kriege. Jede Strophe mündet konsequent in den flehentlichen Kehrvers „Herr, steh mir bei!“, der die persönliche Hilflosigkeit vor Gott bringt. Am Ende wandelt sich die Klage in eine Bitte um Wegweisung, um beim auferstandenen Christus dauerhafte Geborgenheit und Trost zu finden. Musikalisch erklingt der Choral auf die feierliche, aus dem 16. Jahrhundert stammende Oster-Melodie „Erschienen ist der herrlich Tag“ von Nikolaus Herman.

Evangelisches Gesangbuch: EG 558

Katholisches Gotteslob: GL 314 "Erschienen ist der herrlich Tag"

Evangelisches Gesangbuch: EG 106 "Erschienen ist der herrlich Tag"

Evangelisches Gesangbuch: EG 162 "Gott Lob, der Sonntag kommt herbei"

 

 

Oster-Bolero

Komponist: Thomas Riegler

Literatur: Originelle Choralvorspiele Band 2

Ich lobe dich von ganzer Seelen

Das kirchenmusikalische Werk „Ich lobe dich von ganzer Seelen“ ist ein bedeutendes lutherisches Kirchenlied, das im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer EG 250 steht. Der gläubige Jurist Friedrich Konrad Hiller verfasste den prägnanten Barocktext im Jahr 1711. In insgesamt fünf Strophen entfaltet der Choral kein rein individuelles Dankgebet, sondern widmet sich im Kern dem Wesen und der weltweiten Vielfalt der christlichen Kirche. Ein markantes inhaltliches Element ist die theologische Klage über leere Gotteshäuser, woraufhin Gottes fortwährende Einladung an die Elenden und Mühseligen betont wird. Das Lied besingt eindrücklich die weltumspannende Gemeinschaft der Gläubigen, die aus vielen verschiedenen Sprachen und Völkern zu einer einzigen Gemeinde berufen ist. Musikalisch erklingt der Choral auf die berühmte Melodie RENDEZ À DIEU, die 1551 von Louis Bourgeois für den Genfer Psalter geschaffen wurde und als Meilenstein der protestantischen Musikgeschichte gilt. Dieselbe festliche Weise verbindet Konfessionen und Länder weltweit, da sie im katholischen Raum für „Nun saget Dank und lobt den Herren“ sowie im englischen Sprachraum für bekannte Hymnen genutzt wird.

 

Evangelisches Gesangbuch: EG 250

Katholisches Gotteslob: GL 385 "Nun saget Dank und lobt den Herren"

Evangelisches Gesangbuch: EG 294 "Nun saget Dank und lobt den Herren"

Lutheran Service Book: LSB 652 "Father, we thank Thee who hast planted"

Lutheran Service Book: LSB 792 "New songs of celebration render"

Liedtext:

Ich lobe dich von ganzer Seelen,
dass du auf diesem Erdenkreis
dir wollen eine Kirch erwählen
zu deines Namens Lob und Preis,
darinnen sich viel Menschen finden
in einer heiligen Gemein,
die da von allen ihren Sünden
durch Christi Blut gewaschen sein.

Du rufest auch noch heutzutage,
dass jedermann erscheinen soll;
man höret immer deine Klage,
dass nicht dein Haus will werden voll.
Deswegen schickst du auf die Straßen,
zu laden alle, die man find't;
du willst auch die berufen lassen,
die blind und lahm und elend sind.

 

 

Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe ...

Das lebendige Kirchenlied "Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt" zählt zu den bekanntesten Werken der modernen christlichen Musik und verbindet Gläubige verschiedener Konfessionen. Der deutsche Liederdichter Hans-Jürgen Netz schuf im Jahr 1979 die tiefgründigen Zeilen, während der Kirchenmusiker Christoph Lehmann zeitgleich die rhythmisch mitreißende Melodie beisteuerte. Im Zentrum der Strophen steht die Erfahrung, aus tiefer Not, Angst und Trauer befreit zu werden und neuen Lebensmut zu finden. Dieser persönliche Wandel mündet in einen großen, gemeinschaftlichen Lobpreis, der an den klassischen Aufbau eines gottesdienstlichen Glorias erinnert. Das Stück beschreibt eindringlich den Weg aus der Sprachlosigkeit hin zu aktivem Handeln im Glauben. Heute ist der Gesang im gesamten deutschsprachigen Raum fest in den Liederbüchern der katholischen und evangelischen Gemeinden etabliert.

Katholisches Gotteslob: GL 383

Evangelisches Gesangbuch: EG 615

Fröschauer Freudenjubel

Komponist: Ulrich Nehls

Literatur: Rummelsberger Orgelbuch

Ich steh an deiner Krippe hier

Das Lied „Ich steh an deiner Krippe hier“ (ursprünglich „Ich steh an deiner Krippen hier“) gilt als eines der tiefgründigsten und persönlichsten Weihnachtslieder des Barock. Der Text stammt von dem bedeutenden protestantischen Dichter Paul Gerhardt (1607–1676). Er wurde erstmals 1653 in der von Johann Crüger herausgegebenen Liedersammlung Praxis Pietatis Melica veröffentlicht.  Es gibt für diesen Text zwei weit verbreitete Vertonungen. Ursprünglich wurde der Text auf die Melodie von Martin Luthers „Nun freut euch, liebe Christen g’mein“ gesungen. Die heute wohl bekannteste Melodie stammt von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1736 für das Musicalische Gesang-Buch von Georg Christian Schemelli (BWV 469). Das Lied zeichnet sich durch einen besonders intimen, fast mystischen Charakter aus. Das „Ich“ steht im Vordergrund, das dem „Du“ (Jesus) gegenübertritt. Der Beter erkennt, dass er Gott nichts geben kann, was dieser ihm nicht zuvor geschenkt hat. In weiteren Strophen bittet der Sänger Jesus darum, in seinem eigenen Herzen Wohnung zu nehmen – das menschliche Herz wird somit selbst zur Krippe.

Katholisches Gotteslob: GL 256

Evangelisches Gesangbuch: EG 37

Liedtext:

Ich steh' an deiner Krippen hier
O Jesu, du mein Leben
Ich komme, bring' und schenke dir
Was du mir hast gegeben
Nimm hin, es ist mein geist und Sinn
Herz, Seel' und Mut, nimm alles hin
Und laß dir's wohl gefallen

Da ich noch nicht geboren war
Da bist du mir geboren
Und hast dich mir zu eigen gar
Eh ich dich kannt', erkoren
Eh ich durch deine Hand gemacht
Da hast du schon bei dir bedacht
Wie du mein wolltest werden.

Bossa Nova

Komponist: Andreas Willscher

Literatur: Weihnachtsalbum

O Jesu, du mein Leben

Komponist: Matthias Nagel

Literatur: Special Pipes 3

Meditation an der Krippe

Komponist: Andreas Hantke

Literatur: Preludio Festivo

Ich will dich lieben, meine Stärke

Das im 17. Jahrhundert entstandene Kirchenlied gilt als ein herausragendes Zeugnis der barocken Mystik. Der Text beschreibt die intensive und persönliche Liebe der menschlichen Seele zu Jesus Christus als dem göttlichen Gegenüber. Die Zeilen spiegeln ein tiefes Verlangen nach innerer Reinigung, Umkehr und bedingungsloser Hingabe wider. Musikalisch wird diese geistliche Sehnsucht von einer gleichermaßen gefühlvollen wie einprägsamen Melodie getragen. Durch seine emotionale Tiefe hat das Werk über die Jahrhunderte hinweg konfessionelle Grenzen überwunden. Heute verbindet der Choral als fester Bestandteil des Kernliederbestands die katholische Gemeinde im gemeinsamen Gesang. Seine zeitlose Aussagekraft macht ihn auch in der Gegenwart zu einem geschätzten Ausdruck des christlichen Glaubens. Im evangelischen Gesangbuch findet man unter EG 400 denselben Text mit einer anderen Melodie von Johann Balthasar König.

Katholisches Gotteslob: GL 358

Lutheran Service Book: LSB 694 "Thee will I love, my strength, my tower"

Liedtext:

Ich will dich lieben, meine Stärke,
ich will dich lieben, meine Zier,
ich will dich lieben mit dem Werke
und immerwährender Begier
ich will dich lieben, schönstes Licht,
bis mir das Herze bricht.

Ich will dich lieben, o mein Leben,
als meinen allerbesten Freund;
ich will dich lieben und erheben,
solange mich dein Glanz bescheint,
Ich will dich lieben, Gottes Lamm,
als meinen Bräutigam.

 

Choralbearbeitung

Komponist: Franz Reithmeier

Literatur: Choralbearbeitungen Band 1

If God Himself be for me

Das Glaubenslied „If God Himself Be for Me“ ist im lutherischen Gesangbuch der Missouri-Synode unter der Nummer LSB 724 verzeichnet. Der zugrundeliegende deutsche Barocktext „Ist Gott für mich, so trete“ wurde von Paul Gerhardt verfasst und erschien erstmals im Jahr 1653. Für den englischsprachigen Raum übersetzte Richard Massie das monumentale Werk im 19. Jahrhundert, wodurch der reformatorische Trost im angelsächsischen Luthertum verankert wurde. Inhaltlich stützt sich der Choral direkt auf das achte Kapitel des Römerbriefs und entfaltet ein unerschütterliches Vertrauen in Gottes Schutz gegenüber allen irdischen Anfechtungen. Die Strophen besingen Christus als verlässlichen Schild, der Sünde und Tod besiegt hat, weshalb das menschliche Herz selbst in Not voller Freude singen darf. Im Lutheran Service Book wird dieser Text mit der majestätischen Melodie VALET WILL ICH DIR GEBEN gepaart, die Melchior Teschner im Jahr 1614 komponierte. Diese festliche, im amerikanischen Raum oft als ST. THEODULPH bekannte Weise verleiht den trotzigen Glaubenssätzen einen ausgesprochen feierlichen, erhabenen und siegreichen Charakter.

 

Lutheran Service Book: LSB 724

Lutheran Service Book: LSB 442 "All glory, laud, and honor"

Katholisches Gotteslob: GL 395 "Den Herren will ich loben"

Evangelisches Gesangbuch: EG 257 "Der du in Todesnächten"

Evangelisches Gesangbuch: EG 157 "Laß mich dein sein und bleiben"

Katholisches Gotteslob: GL 395 "Den Herren will ich loben"

Katholisches Gotteslob: GL 854 "Lasst uns den Herrn erheben" (Bayern/Thüringen)

 

Liedtext:

If God Himself be for me,
I may a host defy;
For when I pray, before me
My foes, confounded, fly.
If Christ, my Head and Master,
Befriend me from above,
What foe or what disaster
Can drive me from His love?

I build on this foundation,
That Jesus and His blood
Alone are my salvation,
My true, eternal good.
Without Him all that pleases
Is valueless on earth;
The gifts I have from Jesus
Alone have priceless worth.

 

Musikvideos hierzu finden Sie unter dem Choral "Den Herren will ich loben"

If thou but trust in God to guide thee

Das weltberühmte Kirchenlied „If thou but trust in God to guide thee“ ist die englische Übersetzung des deutschen Klassikers „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Text und Melodie wurden um 1641 von dem deutschen Dichter Georg Neumark geschaffen. Ausgelöst wurde das Werk durch eine persönliche Krise, als Neumark im Dreißigjährigen Krieg ausgeraubt wurde und erst nach langer Armut unerwartet eine Anstellung fand. Aus tiefer Dankbarkeit verfasste er dieses Lied über unerschütterliches Gottvertrauen in Zeiten von Leid und Ungewissheit. Die britische Übersetzerin Catherine Winkworth machte das Lied im 19. Jahrhundert im englischsprachigen Raum populär, indem sie den Text perfekt an die barocke Melodie anpasste. Die Komposition war so eindringlich, dass auch Johann Sebastian Bach sie im Jahr 1724 als Fundament für seine berühmte Kantate BWV 93 nutzte. Bis heute gehört das Lied sowohl im deutschen Original als auch in der englischen Fassung zu den festen Bestandteilen christlicher Gesangbücher weltweit.

 

Lutheran Service Book: LSB 750

Lutheran Service Book: LSB 719 "I Leave All Things to God's Direction"

Katholisches Gotteslob: GL 424 "Wer nur den lieben Gott lässt walten"

Evangelisches Gesangbuch: EG 369 "Wer nur den lieben Gott lässt walten"

 

Liedtext:

If thou but trust in God to guide thee
And hope in Him through all thy ways,
He'll give thee strength, whate'er betide thee,
And bear thee through the evil days.
Who trusts in God's unchanging love
builds on the rock that naught can move.

 

Die Orgelwerke zu diesem Choral finden Sie unter dem Choral "Wer nur den lieben Gott lässt walten".

Ihr Kinderlein, kommet

Das Weihnachtslied „Ihr Kinderlein, kommet“ ist nach „Stille Nacht“ eines der bekanntesten deutschen Weihnachtslieder weltweit. Der Text wurde von dem katholischen Pfarrer und Jugendschriftsteller Christoph von Schmid (1768–1854) verfasst. Er schrieb das Gedicht ursprünglich unter dem Titel „Die Kinder bey der Krippe“ vermutlich um 1808/1811 während seiner Zeit in Thannhausen. Die Musik stammt von Johann Abraham Peter Schulz (1747–1800), dem Kopenhagener Hofkapellmeister. Er komponierte die Weise bereits 1794 – ursprünglich für ein Frühlingslied mit dem Text „Wie reizend sind die Blüten“. Im englisch-sprachigen Raum wird daher die Melodie oft als "Tune SCHULZ" gekennzeichnet.  

Das Lied ist eine direkte Aufforderung an Kinder, zur Krippe zu treten und das Wunder der Menschwerdung Gottes zu betrachten. In den vielen Strophen wird die Szene im Stall von Bethlehem detailliert beschrieben – vom Kind auf Heu und Stroh bis hin zu den anbetenden Hirten und Engeln.

Katholisches Gotteslob: GL 248
Evangelisches Gesangbuch: EG 43

Liedtext

Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all,
zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall
Und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
Der Vater im Himmel für Freude uns macht.

Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh
Maria und Josef betrachten es froh
Die redlichen Hirten knien betend davor
Hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

O come, little children

Komponist: Jason D. Payne

Literatur: Christmas Jubilation

O come, little children

Komponist: James Southbridge

Literatur: Carols from the Heart

I leave all things to God's direction

Das Kirchenlied „I leave all things to God's direction“ basiert auf dem deutschen Barocktext „Ich halte Gott in allem stille“ von Salomo Franck aus dem Jahr 1685. Da Franck seine Verse im exakt gleichen Versmaß verfasste, greift das Lied musikalisch auf die weltberühmte Melodie von Georg Neumarks „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ zurück. Inhaltlich steht das Werk ganz im Zeichen der christlichen Ergebung und des absoluten Vertrauens in die göttliche Führung. Ein zentrales Motiv im englischen Text ist die wiederkehrende, tröstende Prämisse, dass alles, was Gott gefällt, auch dem Gläubigen recht sein soll. Der deutsch-amerikanische Professor August Crull übersetzte das Werk im 19. Jahrhundert, um das reiche lutherische Liedgut im englischsprachigen Raum zu bewahren. Im lutherischen Gesangbuch LSB ist es heute in der Rubrik für Führung und Gottvertrauen eingeordnet, während Neumarks eigener Text unter Hoffnung und Trost steht. Durch diese enge Verknüpfung zeigt das Lied eindrucksvoll, wie ein einziger barocker Musikschatz über Jahrhunderte hinweg verschiedene Glaubenstexte weltweit tragen kann.

Lutheran Service Book: LSB 719

Lutheran Service Book: LSB 750 "If thou but trust in God to guide thee"

Katholisches Gotteslob: GL 424 "Wer nur den lieben Gott lässt walten"

Evangelisches Gesangbuch: EG 369 "Wer nur den lieben Gott lässt walten"

Liedtext:

I leave all things to God's direction;
He loves me both in joy and woe.
His will is good, sure His affection;
His tender love is true, I know.
My fortress and my rock is He:
What pleases God, that pleases me.

Die Orgelwerke zu diesem Choral finden Sie unter dem Choral "Wer nur den lieben Gott lässt walten".

Il est né le divin enfant

Das bekannte französische Weihnachtslied „Il est né, le divin Enfant“ feiert die Geburt Jesu Christi. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert, basiert jedoch auf einer älteren traditionellen Melodie aus der Region Lothringen. Der Text ruft die Menschen dazu auf, das göttliche Kind mit Musik von Flöten und Dudelsäcken zu begrüßen. In den Strophen wird die lange Wartezeit von über viertausend Jahren beschrieben, die die Propheten für diesen Moment vorhergesagt haben. Das Lied strahlt durch seinen beschwingten Rhythmus eine große Freude und festliche Dankbarkeit aus. Heute gehört es fest zum klassischen Liedgut der Weihnachtszeit im französischsprachigen Raum. Viele internationale Künstler haben das Stück über die Jahre hinweg gecovert und neu interpretiert.

He is born

Komponist: Anna Laura Page

Literatur: Gloria!

Orgelvariationen

Komponist: Hans-André Stamm

Literatur: Orgel-Variationen zur Weihnachtszeit

In dieser Nacht, sei du mir Schirm ...

Das Lied „In dieser Nacht, sei du mir Schirm und Wacht“ ist ein klassisches Abendlied, das vor allem im katholischen Raum verbreitet ist.  Die Wurzeln des Textes liegen im anonymen geistlichen Volksgut des 18. Jahrhunderts. Er wurde erstmals in einem Kölner Gesangbuch von 1727 belegt. Die heute gebräuchliche Weise geht auf ein Düsseldorfer Gesangbuch von 1759 zurück. Die Melodie ist schlicht und einprägsam, was zur Popularität des Liedes als Hausgebet beitrug. Das Lied ist ein typisches Abend- und Vertrauensgebet. Es thematisiert die menschliche Schutzbedürftigkeit während der Dunkelheit und der Nacht: Gott wird als Beschützer („Schirm“) angerufen, der über den Schlafenden wacht. In der zweiten Strophe werden die „heiligen Wunden“ Jesu als metaphorischer Ort der Ruhe und Zuflucht für die Seele beschrieben.

Katholisches Gotteslob: GL 91

Liedtext:

In dieser Nacht, sei du mir Schirm und Wacht
o Gott, durch deine Macht wollst mich bewahren
vor Sünd und Leid, vor Satans List und Neid
Hilf mir im letzten Streit, in Todsgefahren

O Jesu mein, die heilgen Wunden dein
mir sollen Ruhstatt sein für meine Seele
In dieser Ruh schließ mir die Augen zu
den Leib und alles Gut ich dir befehle

O große Frau, Maria, auf mich schau
mein Herz ich dir vertrau in meinem Schlafen
Auch schütze mich, Sankt Josef, väterlich
Schutzengel, streit für mich mit deinen Waffen

Choralbearbeitung

Komponist: Franz Reithmeier
Literatur: Choralbearbeitungen Band 3

In dulci jubilo

Das Lied „In dulci jubilo“ (lateinisch für „In süßer Freude“) ist eines der ältesten und bekanntesten Weihnachtslieder. Es ist ein Jubellied über die Geburt Christi, das die Freude über die Menschwerdung Gottes ausdrückt. Das Lied entstand im 14. Jahrhundert. Die Urheberschaft wird traditionell dem Mystiker Heinrich Seuse zugeschrieben. Der Legende nach soll Seuse eine Vision gehabt haben, in der Engel ihm das Lied vorsangen und ihn zum Tanz aufforderten, um ihn von seinen Leiden zu heilen. Die älteste erhaltene Textfassung findet sich in einer Leipziger Handschrift um das Jahr 1400. Das Lied ist ein prominentes Beispiel für makkaronische Dichtung, ehemals auch "Nudelverse" genannt. Das bedeutet, dass sich im Text lateinische und deutsche (oder andere landessprachliche) Zeilen abwechseln. In der bekanntesten Fassung folgt auf eine lateinische Zeile stets eine deutsche.

Katholisches Gotteslob: GL 253

Evangelisches Gesangbuch: EG 35

Lutheran Service Book: LSB 386 "Now sing we, now rejoice"

Andere Texte: "Good Christians Friends, Rejoice!"

Liedtext:

In dulci jubilo, nun singet und seid froh!
Unsres Herzens Wonne, liegt in praesepio
und leuchtet wie die Sonne matris in gremio.
Alpha es et O. Alpha es et O.

O Jesu parvule, nach dir ist mir so weh.
Tröst mir mein Gemüte, o puer optime,
durch alle deine Güte, o princeps gloriae.
Trahe me post te! Trahe me post te!

 

Toccatina

Komponist: Robert Jones
Literatur: Adeste fideles

Good Christian Friends, Rejoice!

Komponist: Anna Laura Page

Literatur: Gloria!

In dulci bluesio

Komponist: Matthias Nagel
Literatur: Special Pipes 3

Variations sur "In dulci jubilo"

Komponist: Denis Bédard
Literatur: Variations sur "In dulci jubilo"

Variation 1 

Variation 2

Variation 3

Variation 4

Variation 5

Variation 6

Infant holy, infant lowly

Das besinnliche Weihnachtslied „Infant Holy, Infant Lowly“ hat seine Wurzeln in Polen. Es basiert auf dem traditionellen Lied „W żłobie leży“. Die Ursprünge der Melodie und des Textes werden oft auf das 13. oder 14. Jahrhundert zurückgeführt. Charakteristisch für das Lied ist sein wiegender Rhythmus, der an eine Mazurka erinnert. Die bekannte englische Übersetzung stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert von Edith Margaret Reed. Inhaltlich beschreibt das Lied die Geburt Jesu in einem Stall. Es ist heute ein fester Bestandteil vieler internationaler Weihnachtsfeiern.

Lutheran Service Book: LSB 393

Liedtext:

Infant holy, infant lowly,
For His bed a cattle stall;
Oxen lowing, little knowing
Christ the child is Lord of all.
Swiftly winging, angels singing,
Bells are ringing, tidings bringing:
Christ the child is Lord of all!
Christ the child is Lord of all!

 

Infant holy, infant lowly

Komponist: James Southbridge

Literatur: Carols from the Heart

Ins Wasser fällt ein Stein

Das populäre Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ hat seine Wurzeln in der US-amerikanischen Jugendchorbewegung der späten 1960er-Jahre. Die beschwingte Melodie und der ursprüngliche Liedtext stammen von dem US-amerikanischen Musiker und Komponisten Kurt Kaiser, der das Werk unter dem Titel „Pass It On“ verfasste. Kaiser saß damals an einem Lagerfeuer und suchte nach einer einfachen musikalischen Möglichkeit, um jungen Menschen das spontane Weitergeben von Gottes Liebe greifbar zu machen. Im Jahr 1973 entdeckte der deutsche Liedermacher und Amerikanistik-Professor Manfred Siebald das Stück und übertrug es feierlich in die deutsche Sprache. Siebald übersetzte dabei nicht wortwörtlich, sondern wählte für die erste Strophe das tiefgründige, bildhafte Gleichnis von den weiten Kreisen, die selbst ein winziger Stein im Wasser zieht. Das so entstandene Werk entwickelte sich im deutschsprachigen Raum zu einem absoluten Klassiker des Neuen Geistlichen Liedes. Heute ist das ökumenische Glaubenslied ein fester und fröhlicher Bestandteil bei Taufen, Konfirmationen sowie in den offiziellen Gesangbüchern weltweit.


Evangelisches Gesangbuch: EG 603: Regionalteil Niedersachsen / Bremen
Evangelisches Gesangbuch: EG 621: Regionalteil Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck
Evangelisches Gesangbuch: EG 637: Regionalteil Baden / Elsass / Lothringen
Evangelisches Gesangbuch: EG 645: Regionalteil Bayern / Thüringen
Evangelisches Gesangbuch: EG 659: Regionalteil Norddeutschland (Nordkirche)

Irby

Die Melodie „Irby“ ist eine berühmte, statische Hymnenweise, die fast ausschließlich mit dem populären Weihnachtslied „Once in royal David’s city“ (deutsch: „Einst in Davids Königsstadt“) assoziiert wird. Die Melodie wurde 1849 vom englischen Organisten und Komponisten Henry John Gauntlett (1805–1876) komponiert. Die Melodie erhielt den Namen „Irby“ in Anlehnung an ein kleines Dorf in Lincolnshire, England. Der genaue Grund für diese Benennung ist jedoch nicht bekannt. Gauntlett komponierte die Melodie für das Gedicht „Once in royal David’s city“, das 1848 von der irischen Dichterin Cecil Frances Alexander in ihrem Buch Hymns for Little Children veröffentlicht wurde, um Kindern theologische Wahrheiten des Apostolischen Glaubensbekenntnisses nahezubringen.

Lutheran Service Book: LSB 376 "Once in royal David's city"

Once in royal David's city

Komponist: Anna Laura Page

Literatur: Gloria!

I saw three ships

Das traditionelle englische Weihnachtslied „I Saw Three Ships“ besticht durch seine lebendige Melodie und seine bildhafte Sprache. Die Ursprünge des Stücks reichen vermutlich bis in das 17. Jahrhundert zurück, wobei es vor allem in der Region Derbyshire überliefert wurde. Im Text geht es um drei Schiffe, die am Weihnachtsmorgen nach Bethlehem segeln und das Jesuskind sowie seine Mutter Maria an Bord haben. Da Bethlehem mitten im Landesinneren liegt, gilt die maritime Metapher in der Forschung als rein symbolisches Bild für die spirituelle Ankunft Christi. Seine heutige Popularität verdankt das Lied vor allem den Sammlungen des 19. Jahrhunderts, die den fröhlichen Gesang im traditionellen Sechs-Achtel-Takt bewahrten. Durch den beschwingten Rhythmus unterscheidet es sich deutlich von vielen der eher getragenen und besinnlichen Adventslieder jener Zeit. Bis heute ist das Werk ein fester und mitreißender Bestandteil der weltweiten weihnachtlichen Chortradition.

Variationen

Komponist: Jason D. Payne

Literatur: Christmas Jubilation

Ist das der Leib, Herr Jesu Christ

„Ist das der Leib, Herr Jesu Christ“ ist ein bekanntes katholisches Kirchenlied zum Osterfest. Der Text wurde von dem Jesuiten Friedrich Spee verfasst und erstmals 1623 veröffentlicht. Das Lied besingt die Auferstehung Jesu und beschreibt den „verklärten“ Leib des Auferstandenen, der zuvor tot im Grab gelegen hat. Die heute gebräuchliche Weise stammt aus einem Würzburger Gesangbuch. In den Strophen wird die Verwandlung des menschlichen Körpers in eine strahlende, lichtvolle Gestalt (klar wie Kristall, Wunden wie Rubine) metaphorisch dargestellt.

 

Katholisches Gotteslob: GL 331

Liedtext:

Ist das der Leib, Herr Jesu Christ,
der tot im Grab gelegen ist?
Kommt, kommt, ihr Christen jung und alt,
schaut die verklärte Leibsgestalt!
Halleluja, Halleluja!

Der Leib ist klar, klar wie Kristall,
Rubinen gleich die Wunden all,
die Seel durchstrahlt ihn licht und rein
wie tausendfacher Sonnenschein.
Halleluja, Halleluja!

Der Leib empfindet nimmer Leid,
bleibt unverletzt in Ewigkeit,
gleichwie so viele tausend Jahr
die Sonne leuchtet eben klar.
Halleluja, Halleluja!

 

Trio

Komponist: Dieter Blum
Literatur: Orgelstücke Band 4 "Ostern"

I've got peace like a river

Das Lied „I've got peace like a river“ ist ein klassischer afroamerikanischer Spiritual, der heute weltweit als eines der populärsten Kirchenlieder für Kinder und Jugendliche gilt. Die genaue Entstehung ist – wie bei vielen Spirituals – nicht an eine einzelne Person gebunden. Es entstand im 19. Jahrhundert in den Sklavengemeinschaften der USA und wurde mündlich überliefert. Der Text bezieht sich vermutlich auf Jesaja 66,12: „Denn so spricht der Herr: Siehe, ich leite den Frieden zu ihr wie einen Strom...“. Auch Jesaja 48,18 nutzt dieses Bild eines tiefen, beständigen Friedens. Das Lied zeichnet sich durch seine einfache, repetitive Struktur aus, die typisch für den Call and Response-Stil ist:

  • Friede wie ein Fluss – steht für Beständigkeit).
  • Freude wie eine Quelle – steht für Spritzigkeit/Energie).
  • Liebe wie ein Ozean – steht für Weite/Tiefe).

Orgelbearbeitung

Komponist: Robert J. Powell
Literatur: I've got peace like a river

© Copyright. Alle Rechte vorbehalten.

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