Choräle und Melodien
Index B
Entdecken Sie Melodien und Choräle, die mit dem Buchstaben B beginnen. Die angebotenen Musik-Videos sind Interpretationen des Kirchenmusikers Michael Blessing: Sie können finden diese auch auf YouTube und dem Kanal Orgelwerkstatt
Übersicht
Bei dir, Jesu, will ich bleiben
Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit
Beatitudo
Das lateinische Wort „Beatitudo“ bezeichnet im theologischen Sinn den Zustand der himmlischen Glückseligkeit und ist zugleich der Name einer weltbekannten, traditionellen Kirchenliedmelodie. Diese feierliche Melodie wurde im Jahr 1867 von dem bedeutenden englischen Organisten und Komponisten John Bacchus Dykes geschaffen. Ursprünglich komponierte er das Stück für die renommierte britische Hymnensammlung „Hymns Ancient and Modern“, wo es mit einem Text des Dichters Isaac Watts verknüpft wurde. Im internationalen christlichen Raum entwickelte sich die getragene Tonschöpfung schnell zu einer Universalmelodie, die im Laufe der Jahrzehnte für zahlreiche verschiedene geistliche Lieder und Psalmen genutzt wurde. Die musikalische Aussage zeichnet sich durch eine sanft ansteigende, tröstliche Linienführung und eine tiefgründige, leicht chromatische Harmonisierung aus. Sie transportiert eine feierliche und zugleich beruhigende Atmosphäre, die das menschliche Verlangen nach ewigem Frieden und göttlicher Geborgenheit spürbar macht. Bis heute verkörpert „Beatitudo“ in Gottesdiensten weltweit die musikalische Übersetzung jener unerschütterlichen, inneren Freude, die aus dem tiefen Glauben an die göttliche Verheißung entspringt.
Erleben Sie diese tröstliche englische Hymnenmelodie in einer getragenen Interpretation für die Kirchenorgel. Zu hören ist ein ausdrucksstarkes Präludium, komponiert von Robert Jones.
Befiehl du deine Wege
Das Lied „Befiehl du deine Wege“ gilt als das bekannteste Trostlied der evangelischen Christenheit und ist im Evangelischen Gesangbuch (EG 361) sowie im katholischen Gotteslob (GL 418) vertreten. Der Text stammt von Paul Gerhardt aus dem Jahr 1653. Gerhardt schrieb das Lied während der entbehrungsreichen Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die heute gebräuchliche Melodie stammt von Bartholomäus Gesius, wurde aber durch Johann Georg Ebeling für Gerhardts Text adaptiert.
Das Lied thematisiert das unerschütterliche Vertrauen in die göttliche Vorsehung, selbst wenn die äußeren Umstände hoffnungslos erscheinen: das Bild der „Wolken, Luft und Winde“, denen Gott Bahn und Weg weist, dient als Metapher für das menschliche Leben. Wenn Gott die Naturgewalten lenkt, wird er auch einen „Weg finden“, den der Mensch allein nicht sieht. Ein zentrales Motiv ist dabei das Warten auf den richtigen Zeitpunkt Gottes.
Katholisches Gotteslob: GL 418
Evangelisches Gesangbuch: EG 361
Liedtext:
Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
Der allertreusten Pflege, des, der den Himmel lenkt:
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
Der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.
Dem Herren musst du trauen, wenn dirs soll wohlergehn,
Auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein
Läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.
Paul Gerhardts unerschütterliches Vertrauenslied in einer feinsinnigen Bearbeitung für die Orgel. Erleben Sie, wie die bekannte Melodie auf der Sakralorgel kunstvoll registriert wird.
Bei dir, Jesu, will ich bleiben
Das Kirchenlied „Bei dir, Jesu, will ich bleiben“ aus dem Evangelischen Gesangbuch wurde 1833 von dem lutherischen Theologen Karl Johann Philipp Spitta veröffentlicht. Der Text erschien in seiner überaus erfolgreichen Gedichtsammlung „Psalter und Harfe“ und entwickelte sich schnell zu einem Kernlied der damaligen christlichen Erweckungsbewegung. Biografisch ist das Werk stark von Spittas eigener, tief empfundenen Hinwendung zu einem persönlichen Glauben geprägt. In der ersten Strophe greift der Dichter mit dem Gleichnis vom Weinstock und den Reben ein zentrales Bild aus dem Johannesevangelium der Bibel auf. Der Text formuliert ein radikales und lebenslanges Treueversprechen an Christus, weshalb das Lied bis heute sehr gerne bei Konfirmationen gesungen wird. Die dazugehörige Melodie ist wesentlich älter als die Verse selbst und lässt sich als geistliche Volksweise bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verschmolzen dieser historische Tonsatz und Spittas innige Poesie schließlich zu der heute bekannten, festen Einheit.
Evangelisches Gesangbuch: EG 406
Liedtext:
Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn.
Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft.
Das beliebte Treue- und Konfirmationslied als feinsinniges Stück für die Pfeifenorgel. Zu hören ist eine abwechslungsreiche Choralbearbeitung von Jost Dany.
Bekehre uns, vergib die Sünde
Das Lied basiert auf dem traditionellen lateinischen Bußgesang „Attende Domine“, dessen Melodie aus dem Frankreich des 17. Jahrhunderts stammt. Der andächtige Gesang findet sich heute als Nummer 266 im Stammteil des katholischen Gotteslobs. Seine inhaltlichen Wurzeln liegen in der alten spanisch-mozarabischen Liturgie, während der deutsche Text 1972 von Josef Seuffert verfasst wurde. Aufgrund des nachdenklichen Charakters wird das Stück traditionell in der Fastenzeit angestimmt.
Katholisches Gotteslob: GL 266
Der getragene Bußgesang zur Fastenzeit entfaltet durch die passende Registrierung an der Kirchenorgel seine ganze Tiefe. Hören Sie eine Choralbearbeitung von Grimoaldo Macchia.“
Be Thou my Vision
Die wunderschöne Weise des traditionellen Liedes besitzt eine faszinierende, jahrhundertealte Geschichte. Die Melodie ist eine alte irische Volksweise, die in der Kirchenmusik unter dem Namen „Slane“ bekannt ist. Benannt wurde sie nach dem geschichtsträchtigen Hügel Slane Hill in der Grafschaft Meath, auf dem der heilige Patrick einst im Jahr 433 trotz eines königlichen Verbots mutig das Osterfeuer entzündete. Ursprünglich war die beschwingte Melodie im Volk als weltliche Ballade oder Liebeslied im Umlauf. Erst im Jahr 1919 wurde sie in einem irischen Gesangbuch mit dem christlichen Gebetstext verknüpft, wodurch ihre weltweite Popularität begründet wurde. Der Text selbst basiert auf einem frühmittelalterlichen, irischen Gedicht, das dem Poeten Dallán Forgaill zugeschrieben wird. Im Jahr 1912 formte eine Gelehrte die alten Zeilen schließlich in die bis heute berühmten englischen Liedstrophen. Heute gilt das Stück als eines der beliebtesten geistlichen Lieder im englischsprachigen Raum und fasziniert durch seinen feierlichen Charakter.
Liedtext:
Be Thou my Vision, O Lord of my heart; Naught be all else to me, save that Thou art. Thou my best Thought, by day or by night, Waking or sleeping, Thy presence my light.
Be Thou my Wisdom, and Thou my true Word; I ever with Thee and Thou with me, Lord; Thou my great Father, I Thy true son; Thou in me dwelling, and I with Thee one.
Be Thou my battle Shield, Sword for the fight; Be Thou my Dignity, Thou my Delight; Thou my soul's Shelter, Thou my high Tow’r: Raise Thou me heav’nward, O Pow’r of my pow’r.
Die weltberühmte irische Volksweise ‚Slane‘ als klanggewaltiges Werk für die Sakralorgel – meisterhaft in Szene gesetzt durch eine Komposition von Zsolt Gárdonyi.
Bewahre uns, Gott
Das Lied „Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott“ ist eines der populärsten modernen geistlichen Lieder. Die Melodie ist eine argentinische Volksweise („La Paz esté con vosotros“). Das Lied ist ein klassisches Reisesegen-Lied, wird aber heute universell als Segenslied am Ende von Gottesdiensten, Taufen oder Hochzeiten eingesetzt. Die Strophen bitten um Bewahrung „auf unseren Wegen“, aber auch in emotionalen und existenziellen Situationen. Ein zentrales Motiv ist die Bitte, dass Gott uns „Licht“ und „Halt“ gibt, wenn wir uns einsam oder unsicher fühlen.
Katholisches Gotteslob: GL 453
Evangelisches Gesangbuch: EG 171
Liedtext:
Aus urheberrechtlichen Gründen darf der Liedtext nicht veröffentlicht werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Das populäre Segenslied getragen von jazzigen Orgelklängen. Erleben Sie eine zeitgenössische Choralbearbeitung für Kirchenorgel von Liselotte Kunkel.
Bleib bei mir, Herr
„Abide with me“ ist ein weltweit berühmtes Kirchenlied, das im 19. Jahrhundert von dem schottischen Pfarrer Henry Francis Lyte kurz vor seinem Tod verfasst wurde. Angesichts seiner eigenen schweren Erkrankung schrieb er die Zeilen als zutiefst persönliches Gebet in der Gewissheit des nahenden Lebensendes. Die heute untrennbar mit dem Text verbundene, trostspendende Melodie komponierte der englische Organist William Henry Monk wenige Jahre später. Im deutschen Sprachraum ist das Werk durch die kongeniale Übersetzung „Bleib bei mir, Herr“ zu einem festen Bestandteil des geistlichen Liedguts geworden. Die zentrale Aussage greift die biblische Bitte der Emmaus-Jünger auf, in der Dunkelheit und Not nicht allein gelassen zu werden. Dabei symbolisiert der hereinbrechende Abend sowohl das Ende eines Tages als auch das Sterben und die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. Das Lied spendet bis heute Hoffnung, indem es die Angst vor dem Tod und der Einsamkeit in ein radikales, unerschütterliches Gottvertrauen verwandelt.
Evangelisches Gesangbuch: EG 488
Liedtext:
Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein.
Es kommt die Nacht, die Finsternis fällt ein.
Wo fänd ich Trost, wärst du mein Gott nicht hier?
Hilf dem, der hilflos ist: Herr, bleib bei mir!
Wie bald verebbt der Tag, das Leben weicht,
die Lust verglimmt, der Erdenruhm verbleicht;
umringt von Fall und Wandel leben wir.
Unwandelbar bist du: Herr, bleib bei mir!
Ich brauch zu jeder Stund dein Nahesein,
denn des Versuchers Macht brichst du allein.
Wer hilft mir sonst, wenn ich den Halt verlier?
In Licht und Dunkelheit, Herr, bleib bei mir!
Die deutsche Fassung des weltberühmten ‚Abide with me‘ eingespielt an der dreimanualigen Gloria-Orgel. Zu hören ist eine feierliche Orgel-Fassung von Franz Reithmeier.
Bleib bei uns, Herr
Siehe: Bleib bei mir, Herr
Katholisches Gotteslob: GL 94
Dieses liturgische Abendlied (bekannt aus dem katholischen Gotteslob) präsentiere ich Ihnen in einer einfühlsamen Bearbeitung für die Orgel von Franz Reithmeier.
Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit
Siehe: Bleib bei mir, Herr
Katholisches Gotteslob: GL 325
Bring a Torch
Das Lied „Bring a Torch, Jeannette, Isabella“ (französisch: Un flambeau, Jeannette, Isabelle) ist ein traditionelles Weihnachtslied, das aus Provence stammt. Die Melodie entstand vermutlich bereits im 14. Jahrhundert als Tanzmusik. Jeannette und Isabella sind zwei Mägde, die das schlafende Jesuskind im Stall entdecken. Sie laufen ins Dorf, um die Nachricht zu verbreiten, und rufen die Leute dazu auf, mit Fackeln (Un flambeau) herbeizueilen, um den Stall zu erleuchten.
Liedtext:
Bring a torch, Jeannette, Isabella!
Bring a torch, to the cradle run!
Christ is born, good folk of the village;
Ah! Ah! Beautiful is the Mother!
Ah! Ah! Beautiful is the Child!
It is wrong when the Child is sleeping,
It is wrong to talk so loud;
Silence, now, as you gather round,
Lest you awaken Jesus;
Hush! Hush! See how fast He sleeps!
Das traditionelle französische Weihnachtslied als fröhliches und rhythmisches Stück für die Kirchenorgel – eingespielt als ‚Voluntary on French Carols‘ von Michael Helman.
Bunessan
Die weltberühmte Weise „Bunessan“ hat ihre Wurzeln als traditionelle schottisch-gälische Volksmelodie. Benannt wurde das Stück nach dem kleinen, idyllischen Dorf Bunessan auf der schottischen Isle of Mull. Ursprünglich diente die eingängige Melodie im neunzehnten Jahrhundert als Untermalung für ein gälisches Weihnachtslied. Im Jahr 1931 verfasste die englische Dichterin Eleanor Farjeon dann einen neuen Text speziell für diese rhythmischen Klänge. Durch diese Kombination entstand das weltbekannte christliche Dankeslied „Morning Has Broken“. Der internationale Durchbruch gelang der Melodie schließlich in den siebziger Jahren durch die Pop-Interpretation von Cat Stevens. Heute gilt „Bunessan“ als eine der bekanntesten und beliebtesten Hymnen-Melodien der modernen Kirchenmusik.
Hören Sie nun eine Bearbeitung der gälischen Weise von Michael Burkhardt, gespielt von Michael Blessing.
Praise and Thanksgiving "Morning has broken"
Komponist: Michael Burkhardt
Literatur: Praise and Thanksgiving: Hymn Improvisations Set 4