Choräle und Melodien
Index O
Entdecken Sie Melodien und Choräle, die mit dem Buchstaben O beginnen. Die angebotenen Musik-Videos sind Interpretationen des Kirchenmusikers Michael Blessing: Sie können finden diese auch auf YouTube und dem Kanal Orgelwerkstatt
Übersicht
O Christ, Who Art the Light and Day
O Heiland, reiß die Himmel auf
O Heilger Geist, kehr bei uns ein
O Bethlehem, du kleine Stadt
Beschreibung
Die traditionelle englische Weise Forest Green wurde im Dezember 1903 von dem Komponisten Ralph Vaughan Williams in der Grafschaft Surrey aufgezeichnet. Er übernahm die Melodie von einem lokalen Landarbeiter und arrangierte sie kurz darauf für das englische Kirchengesangbuch. Im englischsprachigen Raum, insbesondere in Großbritannien, entwickelte sich das Stück rasch zur Standardmelodie für das weltbekannte Weihnachtslied O Little Town of Bethlehem. Im deutschen Sprachraum ist diese eingängige Musik eng mit dem Kirchenlied "O Bethlehem, du kleine Stadt" verknüpft, welches eine direkte Übersetzung des englischen Originals darstellt. Durch diese Adaption fand die ursprüngliche Volksweise auch Eingang in viele deutsche Liederbücher und bereichert seither die hiesige Weihnachtstradition. Die schlichte und zugleich feierliche Melodieführung verleiht dem deutschen Text über die Geburt Christi eine besonders besinnliche Atmosphäre.
Musikvideos
Erleben Sie die weihnachtliche Stimmung mit einem meditativen Komposition von Dan Forrest:
O Christ, who art the light and day
Beschreibung
Der Text basiert auf dem altkirchlichen, lateinischen Abendgottesdienst-Hymnus „Christe, qui lux es et dies“ aus dem 6. Jahrhundert. Für das moderne lutherische Gesangbuch wurde das Werk mit der mittelalterlichen, einstimmigen Gregorianik-Melodie Conditor alme siderum unterlegt. Inhaltlich fleht die Hymne in sieben Strophen um den göttlichen Beistand und den Schutz der Engel in den Stunden der Dunkelheit. Die Gläubigen bitten Christus, das wahre Licht der Welt, ihre Herzen auch im Schlaf für Gott wachzuhalten und sie vor den Versuchungen der Nacht zu bewahren. Liturgisch ist dieses Lied fest im Bereich des täglichen Abendgebetes verankert. Durch seine schlichte, unharmonisierte Plainchant-Weise entfaltet das Stück eine besonders meditative und beruhigende Atmosphäre zum Tagesausklang.
Gesangbücher
LSB 882
LSB 351 "Creator of the Stars of Night"
GL 230 "Gott, heilger Schöpfer aller Stern"
EG 3 "Gott, heilger Schöpfer aller Stern"
Liedtext
O Christ, who art the light and day,
Thou drivest night and gloom away;
O Light of Light, whose Word doth show
the light of heav'n to us below.
All-holy Lord, in humble prayer
we ask tonight Thy watchful care.
O grant us calm repose in Thee,
a quiet night, from perils free.
Musikvideos
O come, all ye faithful
Beschreibung
Der Text geht auf den lateinischen Hymnus „Adeste fideles“ zurück, dessen Urheberschaft meist dem englischen Laienmusiker John Francis Wade im 18. Jahrhundert zugeschrieben wird. Gesungen wird das Stück zur feierlichen und majestätischen Melodie Adeste fideles, die ebenfalls von Wade komponiert oder zumindest arrangiert wurde. Inhaltlich lädt das Lied die Gläubigen voller Freude dazu ein, im Geist nach Bethlehem zu eilen und das neugeborene Christuskind, den König der Engel, anzubeten. Die Strophen entfalten eine tiefe weihnachtliche Theologie, indem sie Christus als Gott von Gott und Licht vom Licht preisen, der für die Menschheit Fleisch angenommen hat. Im lutherischen Gottesdienst gehört diese Hymne zu den absoluten Höhepunkten der Christmette und des Weihnachtsmorgens, wo sie oft mit festlichen Überchören und Bläsersätzen dargeboten wird. Dank des triumphalen Charakters der Musik und der eingängigen Aufforderung zum Lobpreis ist das Werk weltweit zu einem der prägendsten musikalischen Symbole der Weihnachtszeit geworden.
Gesangbücher
LSB 379 "O come, all ye faithful"
GL 242 "Adeste fideles"
GL 241 "Nun freut euch, ihr Christen"
EG 544 "Nun freut euch, ihr Christen"
EG 45 "Herbei, o ihr Gläub'gen"
Liedtext
O come, all ye faithful,
joyful and triumphant!
O come ye, O come ye to Bethlehem;
Come and behold Him
Born the king of angels:
O come, let us adore Him,
O come, let us adore Him,
O come, let us adore Him,
Christ the Lord!
Highest, most holy,
Light of Light eternal,
Born of a virgin, a mortal He comes;
Son of the Father
Now in flesh appearing!
O come, let us adore Him,
O come, let us adore Him,
O come, let us adore Him,
Christ the Lord!
Musikvideos
Der berühmte Weihnachtshymnus entfaltet an der Orgel vollen Glanz – zu hören in abwechslungsreichen Einspielungen und Fest-Fantasien von Hans-André Stamm, Lambert Kleesattel und Michael Helman. Diese finden Sie unter der Melodie "Adeste fideles".
O Come, O Come, Emmanuel
Beschreibung
Das weltweit geschätzte Adventslied O Come, O Come, Emmanuel basiert textlich auf den antiken O-Antiphonen der vorweihnachtlichen Liturgie aus dem ersten Jahrtausend. Seine heutige Form geht auf ein lateinisches Gedicht zurück, das im Jahr 1710 in einem Kölner Gesangbuch gedruckt wurde. Der englische Gelehrte John Mason Neale entdeckte diesen Text im 19. Jahrhundert und übersetzte ihn in die bis heute gebräuchliche englische Fassung. Für den Gesang spürte Neale zudem in einem französischen Manuskript des 15. Jahrhunderts eine mittelalterliche Melodie auf, die ursprünglich als Begräbnisgesang gedient hatte. Diese getragene Weise verleiht dem Lied seinen unverkennbar mystischen und erwartungsvollen Charakter. Im deutschsprachigen Raum ist dieselbe Melodie vor allem durch den adventlichen Choral "Herr, send herab uns deinen Sohn" tief in der kirchlichen Tradition verwurzelt. Bis heute schlägt das Lied in seinen sieben Strophen eine kunstvolle Brücke zwischen altkirchlicher Liturgie, mittelalterlicher Mystik und moderner Gemeindepraxis.
Gesangbücher
LSB 357
EG 19 "O komm, o komm, du Morgenstern"
GL 222 "Herr, send herab uns deinen Sohn"
Liedtext
O Come, O come, Emmanuel
and ransom captive Israel,
that mourns in lonely exil here
until the Son of God appear.
Rejoice! Rejoice! Emmanuel
shall come to thee, O Israel!
O come, Thou Wisdom from on high,
who ord'rest all things mightily;
to us the path of knowledge show,
and teach us in her ways to go.
Rejoice! Rejoice! Emmanuel
shall come to thee, O Israel!
Musikvideos
Bereiten Sie sich musikalisch auf die sieben Tage vor Weihnachten vor:
O du fröhliche, O du selige
Beschreibung
Das Weihnachtslied „O du fröhliche“ gehört zu den bekanntesten Kulturgütern der Weihnachtszeit und wird traditionell am Ende der Christmette oder am Heiligabend gesungen. Die erste Strophe wurde von Johannes Daniel Falk (1768–1826) verfasst. Falk, ein Zeitgenosse Goethes in Weimar, schrieb das Lied ursprünglich als „Allerdreifeiertagslied“ für die Kinder seines Rettungshauses. Er wollte damit die drei Hauptfeste (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) feiern. Da Falk nur die erste Strophe für Weihnachten vorgesehen hatte, fügte sein Gehilfe Heinrich Holzschuher im Jahr 1826 die heute bekannten zweiten und dritten Strophen hinzu, um ein reines Weihnachtslied daraus zu machen. Die Weise stammt von dem sizilianischen Fischerlied „O Sanctissima“ (O du allerheiligste). Das Lied zeichnet sich durch seinen jubelnden, hymnischen Charakter aus: das Lied ist eine direkte Aufforderung an die „Christenheit“, sich über das Heilsereignis zu freuen.
Gesangbücher
GL 238
EG 44
Liedtext
O du fröhliche, O du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ward geboren:
Freue, freue dich, O Christenheit!
O du fröhliche, O du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, O Christenheit!
O du fröhliche, O du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
Freue, freue dich, O Christenheit!
Musikvideos
Fest-Fantasie
Komponist: Lambert Kleesattel
Literatur: In dulci jubilo - 20 Orgel-Festfantasien über Advents- und Weihnachtslieder
O Haupt voll Blut und Wunden
Beschreibung
Das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ gilt als eines der bedeutendsten Passionslieder der Weltliteratur und ist ein Kernstück des christlichen Kulturguts. Der Text basiert auf dem mittelalterlichen Hymnus „Salve mundi salutare“, der dem Zisterzienserabt Arnulf von Löwen (um 1200–1250) zugeschrieben wird. Das Original ist ein Zyklus, der die verschiedenen Körperteile des gekreuzigten Christus grüßt. Die heute weltbekannte Nachdichtung stammt von Paul Gerhardt aus dem Jahr 1656. Er übertrug den Teil „Ad faciem“ (An das Angesicht) in zehn innige deutsche Strophen. Die Weise wurde 1601 von Hans Leo Haßler komponiert – ursprünglich für ein weltliches Liebeslied („Mein G’müt ist mir verwirret“). Johann Crüger adaptierte sie 1656 für Gerhardts Passionslied. Das Lied beschreibt in barocker Bildersprache das Leiden Jesu am Kreuz aus einer sehr persönlichen, mitleidenden Perspektive. Der Betrachter blickt auf das entstellte Antlitz Jesu und erkennt darin das Opfer für die eigene Schuld. Die letzte Strophe („Wenn ich einmal soll scheiden“) ist eines der am häufigsten zitierten Gebete für die Sterbestunde. Es bittet darum, dass das Bild des Gekreuzigten dem Sterbenden vor Augen steht.
Gesangbücher
EG 85
GL 289
EG 529 "Ich bin ein Gast auf Erden"
EG 531 "Noch kann ich es nicht fassen"
LSB 449/450 "O Sacred Head, Now Wounded"
Liedtext
O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn,
O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron;
O Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr' und Zier,
Jetzt aber frech verhöhnet: Gegrüßet sei'st du mir!
Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last;
ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat.
Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad.
Musikvideos
O little town of Bethlehem
Beschreibung
Die traditionelle englische Weise Forest Green wurde im Dezember 1903 von dem Komponisten Ralph Vaughan Williams in der Grafschaft Surrey aufgezeichnet. Er übernahm die Melodie von einem lokalen Landarbeiter und arrangierte sie kurz darauf für das englische Kirchengesangbuch. Im englischsprachigen Raum, insbesondere in Großbritannien, entwickelte sich das Stück rasch zur Standardmelodie für das weltbekannte Weihnachtslied O Little Town of Bethlehem. Im deutschen Sprachraum ist diese eingängige Musik eng mit dem Kirchenlied "O Bethlehem, du kleine Stadt" verknüpft, welches eine direkte Übersetzung des englischen Originals darstellt. Durch diese Adaption fand die ursprüngliche Volksweise auch Eingang in viele deutsche Liederbücher und bereichert seither die hiesige Weihnachtstradition. Die schlichte und zugleich feierliche Melodieführung verleiht dem deutschen Text über die Geburt Christi eine besonders besinnliche Atmosphäre.
Gesangbücher
Die Melodie im LSB 361 entspricht nicht Forest Green.
Liedtext
O little town of Bethlehem,
how still we see thee lie!
Above thy deep and dreamless sleep
the silent stars go by;
yet in thy dark streets shineth
the everlasting light.
The hopes and fears of all the years
are met in thee tonight.
How silently, how silently
the wondrous gift is giv'n!
So God imparts to human hearts
the blessings of His heav'n.
No ear my hear His coming;
but in this world of sin,
where meek souls will receive Him, still
the dear Christ enters in.
Musikvideos
Erleben Sie die weihnachtliche Stimmung mit einem meditativen Komposition von Dan Forrest:
O Heiland, reiß die Himmel auf
Beschreibung
Das Lied „O Heiland, reiß die Himmel auf“ ist ein sehr bildstarkes Adventslieder. Der Text stammt von dem Jesuitenpater Friedrich Spee von Langenfeld. Der Text wurde erstmals 1622 in einer Würzburger Liedersammlung veröffentlicht. Spee schrieb das Lied in einer Zeit massiver Not durch Pandemien und den Dreißigjährigen Krieg. Die heute kongeniale und charakteristische Melodie im dorischen Modus erschien erstmals 1666 im Rheinfelsischen Gesangbuch („Das Allerschönste Kind der Welt“). Der Text ist eine lyrische Paraphrase biblischer Sehnsuchtsrufe: die zentrale Zeile bezieht sich auf Jesaja 63,19: „O dass du den Himmel zerrissest und führest herab“. Er greift zudem das Motiv von Jesaja 45,8 auf: „Tauet, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten“ (lateinisch: Rorate caeli). Das Lied zeichnet sich außerdem durch eine radikale, fast verzweifelte Bildsprache aus: anders als friedliche Weihnachtslieder ist dies ein Schrei nach Gottes Eingreifen in eine dunkle Welt (das „Jammertal“).
Gesangbücher
GL 231
EG 7
Liedtext
O Heiland, reiß die Himmel auf,
Herab, herab, vom Himmel lauf,
Reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
Reiß ab, wo Schloß und Riegel für!
O Gott, ein' Tau vom Himmel gieß,
im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
den König über Jakobs Haus.
O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,
daß Berg und Tal grün alles werd.
O Erd, herfür dies Blümlein bring,
O Heiland, aus der Erden spring.
Musikvideos
Fest-Fantasie
Komponist: Lambert Kleesattel
Literatur: In dulci jubilo - 20 Orgel-Festfantasien über Advents- und Weihnachtslieder
O Heilger Geist, kehr bei uns ein
Beschreibung
Das Lied O Heilger Geist, kehr bei uns ein von Michael Schirmer aus dem Jahr 1640 gehört zu den bekanntesten Pfingstliedern des Evangelischen Gesangbuchs. Inmitten der Zerstörungen und des Leids des Dreißigjährigen Krieges schuf der Berliner Rektor diesen Trost spendenden Text als dringliche Bitte um den Beistand des Göttlichen Geistes. Für den Gesang griffen die Gläubigen auf die bereits etablierte und überaus beliebte Melodie "Wie schön leuchtet der Morgenstern" von Philipp Nicolai aus dem Jahr 1599 zurück. Diese festliche und majestätische Weise, die ursprünglich für ein Epiphanias-Lied komponiert wurde, verleiht Schirmers Pfingstbitte einen besonders feierlichen Charakter. Die kunstvolle Verknüpfung von barocker Dichtkunst und spätrenaissancemodener Musiksprache sorgt bis heute für eine tiefe emotionale Wirkung im Gottesdienst. Über die Jahrhunderte hinweg blieb das Werk in seiner siebenstrophigen Form ein fester und unverzichtbarer Bestandteil der protestantischen Liedertradition. So verbindet das Lied bis in die Gegenwart hinein die österliche Freude mit der Bitte um geistliche Erneuerung und inneren Frieden.
Gesangbücher
EG 130
EG 70 "Wie schön leuchtet der Morgenstern"
EG 585 "Kommt her, ihr Christen, voller Freud" (Regionalteil Bayern/Thüringen)
GL 357 "Wie schön leuchtet der Morgenstern"
LSB 488 "He Is Arisen! Glorious Word"
Liedtext
O Heilger Geist, kehr bei uns ein
und lass uns deine Wohnung sein,
o komm, du Herzenssonne!
Du Himmelslicht, lass deinen Schein
bei uns und in uns kräftig sein
zu steter Freud und Wonne.
Sonne, Wonne, himmlisch Leben
willst du geben,
wenn wir beten;
zu dir kommen wir getreten.
Du Quell, draus alle Weisheit fließt,
die sich in fromme Seelen gießt;
laß deinen Trost uns hören,
daß wir in Glaubenseinigkeit
auch hören alle Christenheit
dein wahres Zeugnis lehren.
Höre, lehre, daß wir können
Herz und Sinnen
dir ergeben,
dir zum Lob und uns zum Leben.
Musikvideos
Choralvorspiel
Komponist: Hans-André Stamm
Literatur: 20 Choralvorspiele für die Advents- und Weihnachtszeit
O Herr, nimm unsre Schuld
Beschreibung
Das Lied „O Herr, nimm unsre Schuld“ ist ein ökumenisches Beicht- und Bußlied. Text und Melodie stammen beide von Hans-Georg Lotz (1934–2001). Das Lied thematisiert das persönliche und gemeinschaftliche Versagen vor Gott und den Mitmenschen: ein zentrales Motiv ist die Überwindung von Trennung („den Weg zum andern finden“). Das Lied drückt die Zuversicht aus, dass Gott trotz menschlicher Not und Finsternis nahe ist. Aufgrund seines Inhalts wird es im Kirchenjahr bevorzugt in folgenden Kontexten eingesetzt:
- Fastenzeit (österliche Bußzeit): Als Lied zur Besinnung und Umkehr.
- Bußgottesdienste und Beichte: Es dient als Vorbereitung oder Antwort auf das Schuldbekenntnis.
- Aschermittwoch
Gesangbücher
GL 273
EG 235
Musikvideos
O komm, o komm du Morgenstern
Beschreibung
Das bekannte Adventslied O komm, o komm, du Morgenstern greift inhaltlich auf die altkirchlichen O-Antiphonen zurück, die seit Jahrhunderten die Tage vor dem Weihnachtsfest prägen. Seine sprachliche Struktur verdankt das Werk einem lateinischen Gedicht, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts in einer Kölner Liedsammlung publiziert wurde. Im Jahr 1975 schuf der evangelische Theologe Otmar Schulz eine moderne deutsche Nachdichtung dieses jahrhundertealten Rufs nach dem Erlöser. Gesungen wird der Choral auf der unverkennbaren, getragenen Weise mit dem Namen VENI EMMANUEL. Diese historische Tonschöpfung lässt sich bis auf ein französisches Manuskript aus dem 15. Jahrhundert zurückverfolgen und verströmt eine zutiefst mystische Atmosphäre. Durch die Kombination des zeitgenössischen Textes mit der mittelalterlichen Melodie entfaltet das Lied im adventlichen Gottesdienst eine ganz besondere emotionale Tiefe. In seinen heute fünf Strophen verbindet das ökumenisch geschätzte Werk eindrucksvoll die biblische Prophetie mit der vorweihnachtlichen Sehnsucht moderner Gemeinden.
Gesangbücher
EG 19
LSB 357 "O Come, O Come Emmanuel"
GL 222 "Herr, send herab uns deinen Sohn"
Musikvideos
O Licht der wunderbaren Nacht
Beschreibung
Das festliche Kirchenlied O Licht der wunderbaren Nacht gehört zu den zentralen Gesängen der katholischen Liturgie während der Osterzeit. Der bekannte Textdichter Georg Thurmair schuf die ausdrucksstarken deutschen Strophen im Jahr 1963, um das theologische Geheimnis der Auferstehung sprachlich zu fassen. Inhaltlich lehnt sich das Werk eng an den altkirchlichen Lobpreis des Osterlichts und das feierliche Exsultet der Osternacht an. Die getragene Tonschöpfung lässt sich bis auf ein Mainzer Brevier aus dem Jahr 1390 zurückverfolgen. Diese jahrhundertealte, vom Gregorianischen Choral geprägte Weise verleiht dem Lied im Gottesdienst einen zutiefst mystischen und erhabenen Charakter. In seinen vier Strophen verbindet das ökumenisch geschätzte Werk eindrucksvoll das Symbol der brennenden Osterkerze mit der christlichen Hoffnung auf den Sieg über den Tod.
Gesangbücher
GL 334
GL 778 "Nun freue dich, du Christenheit"
EG 342 "Es ist das Heil uns kommen her"
LSB 601 "All Who Believe and Are Baptized"
Musikvideos
Once in Royal David's City
Beschreibung
Der Text wurde im 19. Jahrhundert von der irischen Dichterin Cecil Frances Alexander verfasst und ursprünglich als Lehrgedicht für Kinder geschrieben, um ihnen die Menschwerdung Gottes näherzubringen. Die heute untrennbar mit dem Lied verbundene Melodie namens Irby stammt von dem englischen Komponisten Henry John Gauntlett, der sie kurz nach der Veröffentlichung des Textes komponierte. Die Hymne erzählt auf berührende Weise von der Geburt Jesu Christi in der bescheidenen Krippe von Bethlehem und betont seine tiefe Verbundenheit mit den Armen und Schwachen. Besonders bekannt ist das Stück durch die britische Tradition des Festival of Nine Lessons and Carols am King's College in Cambridge, wo es traditionell jedes Jahr den festlichen Weihnachtsgottesdienst eröffnet. Im lutherischen Gesangbuch der Gegenwart dient das Lied dazu, die Gemeinde in der Weihnachtszeit gleichermaßen an die historische Demut der Geburt Christi wie auch an seine himmlische Herrlichkeit zu erinnern. Durch die eingängige, getragene Tonschöpfung und die theologische Tiefe hat das Werk längst seinen festen Platz im gottesdienstlichen Kernrepertoire Nordamerikas eingenommen.
Gesangbücher
LSB 376
Liedtext
Once in royal David's city
stood a lowly cattle shed,
where a mother laid her baby
in a manger for His bed;
Mary was that mother mild,
Jesus Christ her little child.
He came down to earth from heaven,
who is God and Lord of all,
and His shelter was a stable,
and His cradle was a stall;
With the poor and mean and lowly
lived on earth our Savior holy.
Musikvideos
Geniessen Sie eine Bearbeitung für Orgel von Anna Laura Page über dieses Weihnachts-Lied:
Orientis partibus
Beschreibung
Das charmante Weihnachtslied blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück, die bis in das französische Mittelalter des zwölften Jahrhunderts reicht. Die beschwingte Melodie ist tief in der Liturgie verwurzelt und begleitete damals unter dem lateinischen Titel „Orientis partibus“ ein historisches Fest zu Ehren des Esels der Heiligen Familie. Über die Jahrhunderte wandelte sich der feierliche Prozessionsgesang zu einem berührenden Weihnachtslied für Kinder, das heute vor allem im englischsprachigen Raum immense Popularität genießt. Im zwanzigsten Jahrhundert verfasste ein amerikanischer Gelehrter dazu den modernen englischen Text mit dem Titel „The Friendly Beasts“. Die Strophen erzählen auf poetische Weise aus der Perspektive der Tiere im Stall – wie Esel, Kuh und Schaf –, welche liebevollen Gaben sie dem neugeborenen Jesuskind darbringen. Durch die Verbindung einer mittelalterlichen Weise mit dieser unschuldigen Erzählung entstand ein zeitloses Kunstwerk, das die Demut der Weihnachtsnacht eindringlich spürbar macht.
Gesangbücher
LSB 469 "Christ the Lord is Risen Today"
Liedtext
Jesus, our brother, kind and good,
was humbly born in a stable rude,
and the friendly beasts around him stood;
Jesus, our brother, kind and good.
"I," said the donkey, shaggy and brown,
"I carried his mother uphill and down;
I carried his mother to Bethlehem town.
I," said the donkey, shaggy and brown.
"I," said the cow, all white and red,
"I gave him my manger for his bed,
I gave him my hay to pillow his head.
I," said the, cow all white and red.
Musikvideos
Hören Sie eine Bearbeitung für Orgel von J. Wayne Kerr über dieses Lied:
Nun schreib ins Buch des Lebens
Beschreibung
Das Tauf- und Konfirmationslied „Nun schreib ins Buch des Lebens“ ist ein kurzes, vertrauensvolles Gebet für den Lebens- und Glaubensweg junger Menschen. Inhaltlich beginnt die erste Strophe mit der dringenden Bitte an Gott, die Namen der ihm zugeführten Kinder unverlierbar in sein himmlisches Buch einzutragen. Damit wird ausgedrückt, dass die menschliche Existenz und die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft unter dem ewigen Schutz des Schöpfers stehen sollen. Die zweite Strophe wandelt sich zu einem Erziehungs- und Bewahrungsgebet, das darum fleht, Gottes Wort tief im Herzen der Heranwachsenden zu verankern. Diese geistliche Orientierung soll den jungen Menschen als innerer Kompass dienen, der sie vor Irrwegen schützt und sie befähigt, Gott sowohl in glücklichen Tagen als auch in Zeiten des Leidens treu zu dienen. In der dritten Strophe wendet sich der Text direkt an Jesus Christus, indem er ihn mit den biblischen Attributen als Weg, Wahrheit und Leben preist.
Gesangbücher
EG 207
Liedtext
Nun schreib ins Buch des Lebens,
Herr, ihre Namen ein,
und laß sie nicht vergebens
dir zugeführet sein.
Ach präge jedem Kinde
dein Wort recht tief ins Herz,
daß es, bewahrt vor Sünde,
dir dien in Freud und Schmerz.
Musikvideos
Die zahlreichen Musikvideos zu diesem Lied finden Sie unter "Ach bleib mit deiner Gnade".
Nun singet und seid froh
Beschreibung
Das traditionsreiche Weihnachtslied „Nun singet und seid froh“ (lateinischer Ursprungstitel In dulci jubilo) ist ein mitreißender, aus dem Spätmittelalter stammender Jubelruf über die Menschwerdung Gottes. Inhaltlich lädt die erste Strophe die gesamte Christenheit dazu ein, voller Freude den Retter der Welt zu besingen, der als das wahre Herzenswonne-Kind in einer armen Krippe liegt und wie die Sonne im Schoß der Mutter Maria leuchtet. Die zweite Strophe wendet sich in einer tiefen, persönlichen Sehnsucht direkt an das neugeborene Jesuskind und fleht um seinen göttlichen Trost für die von Sünde beschwerte menschliche Seele. In dieser liebevollen Zuwendung wird Jesus als der milde Mittler angerufen, dessen Gnade die Herzen der Gläubigen von aller irdischen Not und geistlichen Last befreien soll. Die dritte Strophe rückt das Erlösungswerk ins Zentrum, indem sie die unendliche Liebe des himmlischen Vaters preist, der durch den Opfertod seines Sohnes die verlorene Menschheit aus tiefstem Elend errettet hat. Durch diesen Sieg über den Tod wird den Gläubigen das Himmelreich aufgeschlossen und der Weg zur ewigen Gemeinschaft mit Gott bereitet.
Gesangbücher
EG 35
GL 253 "In dulci jubilo"
LSB 386 "Now sing we, now rejoice"
Andere Texte: "Good Christians Friends, Rejoice!"
Musikvideos
Die Musikvideos finden Sie unter dem Choral "In dulci jubilo".
Nun singt ein neues Lied dem Herren
Beschreibung
Das Psalmlied „Nun singt ein neues Lied dem Herren“ aus der Feder des katholischen Dichters Georg Thurmair ist eine feierliche Nachdichtung von Psalm 98, die zum weltweiten Lobpreis einlädt. Das Lied weitet den Blick über die Menschheit hinaus, indem es auch die Meere, die Berge und die gesamte lebendige Schöpfung dazu einlädt, das göttliche Heil kundzutun und Gott als König zu schauen. Durch diese universelle Perspektive wird verdeutlicht, dass die gesamte Welt im gemeinsamen Jubelschall vereint ist und in der Anbetung des Schöpfers ihre Bestimmung findet. Getragen von der ehrwürdigen Genfer Psalmmelodie aus dem 16. Jahrhundert, transportiert der Text eine unbändige, zeitlose Freude über Gottes rettende Macht.
Gesangbücher
GL 551
GL 385 "Nun saget Dank und lobt den Herren"
EG 294 "Nun saget Dank und lobt den Herren"
LSB 792 "New songs of celebration render"
LSB 600 "Mark how the Lamb of God's self-off'ring"
LSB 652 "Father, we thank Thee who hast planted"
EG 250 "Ich lobe dich von ganzer Seelen"
EG 279 "Jauchzt, alle Lande, Gott zu Ehren"
Musikvideos
Die Musikvideos finden Sie unter dem Choral "Nun saget Dank und lobt den Herren".
Nyt Ylös sieluni
Beschreibung
Der Melodiename NYT YLÖS SIELUNI bezeichnet eine geistliche Volksweise aus Finnland aus der Region Kalanti stammt. Durch Einwanderer und internationale Gesangbücher gelangte die Melodie in den englischsprachigen Raum und wird dort häufig mit Texten wie „Arise, My Soul, Arise!“ gesungen. Die Melodie steht meist in modalen Tonarten und weist einen melancholischen, aber dennoch kraftvollen, typisch nordischen Charakter auf.
Musikvideos
Hymn Improvisation
Komponist: Michael Burkhardt
Literatur: Praise and Thanksgiving (Hymn Improvisations Set 6)