Mache dich, mein Geist, bereit

Beschreibung

Das Kirchenlied „Mache dich, mein Geist, bereit“ von Johann Burchard Freystein aus dem Jahr 1695 gilt als ein bedeutendes Werk des lutherischen Pietismus. Der Text basiert auf der biblischen Mahnung Jesu, wachsam zu bleiben und unaufhörlich zu beten, um nicht in Versuchung zu geraten. In den Strophen fordert sich der Gläubige selbst dazu auf, die geistliche Trägheit zu überwinden und dem Ansturm des Bösen aktiv zu widerstehen. Die heute gebräuchliche Melodie entwickelte sich Ende des 17. Jahrhunderts aus älteren geistlichen Weisen zu ihrer heutigen festen Form. Genau diese Weise verbindet das Lied eng mit dem katholischen Gesangbuch, wo dieselbe Melodie für den Text „Herr, ich bin dein Eigentum“ genutzt wird. Der evangelische Text ist traditionell der Rubrik für das Gebet sowie dem Ende des Kirchenjahres zugeordnet. Bis heute erinnert das Lied im Gottesdienst nachdrücklich an die Notwendigkeit einer wachen und innerlich gefestigten Glaubenspraxis im Alltag.

 

Gesangbücher

EG 387

GL 435 "Herr ich bin dein Eigentum"

LSB 663 "Rise, my Soul, to Watch and Pray"

 

Liedtext

Mache dich, mein Geist, bereit, 
wache, fleh und bete,
damit nicht die böse Zeit
unverhofft eintrete;
denn es ist Satans List
über viele Frommen
zur Versuchung kommen.

Aber wache erst recht auf
von dem Sündenschlafe;
denn es folget sonst darauf
eine lange Strafe,
und die Not samt dem Tod
möchte dich in Sünden
unvermutet findet.

 

Musikvideos


 

Choralbearbeitung

Komponist: Franz Reithmeier
Literatur: Choralbearbeitungen Band 1

Macht hoch die Tür

Beschreibung

Das Lied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ ist eines der populärsten Adventslieder und eröffnet in den meisten Gemeinden die Adventszeit. Georg Weissel verfasste den Text im Jahr 1623. Er schrieb es anlässlich der Einweihung der neu errichteten Altroßgärtner Kirche in Königsberg am 2. Adventssonntag. Die heute bekannte Weise erschien erstmals im Preußischen Festlieder-Buch (Elbing 1642). Sie wird oft Johann Stobäus zugeschrieben, basiert aber vermutlich auf einer älteren Volksweise oder wurde von Weissel selbst mitbeeinflusst. Der Text ist eine prachtvolle Auslegung von Psalm 24 („Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe“). Das Lied bezieht sich historisch auf den Einzug Jesu in Jerusalem (Palmsonntag), wird aber im Advent als Bild für das Ankommen Gottes in der Welt und im menschlichen Herzen verstanden. Die fünf Strophen beschreiben verschiedene Aspekte des „Königs“: Er ist ein Helfer, sanftmütig, ein Bringer von Heil und Licht.

 

Gesangbücher

GL 218
EG 1

 

Liedtext

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt;
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Schöpfer reich von Rat.

Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
Sein Königskron ist Heiligkeit,
Sein Zepter ist Barmherzigkeit;
All unsre Not zum End er bringt,
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Heiland groß von Tat.

 

Musikvideos

 

Andachts-Walzer in Gedenken an J. Strauß

Komponist: Thomas Riegler
Literatur: S(w)inget dem Herrn ein neues Lied

Choralvorspiel

Komponist: Robert Jones
Literatur: Adeste fideles "Organ works 4"

Präludium

Komponist: Dieter Blum
Literatur: Orgelstücke zum Gotteslob Band 1

Trio

Komponist: Markus Epp
Literatur: Steglitzer Orgelbüchlein

Maria, breit den Mantel aus

Beschreibung

Das Lied „Maria, breit den Mantel aus“ ist eines der populärsten katholischen Marienlieder. Es greift das alte Motiv der Schutzmantelmadonna auf. Die älteste Text-Fassung findet sich in einem Jesuitengesangbuch in Mainz (1640). Das Lied entstand also während der Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Der Text wurde im 19. Jahrhundert (unter anderem in der Fassung von Joseph Hermann) überarbeitet und erhielt so seine heutige Form. Die heute gebräuchliche Melodie stammt aus dem Bamberger Gesangbuch von 1891. Sie ist festlich und zugleich schlicht, was maßgeblich zur weiten Verbreitung beigetragen hat. Das Lied ist ein Bittgebet um den Schutz Mariens. Das Bild des Mantels steht für Geborgenheit und Sicherheit. Maria wird als Fürsprecherin bei Gott angerufen.

 

Gesangbücher

GL 534

 

Liedtext:

Maria, breit den Mantel aus,
mach Schirm und Schild für uns daraus;
lass uns darunter sicher stehn,
bis alle Stürm vorübergehn.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

Dein Mantel ist sehr weit und breit,
er deckt die ganze Christenheit,
er deckt die weite, weite Welt,
ist aller Zuflucht und Gezelt.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

 

Musikvideos

Choralbearbeitung

Komponist: Franz Reithmeier
Literatur: Choralbearbeitungen Band 4

Maria, dich lieben, ist allzeit mein Sinn

Das Lied „Maria, dich lieben, ist allzeit mein Sinn“ ist ein Klassiker der marianischen Volksfrömmigkeit. Die älteste Fassung des Textes ist in einem Manuskript aus dem Jahr 1730 belegt. Die heute gebräuchliche Form wurde jedoch maßgeblich durch den Priester und Dichter Friedrich Wilhelm Hackländer (1780–1860) geprägt, der den Text im 19. Jahrhundert überarbeitete. Die Weise stammt aus dem Paderborner Gesangbuch von 1765. Sie zeichnet sich durch einen schlichten, fast liedhaften Charakter aus, der leicht mitzusingen ist. Das Lied drückt eine tiefe persönliche Zuneigung und Verehrung für Maria aus. Wie in vielen Marienliedern wird sie als „Mutter der Gnade“ und Hilfe der Christen angerufen, besonders in den Nöten des Alltags und in der Todesstunde. Das Lied blickt auf das ewige Leben, in dem der Gläubige hofft, Maria im Himmel zu schauen.

 

Gesangbücher

GL 521

 

Liedtext

Maria, dich lieben ist allzeit mein Sinn;
dir wurde die Fülle der Gnaden verliehn.
Du Jungfrau, auf dich hat der Geist sich gesenkt; 
du Mutter hast uns den Erlöser geschenkt.

 

Musikvideos

Choralbearbeitung

Komponist: Wolfram Rehfeldt

Literatur: Stern im Lebensmeere

Maria durch ein Dornwald ging

Das Lied „Maria durch ein Dornwald ging“ ist eines der bekanntesten adventlichen Marienlieder. Es verbindet biblische Erzählung mit volkstümlicher Legende und Naturmystik.  Es handelt sich ursprünglich um ein regionales Wallfahrtslied. Die Melodie lässt sich möglicherweise bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Das Lied wurde erstmals 1850 in der Sammlung „Geistliche Volkslieder mit ihren ursprünglichen Weisen“ von August von Haxthausen publiziert. Das Lied basiert auf dem Lukasevangelium (Lk 1, 39 ff.), das den Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth schildert.  Der Dornwald dient als Symbol für die Welt vor der Geburt Christi – ein Ort der Unfruchtbarkeit, des Todes und der Sünde. Als Maria das göttliche Kind („ohne Schmerzen“) durch diesen toten Wald trägt, beginnen die Dornen zu blühen und Rosen zu tragen. Dies symbolisiert die Verwandlung der Welt durch die Menschwerdung Gottes.

 

Gesangbücher

GL 224

 

Liedtext

Maria durch ein Dornwald ging. Kyrie eleison!
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen! Jesus und Maria.

Was trug Maria unter ihrem Herzen? Kyrie eleison!
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen. Jesus und Maria.

Da haben die Dornen Rosen getragen; Kyrie eleison!
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen! Jesus und Maria.

 

Musikvideos

Präludium

Komponist: Dieter Blum

Literatur: Orgelstücke Band 1 - Advent

Maria ist voll Freude

Beschreibung

Das katholische Marienlied „Maria ist voll Freude“ ist als regionaler Gesang im Diözesanteil des Gotteslobs enthalten im Bereich "Tod und Vollendung". Der Text lobt Maria in ihrer zentralen Rolle innerhalb der österlichen Auferstehungsgeschichte. Gesungen wird das Werk auf die berühmte und hoheitsvolle Melodie „Valet will ich dir geben“, die ursprünglich aus dem Jahr 1613 stammt. Diese Weise wurde komponiert von dem Kantor Melchior Teschner.  

 

Gesangbücher

GL 859 (Regionalteil Bayern/Thüringen)

 

Musikvideos

Bitte wechseln Sie zum Choral "Den Herren will ich loben"

Mark how the Lamb of God's self-offering

Beschreibung

Das Lied „Mark How the Lamb of God’s Self-Offering“ ist ein modernes geistliches Lied, das im amerikanischen Lutheran Service Book unter der Nummer 600 zu finden ist. Der tiefgründige Text wurde im Jahr 1990 von dem US-amerikanischen Episkopalianer-Theologen und Dichter Carl P. Daw Jr. verfasst. Inhaltlich befasst sich das Werk intensiv mit der Taufe Jesu Christi im Jordan durch Johannes den Täufer sowie der anschließenden Versuchung Jesu in der Wüste. Von diesen biblischen Ereignissen schlägt der Text eine Brücke zum alltäglichen Leben der Gläubigen, indem er die eigene Taufe als Berufung zum Dienst inmitten von Widrigkeiten deutet. Musikalisch ist der Hymnus mit der historisch bedeutsamen Melodie „RENDEZ À DIEU“ unterlegt, die dem französisch-schweizerischen Komponisten Louis Bourgeois aus dem 16. Jahrhundert zugeschrieben wird.

 

Gesangbücher

LSB 600

LSB 652 "Father, we thank Thee who hast planted"

LSB 792 "New songs of celebration render"

EG 250 "Ich lobe dich von ganzer Seelen"

GL 385 "Nun saget Dank und lobt den Herren"

EG 294 "Nun saget Dank und lobt den Herren"

 

Musikvideos

Meine Hoffnung und meine Freude

Beschreibung

Das Lied „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht“ ist einer der bekanntesten Gesänge aus der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé. Die Melodie stammt von Jacques Berthier, der als Hauskomponist von Taizé hunderte dieser kurzen, meditativen Gesänge schuf. Das Lied entstand für die Gebetszeiten der Brüdergemeinschaft im französischen Taizé. Ziel war es, einfache, wiederholbare Texte zu schaffen, die das meditative Gebet unterstützen. Das Lied ist ein kurzes, einprägsames Glaubensbekenntnis und ein Vertrauenslied: es richtet den Blick ganz auf Jesus Christus als Quelle von Hoffnung, Freude, Stärke und Licht. Durch die ständige Wiederholung (Ostinato-Gesang) soll die Botschaft vom Verstand ins Herz sinken und so inneren Frieden und Zuversicht schenken.

 

Gesangbücher

GL 365
EG 697

Musikvideos

Orgelbearbeitung

Komponist: Franz Reithmeier
Literatur: Choralbearbeitungen Band 4

Mendelssohn

Beschreibung

Das bekannte Weihnachtslied „Hark! The herald angels sing“ (deutsch meist: Hört! Die Engel singen) hat eine komplexe Entstehungsgeschichte, bei der Text und Melodie ursprünglich nicht füreinander bestimmt waren. Der Text wurde 1739 von Charles Wesley, einem Mitbegründer der methodistischen Bewegung, verfasst. Die heute bekannte Fassung („Hark! The herald angels sing / Glory to the newborn King“) stammt von George Whitefield, einem Freund Wesleys, der den Text 1753 anpasste. Die Melodie stammt von Felix Mendelssohn Bartholdy und wird deshalb auch im angloamerikanischen Raum mit dem Namen "Mendelssohn" bezeichnet. Er komponierte sie für den Chor seines Werks Festgesang zum Gutenbergfest, das zur 400-Jahr-Feier der Erfindung des Buchdrucks in Leipzig uraufgeführt wurde.

Gesangbücher

LSB 380

 

Liedtext:

Hark! The herald angels sing,
"Glory to the newborn King;
Peace on earth and mercy mild,
God and sinners reconciled!"
Joyful, all ye nations, rise,
Join the triumph of the skies;
With the angelic host proclaim,
"Christ is born in Bethlehem!"

 

Musikvideos

Erleben Sie hier eine zeitgenössische Bearbeitung dieses bekannten Kirchenliedes für die Orgel. Zu hören ist eine moderne Choralbearbeitung des US-amerikanischen Komponisten Michael Helman, gespielt von Michael Blessing an der Gloria Optimus 3.47.

Postludium

Komponist: Michael Helman

Literatur: This Bright Festive Day

Mine eyes have seen the glory

Die Zeile "Mine eyes have seen the glory of the coming of the Lord" ist der feierliche Auftakt der „Battle Hymn of the Republic“, einem der bedeutendsten patriotischen Lieder der USA. Die Dichterin Julia Ward Howe schrieb das Gedicht im November 1861 während des amerikanischen Bürgerkriegs: Howe besuchte ein Lager der Unionstruppen bei Washington, D.C. Dort hörte sie die Soldaten das Lied „John Brown’s Body“ singen, das dem hingerichteten Abolitionisten gewidmet war. Ein Begleiter regte sie an, einen würdevolleren, religiös untermauerten Text für die populäre Melodie zu verfassen. Der Text ist tief in biblischer Symbolik verwurzelt und deutet den Krieg als einen göttlichen Akt der Gerechtigkeit. Der Krieg wird als Gottes Werk interpretiert, um das Böse (die Sklaverei) zu vernichten. Die nachfolgenden Zeilen beziehen sich auf die Offenbarung des Johannes: Gott zertritt die „Kelter des Zorns“, was die Bestrafung der Ungerechten symbolisiert. Das Lied stellt den Kampf der Union als Kreuzzug dar und ist ein direkter Aufruf, das eigene Leben für die Abschaffung der Sklaverei einzusetzen. 

 

Mir ist Erbarmung widerfahren

Beschreibung

Das Glaubenslied „Mir ist Erbarmung widerfahren“ wurde im Jahr 1767 von dem württembergischen pietistischen Pfarrer Philipp Friedrich Hiller verfasst. Der persönliche Text thematisiert die unverdiente Barmherzigkeit Gottes und spiegelt die tiefe Dankbarkeit des Dichters wider, der im Laufe seines Lebens seine Stimme verlor. Im heutigen Evangelischen Gesangbuch besitzt das Werk keine weit verbreitete eigene Melodie, sondern teilt sich das Strophenmaß mit einem anderen bekannten Choral. Gesungen wird das Lied unter der Nummer 355 daher standardmäßig auf die barocke Weise des Trostliedes „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Georg Neumark. Wer diese traditionsreiche und getragene Melodie beherrscht, kann den Text im Gottesdienst sofort ohne Notenkenntnisse mitsingen. Neben dieser weit verbreiteten Hauptweise existiert in süddeutschen Regionen zudem noch eine eigenständige Alternativmelodie aus dem späten 18. Jahrhundert. Das Zusammenspiel aus Hillers ergreifendem Gnadentext und Neumarks berühmter Komposition macht das Lied zu einem festen Bestandteil protestantischer Frömmigkeit.

Gesangbücher

EG 355

EG 369 "Wer nur den lieben Gott läßt walten"

GL 424 "Wer nur den lieben Gott läßt walten"

 

Liedtext

Mir ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren,
mein stolzes Herz hat's nie begehrt.
Nn weiß ich das und bin erfreut
und rühme die Barmherzigkeit.

Ich hatte nichts als Zorn verdienet
und soll bei Gott in Gnaden sein;
Gott hat mich mit sich selbst versühnet
und macht durchs Blut des Sohns mich rein.
Wo kam dies her, warum geschieht's?
Erbarmung ist's und weiter nichts.

 

 

Musikvideos

Die zahlreichen Musikvideos zu diesem Lied finden Sie unter "Wer nur den lieben Gott lässt walten".

Mit Ernst, o Menschenkinder

Das Lied „Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt“ ist eines der bedeutendsten Adventslieder des 17. Jahrhunderts. Valentin Thilo dem Jüngeren schrieb das Lied im Jahr 1642 für eine kirchliche Feier in Königsberg. Thilo war Professor für Rhetorik und ein enger Freund von Georg Weissel (dem Dichter von „Macht hoch die Tür“). Das Lied wird auf die Weise von „Von Gott will ich nicht lassen“ gesungen. Diese Melodie stammt aus einem weltlichen Lied („Ich ging einmal spazieren“), wurde aber bereits im 16. Jahrhundert für den geistlichen Gebrauch adaptiert. „Mit Ernst“ bedeutet hier, dass der Advent nicht nur eine äußere Feier sein soll. Das „Herz“ wird als das Haus beschrieben, das für den kommenden König gereinigt und geschmückt werden muss. Die Berge des Stolzes sollen sich senken, die Täler der Kleinmütigkeit sollen gehoben werden – ein Bild für die seelische Ausgeglichenheit und Demut vor Gott.

 

Gesangbücher

 

EG 10 

EG 365: "Von Gott will ich nicht lassen"

GL 744 (Eigenteil des Bistums Augsburg)

 

Liedtext

Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt,
bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held,
den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben
versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein.

Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast;
macht seine Steige richtig, lasst alles, was er hasst;
macht alle Bahnen recht, die Tal lasst sein erhöhet,
macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlicht.

 

Musikvideos

"Tango mit Ernst"

Komponist: Thomas Riegler
Literatur: Swinget dem Herrn ein neues Lied

Mit Freuden zart zu dieser Fahrt

Beschreibung

Das Lied „Mit Freuden zart zu dieser Fahrt“ ist ein Osterlied der Reformationszeit und zeichnet sich durch seine besonders schwungvolle Melodie aus. Die heute gebräuchliche Text-Fassung stammt von Georg Weissel um 1630. Er lehnte sich dabei an ein älteres Lied der Böhmischen Brüder an („Mit Freuden zart zu dieser Fahrt / lasst uns doch alle springen“). Die Weise erschien erstmals 1566 im Kirchengesangbuch der Böhmischen Brüder. Das Lied besingt den Sieg Christi über den Tod: die „Fahrt“ meint den Weg Christi aus dem Grab und seine Himmelfahrt. Es wird thematisiert, dass Christus die Macht des Todes und der Hölle gebrochen hat. Der Text erinnert daran, dass durch die Auferstehung Jesu auch für die Menschen die Hoffnung auf das ewige Leben besteht.

Gesangbücher

EG 108

 

Liedtext

Mit Freuden zart zu dieser Fahrt
lasst uns zugleich fröhlich singen,
beid, groß und klein, von Herzen rein
mit hellem Ton frei erklingen.
Das ewig Heil wird uns zuteil,
denn Jesus Christ erstanden ist,
welchs er lässt reichlich verkünden.

Er ist der Erst, der stark und fest
all unsre Feind hat bezwungen
und durch den Tod als wahrer Gott
zum neuen Leben gedrungen,
auch seiner Schar verheißen klar
durch sein rein Wort, zur Himmelspfort
desgleichen Sieg zu erlangen.

 

Musikvideos

Morgenglanz der Ewigkeit

Beschreibung

Das im 17. Jahrhundert verfasste Kirchenlied „Morgenglanz der Ewigkeit“ ist eines der bekanntesten barocken Morgenlieder im deutschsprachigen Raum. Der Text wurde im Jahr 1684 von dem schlesischen Dichter und Gelehrten Christian Knorr von Rosenroth veröffentlicht. Als zentrale Motive greift das Werk das göttliche Licht, die Überwindung der nächtlichen Dunkelheit und die Sehnsucht nach ewiger Freude auf. Die eingängige Melodie basiert auf einer älteren Arie von Johann Rudolph Ahle aus dem Jahr 1662 und fand Anfang des 18. Jahrhunderts Einzug in gedruckte Gesangbücher. Das Lied zeichnet sich durch seine poetische Bildsprache aus, die den irdischen Sonnenaufgang mit der geistlichen Erleuchtung durch Jesus Christus verbindet. Heute ist das ökumenische Werk sowohl im Evangelischen Gesangbuch als auch im katholischen Gotteslob vertreten, wo es oft zu Beginn von Gottesdiensten gesungen wird. Durch seine zeitlose Botschaft von Trost und Hoffnung hat sich der Gesang über Jahrhunderte hinweg eine feste Tradition bewahrt.

Gesangbücher

GL 84 

EG 450 

GL 221 "Kündet allen in der Not"

EG 540 "Kündet allen in der Not"

LSB 773: "Hear us Father, when we pray"

 

Liedtext

Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffenen Lichte,
schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte,
und vertreib durch deine Macht
unsre Nacht.

 

Musikvideos

Choral-Bearbeitung

Komponist: Erwin Horn
Literatur: An deiner Krippe hier

Morgen, Kinder, wird's was geben

Das bekannte deutsche Weihnachtslied „Morgen, Kinder, wird’s was geben“ hat seine Ursprünge in einem Text aus dem Jahr 1780. Karl Friedrich Splittegarb überarbeitete diesen ursprünglichen Entwurf grundlegend und veröffentlichte ihn 1795. Diese neue Fassung trug den Titel „Die Weihnachtsfreude“ und erlangte schnell große Bekanntheit. Ursprünglich war das Gedicht jedoch ohne die heute bekannte Melodie. Erst 1809 komponierte Carl Gottlieb Hering die eingängige Musik dazu. Durch diese Zusammenführung entstand ein zeitloser Klassiker der Weihnachtszeit. Das Lied wird seit Generationen gerne in der Adventszeit gesungen.

 

Musikvideos

Fantasie

Komponist: Andrea Wehrmann
Literatur: Preludio Festivo

Morgenstern

Beschreibung

Das Weihnachtslied „Morning Star, O Cheering Sight“ ist ein zentraler Bestandteil der Heiligabend-Gottesdienste der Herrnhuter Brüdergemeine und geht auf einen deutschen Text von Johann Scheffler aus dem Jahr 1657 zurück. Die bekannte englische Fassung schuf Bennet Harvey Jr. im Jahr 1885, während die fröhliche Melodie 1836 von Francis Florentine Hagen komponiert wurde. Traditionell wird das Lied im Wechselgesang zwischen einem Kindersolisten und der Gemeinde aufgeführt, um das biblische Motiv von Jesus als strahlendem Morgenstern zu feiern

Musikvideos

Thema und Variation 2

Komponist: Michael Burkhardt
Literatur: Morning Star, O Cheering Sight!

Müde bin ich, geh zur Ruh

Beschreibung

Das Lied „Müde bin ich, geh zur Ruh“ ist ein bekanntes deutsches Abendgebet und Kinderlied. Luise Hensel schrieb das Gedicht im Herbst 1816 im Alter von 18 Jahren. Es war ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern als persönliches Nachtgebet gedacht. Die Vertonung geht auf Friedrich Wilhelm Battenberg zurück: sie hat sich im evangelischen Raum als Standardmelodie durchgesetzt. Das Lied zeichnet sich durch seine schlichte, kindliche Frömmigkeit und sein tiefes Vertrauen aus: der Betende bittet Gott, die Augen über ihm zu schließen – ein Bild für den göttlichen Schutz während der wehrlosen Zeit des Schlafes. Es thematisiert die Gewissenserforschung am Abend und die Bitte um Verzeihung für Fehler des Tages.

Gesangbücher

EG 484

 

Liedtext

Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe meine Augen zu. 
Vater, lass die Augen dein über meinem Bette sein.

Hab ich Unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an. 
Deine Gnad und Jesu Blut machen allen Schaden gut.

Alle, die mir sind verwandt, Gott, lass ruhn in deiner Hand; 
alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein.

Müden Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu. 
Lass den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn.

 

Musikvideos

"Zum Einschlafen"

Komponist: Thomas Riegler
Literatur: S(w)inget dem Herrn ein neues Lied

Müller

Das Weihnachtslied „Away in a Manger“ (im Deutschen oft als „In einer Krippe“) ist eines der populärsten Lieder im englischsprachigen Raum. Der Melodiename Mueller bezieht sich auf die in den USA am weitesten verbreitete Vertonung. Der Text ist entgegen landläufiger Mythen amerikanischen Ursprungs und entstand vermutlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Melodie wurde 1887 von dem US-amerikanischen Komponisten James Ramsey Murray (1841–1905) veröffentlicht. Da Murray das Lied fälschlich als „von Martin Luther komponiert“ auswies und nur seine eigenen Initialen für das Arrangement setzte, schrieben spätere Herausgeber die Melodie einem fiktiven oder unbekannten „Carl Mueller“ zu. Dieser Name hat sich in Hymnologien als Standardbezeichnung für diese spezifische Melodie etabliert.

Bitte wechseln Sie für weitere Informationen zum Lied „Away in a Manger“

 

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