Choräle und Melodien
Index C

Entdecken Sie Melodien und Choräle, die mit dem Buchstaben C beginnen. Die angebotenen Musik-Videos sind Interpretationen des Kirchenmusikers Michael Blessing: Sie können finden diese auch auf YouTube und dem Kanal Orgelwerkstatt 

 

Übersicht

Caswall

Chesterfield

Christ fuhr gen Himmel

Christi Mutter stand mit Schmerzen

Christ ist erstanden

Christmas Song

Christus, der ist mein Leben

Christus vincit

Conditor alme siderum

Cranham

Cwm Rhondda

 

Caswall

Das Trostlied „Wem in Leidenstagen“ stammt ursprünglich von Heinrich Siegmund Oswald aus dem Jahr 1826. Der englische Dichter Edward Caswall übersetzte eine italienische Fassung des Textes im Jahr 1857 unter dem weltbekannten Titel „Glory be to Jesus“. Das Kirchenlied wendet sich an Menschen in tiefem seelischen Schmerz und fordert sie auf, ihre Klagen vertrauensvoll vor Gott zu bringen. Es versichert dem Leidenden, dass Gott jede Träne in der Einsamkeit sieht und die verborgenen Sorgen kennt. Die Gläubigen werden ermutigt, ihren Blick hoffnungsvoll himmelwärts zu richten, wenn das eigene Herz in schweren Zeiten verzagt. In der englischen Übersetzung verschiebt sich der Fokus stark auf das tröstende Opfer Christi am Kreuz. Diese Hymne mündet schließlich in einen mächtigen Lobgesang, in den die Gläubigen gemeinsam mit den Chören der Engel einstimmen.

 

Dieses tiefgründige englische Passionslied präsentiere ich Ihnen in einer einfühlsamen Bearbeitung für die Orgel von Malcolm Archer aus der Sammlung ‚Lent and Passiontide‘.

Orgelbearbeitung

Komponist: Malcolm Archer

Literatur: Lent and Passiontide

Chesterfield

In der Kirchenmusik ist die Melodie RICHMOND (auch bekannt unter dem Namen CHESTERFIELD) weit verbreitet. Sie wurde 1792 von Thomas Haweis komponiert wurde. Später kürzte Samuel Webbe Jr. und benannte sie nach seinem Freund Rev. Leigh Richmond. Der alternative Name „Chesterfield“ geht auf Lord Chesterfield zurück. Die Melodie wird klassischerweise für mit Texten wie „Hark, the Glad Sound!“ oder „City of God, How Broad and Far“ genutzt. Letzteres Kirchenlied „Hark, the Glad Sound!“ ist ein bedeutender Adventshymnus der englischsprachigen Welt. Der Text greift zentrale Motive aus Jesaja 61, 1-2 und dem Evangelium nach Lukas auf: Die Befreiung der Gefangenen, die Heilung der Zerbrochenen und das Verkünden einer frohen Botschaft für die Armen.

 

Der bekannte englische Adventshymnus entfaltet an der Pfeifenorgel eine wunderbare Dynamik. Zu hören ist eine abwechslungsreiche Orgel-Improvisation von Michael Burkhardt.

"Improvisation"

Komponist: Michael Burkhardt

Literatur: Hymns of Joy

Christ fuhr gen Himmel

Siehe: Christ ist erstanden

Katholisches Gotteslob: GL 319

Evangelisches Gesangbuch: EG 120

Liedtext:

Christ fuhr gen Himmel. Was sandt er uns hernieder?
Den Tröster, den Heiligen Geist, 
zu Trost der ganzen Christenheit.
Kyrieleis.

Christ fuhr mit Schallen von seinen Jüngern allen.
Er segnet' sie mit seiner Hand
und sandte sie in alle Land.
Kyrieleis.
 

Der traditionelle Himmelfahrtsgesang (GL 319 / EG 120) eng verwoben mit der ältesten Osterleise. Passende Orgel-Fassungen zu dieser Melodie finden Sie unter Christ ist erstanden

Christi Mutter stand mit Schmerzen

Das Lied „Christi Mutter stand mit Schmerzen“ ist die deutsche Fassung des berühmten mittelalterlichen Hymnus „Stabat Mater“. Das Stabat Mater entstand im 13. Jahrhundert. Als Verfasser gilt traditionell der Franziskaner Jacopone da Todi, wobei die Forschung auch andere Autoren dieser Epoche diskutiert. Der im Gotteslob verwendete Text ist eine Nachdichtung von Heinrich Bone aus dem Jahr 1847. Er übersetzte die lateinischen Verse in eine volkstümliche, tief emotionale deutsche Form. Die heute im Gotteslob-Stammteil verwendete Weise stammt laut Quellenangabe aus Köln (1638). Zwar gibt es ältere klagende Melodien zum Stabat Mater in verschiedenen Cantualen (wie dem Mainzer Cantual), doch die Standardmelodie des aktuellen Gesangbuchs wird auf das 17. Jahrhundert datiert. Sie ist schlicht und klagend gehalten, um den meditativen Charakter des Textes zu unterstützen.

Katholisches Gotteslob: GL 532

Liedtext:

Christi Mutter stand mit Schmerzen
bei dem Kreuz und weint' von Herzen,
als ihr lieber Sohn da hing.
Durch die Seele voller Trauer,
schneidend unter Todesschauer
jetzt das Schwert des Leidens ging.

Welch ein Schmerz der Auserkorenen,
da sie sah den Eingebornen,
wie er mit dem Tode rang.
Angst und Jammer, Qual und Bangen,
alles Leid hielt sie umfangen,
das nur je ein Herz durchdrang.

 

Die deutsche Fassung des Stabat Mater (GL 532) in einer tief emotionalen Registrierung an der Sakralorgel. Hören Sie eine meditative Bearbeitung für Orgel von Wolfram Rehfeldt.

Bearbeitung für Orgel

Komponist: Wolfram Rehfeldt

Literatur: Stern im Lebensmeere

Christ ist erstanden

Das Lied „Christ ist erstanden“ ist das älteste erhaltene liturgische Lied in deutscher Sprache und ein Monument der Musikgeschichte. Die Wurzeln des Liedes reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Es entstand als eine sogenannte „Leise“ (volkssprachliche Antwortgesänge, die auf „Kyrie eleison“ enden). Das Lied ist eine freie deutsche Übertragung der lateinischen Ostersequenz „Victimae paschali laudes“. Die Melodie entwickelte sich im Hochmittelalter aus den Motiven der lateinischen Sequenz und erhielt im 15. Jahrhundert ihre heute bekannte Form. „Christ ist erstanden“ gilt als die „Ur-Osterhymne“ und hat eine tiefgreifende theologische Aussagekraft: Die erste Strophe proklamiert die Auferstehung als Befreiung aus der Marter (dem Leiden am Kreuz). Die zweite Strophe betont die existenzielle Bedeutung von Ostern: ohne die Auferstehung gäbe es kein Heil für die Welt. Jede der drei Strophen endet mit dem Ruf „Kyrie eleis“ (Herr, erbarme dich). Dies verbindet den Jubel über den Sieg Christi mit der demütigen Bitte um Gottes Erbarmen.

Katholisches Gotteslob: GL 318

Evangelisches Gesangbuch: EG 99

Liedtext:

Christ ist erstanden von der Marter alle; 
des solln wir alle froh sein, 
Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; 
seit dass er erstanden ist, 
so lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja! 
Des solln wir alle froh sein, 
Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

 

Erleben Sie eine ‚Ur-Osterhymne‘ in vier völlig unterschiedlichen Charakteren an der Orgel: Von einer meditativen Bearbeitung von Thomas Riegler bis hin zu einer vielseitigen, barock angelehnten Orgel-Suite (Aria, Fanfare, Menuett, Sarabande) von Daniel Tepper.

Meditation

Komponist: Thomas Riegler

Literatur: Originelle Choralvorspiele Band 2

Aria

Komponist: Daniel Tepper

Literatur: Suite pasquale

Fanfare

Komponist: Daniel Tepper

Literatur: Suite pasquale

Menuett

Komponist: Daniel Tepper

Literatur: Suite pasquale

Sarabande

Komponist: Daniel Tepper

Literatur: Suite pasquale

Christmas Song

Das bekannte amerikanische Weihnachtslied „There’s a Song in the Air!“ basiert auf einem Gedicht des Schriftstellers Josiah Gilbert Holland aus dem Jahr 1872. Der Text wurde ursprünglich als reines Gedicht veröffentlicht und beschreibt die biblische Weihnachtsgeschichte rund um die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem. Erst im Jahr 1904 komponierte der Musiker Karl Pomeroy Harrington die feierliche Melodie im Dreivierteltakt dazu, die heute untrennbar mit den Worten verbunden ist. Im Zuge dieser Vertonung erhielt die Melodie in offiziellen Gesangbüchern den Eigennamen „CHRISTMAS SONG“. Durch die Aufnahme in das Gesangbuch der Methodistenkirche erlangte das Werk im englischsprachigen Raum eine sehr weite Verbreitung. Das Lied zeichnet sich besonders durch seine bildhafte Sprache aus, die das kosmische Ereignis der Geburt Christi mit Sternenlicht und Engelstrompeten verbindet. Bis heute gehört es zu den festen Klassikern der traditionellen geistlichen Weihnachtslieder in Nordamerika.

Liedtext:

There’s a song in the air!
There’s a star in the sky!
There’s a mother’s deep prayer
And a baby’s low cry!
And the star rains its fire while the beautiful sing,
For the manger of Bethlehem cradles a King!

 

Der feierliche US-Weihnachtsklassiker ‚There's a Song in the Air!‘ eingespielt an der dreimanualigen Gloria-Orgel. Zu hören ist eine herzerwärmende Choral-Bearbeitung von James Southbridge.

Choral-Bearbeitung

Komponist: James Southbridge

Literatur: Carols from the Heart

Christus, der ist mein Leben

Das Lied „Christus, der ist mein Leben“ ist ein klassischer Sterbehymnus des 17. Jahrhunderts. Er wird meist Melchior Vulpius (um 1570–1615) oder einem anonymen Verfasser aus seinem Umfeld zugeschrieben. Der Text basiert auf dem Wort des Apostels Paulus aus dem Philipperbrief (Phil 1,21): „Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. Die heute allgemein bekannte Weise stammt ebenfalls von Melchior Vulpius. Sie zeichnet sich durch eine schlichte, trostreiche Vierstimmigkeit aus, die den Charakter einer ruhigen Zuversicht vermittelt.

Das Lied thematisiert die christliche Sicht auf das Sterben nicht als Ende, sondern als Übergang und Gewinn. Der Text drückt eine tiefe Sehnsucht aus, bei Christus zu sein. Sterben wird als „Hinfahren mit Freuden“ beschrieben, da die Gemeinschaft mit Gott das eigentliche Ziel des Lebens ist. In den folgenden Strophen verabschiedet sich der Gläubige von der Welt und ihren Sorgen. Das Sterben wird als ein „Einschlafen“ im Frieden Gottes dargestellt. Die Melodie wird auch mit dem Text "Ach, bleib mit deiner Gnade" gesungen.

Katholisches Gotteslob: GL 507
Evangelisches Gesangbuch: EG 516

Liedtext:

Christus, der ist mein Leben,
Sterben ist mein Gewinn,
ihm will ich mich ergeben,
mit Fried fahr ich dahin.

Mit Freud fahr ich von dannen
zu Christ, dem Bruder mein,
auf dass ich zu ihm komme
und ewig bei ihm sei.

Drei klangschöne Einspielungen dieses Trostliedes für die Kirchenorgel: Als filigranes Orgel-Trio von Markus Epp, als feierliches, großes Orgel-Konzert von Joachim Roller oder in einer getragenen Fassung von Franz Reithmeier.

 

Trio (c.f. im Pedal)

Komponist: Markus Epp

Literatur: Steglitzer Orgelbüchlein

Choral-Bearbeitung

Komponist: Franz Reithmeier

Literatur: Choralbearbeitungen Band 5

Christus vincit

Der feierliche liturgische Gesang „Christus vincit“ stammt aus der Tradition der katholischen Kirche und hat sehr alte Wurzeln. Der lateinische Text, der übersetzt „Christus siegt, Christus herrscht, Christus befiehlt“ bedeutet, wird oft bei besonderen Feiern angestimmt. Eine bekannte Melodie wurde von dem tschechischen Komponisten Jan Kunc im frühen 20. Jahrhundert geschaffen. Dieses Stück war über eine sehr lange Zeit das weltbekannte Erkennungszeichen von Radio Vatikan. Besonders bei feierlichen Messen mit dem Papst im Petersdom ist der Gesang ein fester Bestandteil. Durch die weltweiten Rundfunksendungen wurde das Lied zu einem akustischen Aushängeschild des Heiligen Stuhls. Die kraftvolle Musik drückt bis heute die weltweite Verbundenheit und die festliche Liturgie der Kirche aus.

 

Die majestätische Hymne von Radio Vatikan als klanggewaltiges Werk für die Sakralorgel. Erleben Sie die virtuosen Variationen für Orgel des kanadischen Komponisten Denis Bédard.

 

Variationen für Orgel

Komponist: Denis Bédard

Literatur: Christus vincit

Conditor alme siderum

Das Lied „Gott, heilger Schöpfer aller Stern“ ist einer der ältesten und bedeutendsten Hymnen der christlichen Tradition für die Adventszeit. Die Wurzeln liegen im lateinischen Hymnus „Conditor alme siderum“, der wahrscheinlich aus dem 7. Jahrhundert stammt. Die heute bekannte deutsche Textfassung wurde von Thomas Müntzer im Jahr 1523 verfasst. Müntzer, eine zentrale Figur der Reformationszeit und der Bauernkriege, übersetzte den lateinischen Text sehr nah am Original für seine „Deutsche Evangelische Messe“. Die Melodie basiert auf einem lateinischen Hymnenton aus dem 9. Jahrhundert, der im Laufe der Jahrhunderte rhythmisiert und angepasst wurde.

Das Lied beschreibt die kosmische und heilsgeschichtliche Dimension der Ankunft Christi. Gott wird als der Schöpfer des gesamten Universums (der Sterne) angesprochen. Es thematisiert, dass Gott aus Mitleid mit der verlorenen Welt Mensch wurde, um die Menschheit vom Tod und der Sünde zu heilen. Das Lied blickt über Weihnachten hinaus auf die Wiederkunft Christi als Richter am Ende der Zeit und bittet um Bewahrung vor dem „Widersacher“.

 

Der uralte Hymnus ‚Gott, heilger Schöpfer aller Stern‘ interpretiert an der Orgel: Einmal als geheimnisvolle Choral-Meditation von Winfried Bönig und einmal als abwechslungsreiche Orgel-Variationen von Grimoaldo Macchia.

 

Choral-Meditation

Komponist: Winfried Bönig

Literatur: Praeludia aegnimatica

Variationen für Orgel

Komponist: Grimoaldo Macchia

Literatur: People, Look East!

Cranham

Die Weihnachtslied-Melodie „Cranham“ wurde zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts von dem britischen Komponisten Gustav Holst geschaffen. Ihr Name erinnert an ein idyllisches kleines Dorf in der englischen Grafschaft Gloucestershire, zu dem der Künstler eine tiefe persönliche Verbindung pflegte. Holst komponierte dieses berührende Werk speziell für die Vertonung des melancholischen Gedichts „In the Bleak Midwinter“ von Christina Rossetti. Im krassen Gegensatz zu vielen prachtvollen Weihnachtsliedern besticht diese Komposition durch ihre extreme Schlichtheit und eine fast zerbrechliche Intimität. Die feine Melodieführung bewegt sich in einem engen Tonraum und fängt die frostige Atmosphäre einer kargen Winterlandschaft perfekt ein. Durch die volksliedhafte Struktur bricht der Komponist starre Taktmuster auf, um sich ganz flexibel den unregelmäßigen Textzeilen anzupassen.

 

Gustav Holsts berührende Weise zu ‚In the Bleak Midwinter‘ in einer zarten, winterlichen Bearbeitung für die Orgel von David Lasky.

 

Bearbeitung für Orgel

Komponist: David Lasky

Literatur: Augsburg Organ Library "Christmas" 2

Cwm Rhondda

Die Melodie „Cwm Rhondda“ (walisisch für Rhondda-Tal) gilt heute weltweit als eine der bekanntesten Hymnen der Kirchenmusik. Ihre Entstehung ist mit der Industriegeschichte von Wales verknüpft. Geschrieben wurde die Melodie im Jahr 1907 von dem walisischen Laienmusiker John Hughes, der nebenberuflich als Diakon und Kantor an der Salem Baptist Chapel in Pontypridd tätig war. Der konkrete Anlass für die Komposition war ein Chorfest in der Baptistengemeinde Capel Rhondda im südwalesischen Ort Hopkinstown. Für dieses Fest und die feierliche Einweihung einer neuen Kirchenorgel komponierte Hughes das Stück, das er nach dem umliegenden, vom Kohlebergbau geprägten Rhondda-Tal benannte.

Ursprünglich vertonte Hughes einen älteren walisischen Text. Ihren weltweiten Siegeszug trat die Melodie jedoch erst an, als sie mit den englischen Worten des walisischen Dichters William Williams (1717–1791) kombiniert wurde: „Guide Me, O Thou Great Redeemer“. Heute ist das Lied auch unter vielen anderen Titeln wie zum Beispiel "God of Grace and God of Glory" bekannt.

Die weltbekannte Melodie (Guide Me, O Thou Great Redeemer) eingespielt zur feierlichen Eröffnung einer neuen Kirchenorgel – hier in einer effektvollen Bearbeitung für Orgel von Michael Burkhardt.

Bearbeitung für Orgel

Komponist: Michael Burkhardt

Literatur: Ten Hymn Introductions, Set 3

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