Choräle und Melodien
Index C
Entdecken Sie Melodien und Choräle, die mit dem Buchstaben C beginnen. Die angebotenen Musik-Videos sind Interpretationen des Kirchenmusikers Michael Blessing: Sie können finden diese auch auf YouTube und dem Kanal Orgelwerkstatt
Übersicht
Christi Mutter stand mit Schmerzen
Come, Thou Fount of Every Blessing
Come, Thou Long-Expected Jesus
Caswall
Das Trostlied „Wem in Leidenstagen“ stammt ursprünglich von Heinrich Siegmund Oswald aus dem Jahr 1826. Der englische Dichter Edward Caswall übersetzte eine italienische Fassung des Textes im Jahr 1857 unter dem weltbekannten Titel „Glory be to Jesus“. Das Kirchenlied wendet sich an Menschen in tiefem seelischen Schmerz und fordert sie auf, ihre Klagen vertrauensvoll vor Gott zu bringen. Es versichert dem Leidenden, dass Gott jede Träne in der Einsamkeit sieht und die verborgenen Sorgen kennt. Die Gläubigen werden ermutigt, ihren Blick hoffnungsvoll himmelwärts zu richten, wenn das eigene Herz in schweren Zeiten verzagt. In der englischen Übersetzung verschiebt sich der Fokus stark auf das tröstende Opfer Christi am Kreuz. Diese Hymne mündet schließlich in einen mächtigen Lobgesang, in den die Gläubigen gemeinsam mit den Chören der Engel einstimmen.
Dieses tiefgründige englische Passionslied präsentiere ich Ihnen in einer einfühlsamen Bearbeitung für die Orgel von Malcolm Archer aus der Sammlung ‚Lent and Passiontide‘.
Chesterfield
In der Kirchenmusik ist die Melodie RICHMOND (auch bekannt unter dem Namen CHESTERFIELD) weit verbreitet. Sie wurde 1792 von Thomas Haweis komponiert wurde. Später kürzte Samuel Webbe Jr. und benannte sie nach seinem Freund Rev. Leigh Richmond. Der alternative Name „Chesterfield“ geht auf Lord Chesterfield zurück. Die Melodie wird klassischerweise für mit Texten wie „Hark, the Glad Sound!“ oder „City of God, How Broad and Far“ genutzt. Letzteres Kirchenlied „Hark, the Glad Sound!“ ist ein bedeutender Adventshymnus der englischsprachigen Welt. Der Text greift zentrale Motive aus Jesaja 61, 1-2 und dem Evangelium nach Lukas auf: Die Befreiung der Gefangenen, die Heilung der Zerbrochenen und das Verkünden einer frohen Botschaft für die Armen.
Der bekannte englische Adventshymnus entfaltet an der Pfeifenorgel eine wunderbare Dynamik. Zu hören ist eine abwechslungsreiche Orgel-Improvisation von Michael Burkhardt.
Christ fuhr gen Himmel
Siehe: Christ ist erstanden
Katholisches Gotteslob: GL 319
Evangelisches Gesangbuch: EG 120
Liedtext:
Christ fuhr gen Himmel. Was sandt er uns hernieder?
Den Tröster, den Heiligen Geist,
zu Trost der ganzen Christenheit.
Kyrieleis.
Christ fuhr mit Schallen von seinen Jüngern allen.
Er segnet' sie mit seiner Hand
und sandte sie in alle Land.
Kyrieleis.
Der traditionelle Himmelfahrtsgesang (GL 319 / EG 120) eng verwoben mit der ältesten Osterleise. Passende Orgel-Fassungen zu dieser Melodie finden Sie unter Christ ist erstanden
Christi Mutter stand mit Schmerzen
Das Lied „Christi Mutter stand mit Schmerzen“ ist die deutsche Fassung des berühmten mittelalterlichen Hymnus „Stabat Mater“. Das Stabat Mater entstand im 13. Jahrhundert. Als Verfasser gilt traditionell der Franziskaner Jacopone da Todi, wobei die Forschung auch andere Autoren dieser Epoche diskutiert. Der im Gotteslob verwendete Text ist eine Nachdichtung von Heinrich Bone aus dem Jahr 1847. Er übersetzte die lateinischen Verse in eine volkstümliche, tief emotionale deutsche Form. Die heute im Gotteslob-Stammteil verwendete Weise stammt laut Quellenangabe aus Köln (1638). Zwar gibt es ältere klagende Melodien zum Stabat Mater in verschiedenen Cantualen (wie dem Mainzer Cantual), doch die Standardmelodie des aktuellen Gesangbuchs wird auf das 17. Jahrhundert datiert. Sie ist schlicht und klagend gehalten, um den meditativen Charakter des Textes zu unterstützen.
Katholisches Gotteslob: GL 532
Liedtext:
Christi Mutter stand mit Schmerzen
bei dem Kreuz und weint' von Herzen,
als ihr lieber Sohn da hing.
Durch die Seele voller Trauer,
schneidend unter Todesschauer
jetzt das Schwert des Leidens ging.
Welch ein Schmerz der Auserkorenen,
da sie sah den Eingebornen,
wie er mit dem Tode rang.
Angst und Jammer, Qual und Bangen,
alles Leid hielt sie umfangen,
das nur je ein Herz durchdrang.
Die deutsche Fassung des Stabat Mater (GL 532) in einer tief emotionalen Registrierung an der Sakralorgel. Hören Sie eine meditative Bearbeitung für Orgel von Wolfram Rehfeldt.
Christ ist erstanden
Das Lied „Christ ist erstanden“ ist das älteste erhaltene liturgische Lied in deutscher Sprache und ein Monument der Musikgeschichte. Die Wurzeln des Liedes reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Es entstand als eine sogenannte „Leise“ (volkssprachliche Antwortgesänge, die auf „Kyrie eleison“ enden). Das Lied ist eine freie deutsche Übertragung der lateinischen Ostersequenz „Victimae paschali laudes“. Die Melodie entwickelte sich im Hochmittelalter aus den Motiven der lateinischen Sequenz und erhielt im 15. Jahrhundert ihre heute bekannte Form. „Christ ist erstanden“ gilt als die „Ur-Osterhymne“ und hat eine tiefgreifende theologische Aussagekraft: Die erste Strophe proklamiert die Auferstehung als Befreiung aus der Marter (dem Leiden am Kreuz). Die zweite Strophe betont die existenzielle Bedeutung von Ostern: ohne die Auferstehung gäbe es kein Heil für die Welt. Jede der drei Strophen endet mit dem Ruf „Kyrie eleis“ (Herr, erbarme dich). Dies verbindet den Jubel über den Sieg Christi mit der demütigen Bitte um Gottes Erbarmen.
Katholisches Gotteslob: GL 318
Evangelisches Gesangbuch: EG 99
Liedtext:
Christ ist erstanden von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist,
so lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Erleben Sie eine ‚Ur-Osterhymne‘ in vier völlig unterschiedlichen Charakteren an der Orgel: Von einer meditativen Bearbeitung von Thomas Riegler bis hin zu einer vielseitigen, barock angelehnten Orgel-Suite (Aria, Fanfare, Menuett, Sarabande) von Daniel Tepper.
Christmas Song
Das bekannte amerikanische Weihnachtslied „There’s a Song in the Air!“ basiert auf einem Gedicht des Schriftstellers Josiah Gilbert Holland aus dem Jahr 1872. Der Text wurde ursprünglich als reines Gedicht veröffentlicht und beschreibt die biblische Weihnachtsgeschichte rund um die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem. Erst im Jahr 1904 komponierte der Musiker Karl Pomeroy Harrington die feierliche Melodie im Dreivierteltakt dazu, die heute untrennbar mit den Worten verbunden ist. Im Zuge dieser Vertonung erhielt die Melodie in offiziellen Gesangbüchern den Eigennamen „CHRISTMAS SONG“. Durch die Aufnahme in das Gesangbuch der Methodistenkirche erlangte das Werk im englischsprachigen Raum eine sehr weite Verbreitung. Das Lied zeichnet sich besonders durch seine bildhafte Sprache aus, die das kosmische Ereignis der Geburt Christi mit Sternenlicht und Engelstrompeten verbindet. Bis heute gehört es zu den festen Klassikern der traditionellen geistlichen Weihnachtslieder in Nordamerika.
Liedtext:
There’s a song in the air!
There’s a star in the sky!
There’s a mother’s deep prayer
And a baby’s low cry!
And the star rains its fire while the beautiful sing,
For the manger of Bethlehem cradles a King!
Der feierliche US-Weihnachtsklassiker ‚There's a Song in the Air!‘ eingespielt an der dreimanualigen Gloria-Orgel. Zu hören ist eine herzerwärmende Choral-Bearbeitung von James Southbridge.
Christus, der ist mein Leben
Das Lied „Christus, der ist mein Leben“ ist ein klassischer Sterbehymnus des 17. Jahrhunderts. Er wird meist Melchior Vulpius (um 1570–1615) oder einem anonymen Verfasser aus seinem Umfeld zugeschrieben. Der Text basiert auf dem Wort des Apostels Paulus aus dem Philipperbrief (Phil 1,21): „Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. Die heute allgemein bekannte Weise stammt ebenfalls von Melchior Vulpius. Sie zeichnet sich durch eine schlichte, trostreiche Vierstimmigkeit aus, die den Charakter einer ruhigen Zuversicht vermittelt. Das Lied thematisiert die christliche Sicht auf das Sterben nicht als Ende, sondern als Übergang und Gewinn. Der Text drückt eine tiefe Sehnsucht aus, bei Christus zu sein. Sterben wird als „Hinfahren mit Freuden“ beschrieben, da die Gemeinschaft mit Gott das eigentliche Ziel des Lebens ist. In den folgenden Strophen verabschiedet sich der Gläubige von der Welt und ihren Sorgen. Das Sterben wird als ein „Einschlafen“ im Frieden Gottes dargestellt. Die Melodie wird auch mit dem Text "Ach, bleib mit deiner Gnade" gesungen.
Katholisches Gotteslob: GL 507 "Christus, der ist mein Leben"
Evangelisches Gesangbuch: EG 516 "Christus, der ist mein Leben"
Evangelisches Gesangbuch: EG 207 "Nun schreib ins Buch des Lebens"
Evangelisches Gesangbuch: EG 347 "Ach bleib mit deiner Gnade"
Katholisches Gotteslob: GL 436 "Ach bleib mit deiner Gnade"
Lutheran Service Book: LSB 919 "Abide, O dearest Jesus"
Liedtext:
Christus, der ist mein Leben,
Sterben ist mein Gewinn,
ihm will ich mich ergeben,
mit Fried fahr ich dahin.
Mit Freud fahr ich von dannen
zu Christ, dem Bruder mein,
auf dass ich zu ihm komme
und ewig bei ihm sei.
Drei klangschöne Einspielungen dieses Trostliedes für die Kirchenorgel: Als filigranes Orgel-Trio von Markus Epp, als feierliches, großes Orgel-Konzert von Joachim Roller oder in einer getragenen Fassung von Franz Reithmeier.
Orgel-Konzert
Komponist: Joachim Roller
Literatur: Festliche Choralconcerti für Ein- und Auszug für Orgel
Christus vincit
Der feierliche liturgische Gesang „Christus vincit“ stammt aus der Tradition der katholischen Kirche und hat sehr alte Wurzeln. Der lateinische Text, der übersetzt „Christus siegt, Christus herrscht, Christus befiehlt“ bedeutet, wird oft bei besonderen Feiern angestimmt. Eine bekannte Melodie wurde von dem tschechischen Komponisten Jan Kunc im frühen 20. Jahrhundert geschaffen. Dieses Stück war über eine sehr lange Zeit das weltbekannte Erkennungszeichen von Radio Vatikan. Besonders bei feierlichen Messen mit dem Papst im Petersdom ist der Gesang ein fester Bestandteil. Durch die weltweiten Rundfunksendungen wurde das Lied zu einem akustischen Aushängeschild des Heiligen Stuhls. Die kraftvolle Musik drückt bis heute die weltweite Verbundenheit und die festliche Liturgie der Kirche aus. Die majestätische Hymne von Radio Vatikan als klanggewaltiges Werk für die Sakralorgel. Erleben Sie die virtuosen Variationen für Orgel des kanadischen Komponisten Denis Bédard.
Cold december flies away
Das traditionelle katalanische Weihnachtslied „El desembre congelat“ ist im englischsprachigen Raum unter dem Titel „Cold December Flies Away“ bekannt. Der festliche Text beschreibt den Übergang von der kalten, frostigen Winterzeit hin zur frohen Botschaft der Geburt Christi. Mit seiner lebendigen Melodie verbindet das Lied auf poetische Weise Bilder der erwachenden Natur mit christlicher Symbolik. Im englischen Raum lautet die erste Strophe: „Cold December flies away at the rose-red splendor, April's birds begin to say, 'Hail, our King's defender!'.“ Im katalanischen Original besingen die Zeilen, wie das Eis schmilzt und an seiner Stelle bunte Blumen erblühen: „El desembre congelet, confús se retira, abril bonic i galant, pel maig ja sospira.“ Durch diese hoffnungsvolle Atmosphäre hat sich das Stück zu einem weltweit beliebten Klassiker für Chöre in der Advents- und Weihnachtszeit entwickelt.
Hören Sie ein schönes Orgel-Trio von David Lasky:
Come, Thou Fount of Every Blessing
Das weltbekannte christliche Kirchenlied „Come, Thou Fount of Every Blessing“ wurde im Jahr 1758 von dem britischen Prediger und Dichter Robert Robinson verfasst. Seine musikalische Identität erhielt das Werk im frühen 19. Jahrhundert durch die traditionelle amerikanische Melodie „Nettleton“, die in einer bedeutenden Notensammlung von John Wyeth veröffentlicht wurde. Der tiefsinnige Text entstand kurz nach Robinsons Bekehrung durch eine kraftvolle Predigt des berühmten Evangelisten George Whitefield. Inhaltlich preist die erste Strophe Gott als die unerschöpfliche Quelle aller Gnade und Barmherzigkeit, die das menschliche Herz zum Lobgesang anstimmen soll. Gleichzeitig thematisiert das Lied auf sehr berührende Weise die menschliche Schwäche und die ständige Neigung, sich im Alltag von Gott zu entfernen. Bis heute gilt der Choral im englischsprachigen Raum als eines der beliebtesten Glaubenslieder überhaupt und verbindet eindringlich das Bewusstsein menschlicher Fehlbarkeit mit dem unerschütterlichen Vertrauen auf die göttliche Liebe.
Liedtext:
Come Thou Fount of every blessing
Tune my heart to sing Thy grace
Streams of mercy, never ceasing
Call for songs of loudest praise
Teach me some melodious sonnet
Sung by flaming tongues above
Praise the mount! I'm fixed upon it
Mount of God's unchanging love.
Here I raise my Ebenezer
Hither by Thy help I'm come
And I hope, by Thy good pleasure
Safely to arrive at home
Jesus sought me when a stranger
Wandering from the fold of God
He, to rescue me from danger
Interposed His precious blood.
Hören Sie nun eine Orgelbearbeitung von Grimoaldo Macchia:
Come, Thou Long-Expected Jesus
Das Adventslied „Come, Thou Long-Expected Jesus“ wurde im Jahr 1744 von dem bedeutenden britischen Theologen und Mitbegründer der methodistischen Bewegung, Charles Wesley, verfasst. Seine musikalische Heimat fand der Text im englischsprachigen Raum vor allem auf der walisischen Melodie „Hyfrydol“ von Rowland Prichard sowie der traditionellen Melodie „Stuttgart“ von Christian Friedrich Witt. Der tiefsinnige Text entstand in einer Zeit großer sozialer Not und drückt die sehnsüchtige Erwartung der Geburt Jesu Christi aus, der als Retter und Befreier in die Welt kommen soll. Inhaltlich verknüpft das Lied auf kunstvolle Weise zwei theologische Dimensionen, indem es sowohl an das historische Warten auf den Messias in Bethlehem erinnert als auch die Hoffnung auf seine zukünftige Wiederkunft beschreibt. Jesus wird dabei als der „Trost von ganz Israel“ und als die Sehnsucht aller Nationen besungen, der den Menschen Frieden bringt. Die Strophen betonen zudem die Befreiung von den inneren Fesseln der Angst und der Sünde, wodurch die Gläubigen geistliche Ruhe finden. Bis heute gehört der Choral im englischsprachigen Raum zu den beliebtesten Liedern der Adventszeit und verbindet dichte Theologie mit spürbarer adventlicher Vorfreude.
Liedtext:
Come, Thou long-expected Jesus, Born to set Thy people free;
From our fears and sins release us, Let us find our rest in Thee.
Israel’s Strength and Consolation, Hope of all the earth Thou art;
Dear Desire of every nation, Joy of every longing heart.
Born Thy people to deliver, Born a child and yet a King,
Born to reign in us forever, Now Thy gracious kingdom bring.
By Thine own eternal Spirit Rule in all our hearts alone;
By Thine all-sufficient merit, Raise us to Thy glorious throne.
Hören Sie nun eine Orgelbearbeitung von Grimoaldo Macchia:
Comfort, comfort ye my people
Der adventliche Choral „Comfort, comfort ye my people“ basiert auf dem biblischen Trostwort aus Jesaja 40 und verkündet die baldige Ankunft des Messias. Der Text geht auf das deutsche Kirchenlied „Tröstet, tröstet meine Lieben“ zurück, das Johannes Olearius im Jahr 1671 verfasste. Durch die treffende englische Übersetzung von Catherine Winkworth aus dem Jahr 1863 erlangte das Werk weltweite Berühmtheit im angelsächsischen Raum. Gesungen wird das feierliche Lied traditionell auf die majestätische Melodie des Genfer Psalters von 1551, welche im Deutschen auch als „Freu dich sehr, o meine Seele“ bekannt ist. Im englischen Sprachraum läuten die namensgebenden Zeilen „Comfort, comfort ye my people, speak ye peace, thus saith our God“ diese Botschaft der Hoffnung ein. Das Lied ruft die Gläubigen dazu auf, die Wege für den Herrn zu ebnen, Täler zu erhöhen und die Herzen auf das Kommen des Retters vorzubereiten. Bis heute gehört dieser Choral zu den festen liturgischen Bestandteilen in vielen christlichen Gemeinden während der Adventszeit.
Lutheran Service Book: LSB 347
Evangelisches Gesangbuch: EG 524 "Freu dich sehr, o meine Seele"
Liedtext:
Comfort, comfort ye My people,
Speak ye peace, thus saith our God;
Comfort those who sit in darkness,
Mourning ’neath their sorrow’s load;
Speak ye to Jerusalem
Of the peace that waits for them;
Tell her that her sins I cover,
And her warfare now is over.
Hören Sie dazu eine Improvisation von Michael Burkhardt:
Conditor alme siderum
Das Lied „Gott, heilger Schöpfer aller Stern“ ist einer der ältesten und bedeutendsten Hymnen der christlichen Tradition für die Adventszeit. Die Wurzeln liegen im lateinischen Hymnus „Conditor alme siderum“, der wahrscheinlich aus dem 7. Jahrhundert stammt. Die heute bekannte deutsche Textfassung wurde von Thomas Müntzer im Jahr 1523 verfasst. Müntzer, eine zentrale Figur der Reformationszeit und der Bauernkriege, übersetzte den lateinischen Text sehr nah am Original für seine „Deutsche Evangelische Messe“. Die Melodie basiert auf einem lateinischen Hymnenton aus dem 9. Jahrhundert, der im Laufe der Jahrhunderte rhythmisiert und angepasst wurde. Das Lied beschreibt die kosmische und heilsgeschichtliche Dimension der Ankunft Christi. Gott wird als der Schöpfer des gesamten Universums (der Sterne) angesprochen. Es thematisiert, dass Gott aus Mitleid mit der verlorenen Welt Mensch wurde, um die Menschheit vom Tod und der Sünde zu heilen. Das Lied blickt über Weihnachten hinaus auf die Wiederkunft Christi als Richter am Ende der Zeit und bittet um Bewahrung vor dem „Widersacher“.
Der uralte Hymnus ‚Gott, heilger Schöpfer aller Stern‘ interpretiert an der Orgel: Einmal als geheimnisvolle Choral-Meditation von Winfried Bönig und einmal als abwechslungsreiche Orgel-Variationen von Grimoaldo Macchia.
Coronation
Das weltweit bekannte Kirchenlied „All Hail the Power of Jesus’ Name“ gilt aufgrund seiner weitreichenden Verbreitung über Konfessionsgrenzen hinweg als die „Nationalhymne der Christenheit“. Der theologische Text wurde ursprünglich im Jahr 1779 von dem englischen Prediger Edward Perronet verfasst und kurz darauf vom Herausgeber John Rippon für ein breiteres Publikum überarbeitet. Seine bis heute in Nordamerika und vielen Teilen der Welt populärste musikalische Identität erhielt das Werk jedoch erst 1793 durch die majestätische Melodie „Coronation“, die der amerikanische Komponist Oliver Holden schuf. Diese feierliche Komposition im marschähnlichen Zweiertakt fängt den königlichen Charakter des Textes perfekt ein und gehört zu den ältesten bis heute genutzten Kirchenliedmelodien Amerikas. Inhaltlich basiert das Lied auf biblischen Motiven aus dem Philipperbrief sowie der Offenbarung des Johannes und ruft die gesamte Schöpfung zur Anbetung auf. Nacheinander werden Engel, Märtyrer, biblische Figuren und letztlich alle Völker und Stämme der Erde symbolisch dazu aufgerufen, Jesus Christus als Herrn über alles zu krönen.
Lutheran Service Book: LSB 549
Hören Sie das kraftvolle Nachspiel des amerikanischen Komponisten Jason D. Payne zur Coronation-Melodie:
Cranham
Die Weihnachtslied-Melodie „Cranham“ wurde zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts von dem britischen Komponisten Gustav Holst geschaffen. Ihr Name erinnert an ein idyllisches kleines Dorf in der englischen Grafschaft Gloucestershire, zu dem der Künstler eine tiefe persönliche Verbindung pflegte. Holst komponierte dieses berührende Werk speziell für die Vertonung des melancholischen Gedichts „In the Bleak Midwinter“ von Christina Rossetti. Im krassen Gegensatz zu vielen prachtvollen Weihnachtsliedern besticht diese Komposition durch ihre extreme Schlichtheit und eine fast zerbrechliche Intimität. Die feine Melodieführung bewegt sich in einem engen Tonraum und fängt die frostige Atmosphäre einer kargen Winterlandschaft perfekt ein. Durch die volksliedhafte Struktur bricht der Komponist starre Taktmuster auf, um sich ganz flexibel den unregelmäßigen Textzeilen anzupassen.
Gustav Holsts berührende Weise zu ‚In the Bleak Midwinter‘ in einer zarten, winterlichen Bearbeitung für die Orgel von David Lasky.
Crown Him with many crowns
Das weltbekannte englische Oster- und Loblied „Crown Him with many crowns“ wurde im Jahr 1851 von dem britischen Dichter Matthew Bridges verfasst und später von Godfrey Thring um weitere Strophen ergänzt. Inhaltlich greift die Hymne die Bildsprache der biblischen Offenbarung des Johannes auf und beschreibt in majestätischen Bildern die Krönung Jesu Christi als König über Himmel, Erde und die Ewigkeit. Jede Strophe widmet sich dabei einer anderen Dimension seiner Herrschaft, wie dem „Lamm auf dem Thron“, dem „Herrn der Liebe“ oder dem „Herrn des Friedens“. Seine monumentale und bis heute unzertrennliche Strahlkraft verdankt das Lied jedoch der Melodie „Diademata“, die der Organist George J. Elvey im Jahr 1868 eigens für diesen Text komponierte. Der Name der Melodie leitet sich direkt vom griechischen Wort für „Kronen“ oder „königliche Stirnbänder“ ab und spiegelt das königliche Thema des Textes perfekt wider. Elvey schuf mit Diademata einen rhythmisch vorwärtsstrebenden, festlichen Tonsatz im Viervierteltakt, der den triumphierenden Charakter des Gemeindegesangs ideal unterstützt. Durch diese perfekte Symbiose aus Bridges' visionärem Text und Elveys mitreißender Komposition gilt das Werk heute im gesamten englischsprachigen Raum als eine der bedeutendsten und am häufigsten gesungenen Hymnen der Christenheit.
Der majestätische englische Klassiker mit seinen strahlenden, königlichen Motiven als kraftvolles Werk für die Kirchenorgel – eingespielt als wirkungsvolle Introduction von Michael Burkhardt.
Cwm Rhondda
Die Melodie „Cwm Rhondda“ (walisisch für Rhondda-Tal) gilt heute weltweit als eine der bekanntesten Hymnen der Kirchenmusik. Ihre Entstehung ist mit der Industriegeschichte von Wales verknüpft. Geschrieben wurde die Melodie im Jahr 1907 von dem walisischen Laienmusiker John Hughes, der nebenberuflich als Diakon und Kantor an der Salem Baptist Chapel in Pontypridd tätig war. Der konkrete Anlass für die Komposition war ein Chorfest in der Baptistengemeinde Capel Rhondda im südwalesischen Ort Hopkinstown. Für dieses Fest und die feierliche Einweihung einer neuen Kirchenorgel komponierte Hughes das Stück, das er nach dem umliegenden, vom Kohlebergbau geprägten Rhondda-Tal benannte.
Ursprünglich vertonte Hughes einen älteren walisischen Text. Ihren weltweiten Siegeszug trat die Melodie jedoch erst an, als sie mit den englischen Worten des walisischen Dichters William Williams (1717–1791) kombiniert wurde: „Guide Me, O Thou Great Redeemer“. Heute ist das Lied auch unter vielen anderen Titeln wie zum Beispiel "God of Grace and God of Glory" bekannt.
Die weltbekannte Melodie (Guide Me, O Thou Great Redeemer) eingespielt zur feierlichen Eröffnung einer neuen Kirchenorgel – hier in einer effektvollen Bearbeitung für Orgel von Michael Burkhardt.