Zu Bethlehem geboren
Die Melodie des Lieds "Zu Bethlehem geboren" entstammt der Sammlung „Airs mis en musique“ von Pierre Cerveau, die 1599 in Paris erschien. Dort ist sie dem (damals als „frivol“ geltenden) französischen Chanson „Une petite feste“ (oft auch als „Une jeune fillette“ identifiziert) zugeordnet. In seiner heutigen Form als Weihnachtslied wurde es erstmals im Kölner „Geistlichen Psalter“ von 1638 veröffentlicht. Der Text wird dem Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld (1591–1635) zugeschrieben.
Das Lied ist ein Liebesbekenntnis und Selbsthingabe an das neugeborene Jesuskind. Die markanten „Eia, eia“-Rufe im Refrain verweisen auf die mittelalterliche Tradition des Kindelwiegens. Dabei wurde während der Christmette eine Wiege mit einer Christusfigur auf dem Altar geschaukelt, oft begleitet von kleinen Glöckchen der Kinder. Das Lied drückt eine tiefe mystische Frömmigkeit aus. Es geht nicht nur um die historische Geburt Jesu, sondern um die persönliche Entscheidung des Gläubigen, sich ganz der Liebe Gottes zu schenken („sein eigen will ich sein“).
Musik-Videos
Choralvorspiel
Komponist: Hans-André Stamm
Literatur: 20 Choralvorspiele zur Advents- und Weihnachtszeit
Schwierigkeit: einfach
Meditation
Komponist: Robert Jones
Literatur: Adeste fideles
Schwierigkeit: einfach
Liedtext
Katholisches Gotteslob: GL 239
Evangelisches Gesangbuch: EG 32
Zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindelein.
Das hab' ich auserkoren, sein Eigen will ich sein.
Eia, eia, sein Eigen will ich sein.
In seine Lieb' versenken will ich mich ganz hinab.
Mein Herz will ich ihm schenken und alles, was ich hab'.
Eia, eia und alles, was ich hab'.
O Kindelein, von Herzen will ich dich lieben sehr,
In Freuden und in Schmerzen je länger mehr und mehr,
Eia, eia, je länger mehr und mehr.