Wie schön leuchtet der Morgenstern
Das Kirchenlied „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ gilt als eines der bedeutendsten Werke des lutherischen Barocks. Text und Melodie stammen von dem lutherischen Pfarrer Philipp Nicolai (1556–1608). Es wurde erstmals 1599 in Nicolais Werk Freudenspiegel des ewigen Lebens veröffentlicht. Nicolai schrieb das Lied während einer verheerenden Pest-Epidemie in Unna (Westfalen), bei der täglich bis zu 30 Menschen starben. Angesichts des allgegenwärtigen Todes schuf er dieses Werk als Trostlied, das die Hoffnung auf das ewige Leben thematisiert.
In der christlichen Symbolik steht der Morgenstern für Jesus Christus. Der Name bezieht sich auf das Ende der biblischen Offenbarung (Offb 22,16), wo Jesus sagt: „Ich bin [...] der helle Morgenstern“. Er kündigt das Ende der Nacht (Sünde/Tod) und den Anbruch eines neuen Tages (Ewigkeit) an. Traditionell wird es am Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanias) am 6. Januar gesungen, da es die Lichtsymbolik und die Ankunft des Messias thematisiert.
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Choralvorspiel
Komponist: Hans-André Stamm
Literatur: 20 Choralvorspiele für die Advents- und Weihnachtszeit
Schwierigkeit: einfach
Liedtext
Katholisches Gotteslob: GL 357
Evangelisches Gesangbuch: EG 70
Wie schön leuchtet der Morgenstern,
voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn,
uns herrlich aufgegangen!
Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm,
mein König und mein Bräutigam,
du hältst mein Herz gefangen.
Lieblich, freundlich, schön und prächtig,
groß und mächtig,
reich an Gaben, hoch und wundervoll erhaben.