Tauet Himmel, den Gerechten

Das Lied „Tauet Himmel, den Gerechten“ ist einer der bekanntesten adventlichen Gesänge im katholischen Raum. Es basiert auf dem biblischen Ruf „Rorate caeli“ (Jesaja 45,8). Die heute gebräuchliche Fassung stammt aus dem Jahr 1774 und wird dem Jesuiten Michael Denis zugeschrieben. Er schuf sie für sein „Wöchentliches Gebet- und Gesangbuch“ im Zuge der Aufklärung, um die lateinischen Rorate-Gesänge in die Volkssprache zu übertragen. Die Melodie findet sich erstmals im „Speyerer Gesangbuch“ (1599). Sie hat ihren Ursprung jedoch in älteren böhmischen oder lateinischen Vorbildern und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach rhythmisch angepasst. Der Text drückt die Sehnsucht der Menschheit nach dem Erlöser aus. Das „Tauen“ des Himmels ist ein Bild für die Ankunft Gottes auf der Erde, die wie der Morgentau Leben spendet.

Musik-Videos

Choralbearbeitung

Komponist: Franz Reithmeier
Literatur: Choralbearbeitungen Band 4
Schwierigkeit: einfach

Liedtext

Katholisches Gotteslob: GL 741 (in den bayerischen Bistümern)

Tauet, Himmel, den Gerechten,
Wolken, regnet ihn herab!
rief das Volk in bangen Nächten,
dem Gott die Verheißung gab:
einst den Mittler selbst zu sehen
und zum Himmel einzugehen.
Denn verschlossen war das Tor,
bis der Heiland trat hervor.

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