O Heiland, reiß die Himmel auf
Das Lied „O Heiland, reiß die Himmel auf“ ist ein sehr bildstarkes Adventslieder. Der Text stammt von dem Jesuitenpater Friedrich Spee von Langenfeld. Der Text wurde erstmals 1622 in einer Würzburger Liedersammlung veröffentlicht. Spee schrieb das Lied in einer Zeit massiver Not durch Pandemien und den Dreißigjährigen Krieg. Die heute kongeniale und charakteristische Melodie im dorischen Modus erschien erstmals 1666 im Rheinfelsischen Gesangbuch („Das Allerschönste Kind der Welt“).
Der Text ist eine lyrische Paraphrase biblischer Sehnsuchtsrufe: die zentrale Zeile bezieht sich auf Jesaja 63,19: „O dass du den Himmel zerrissest und führest herab“. Er greift zudem das Motiv von Jesaja 45,8 auf: „Tauet, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten“ (lateinisch: Rorate caeli).
Das Lied zeichnet sich außerdem durch eine radikale, fast verzweifelte Bildsprache aus: anders als friedliche Weihnachtslieder ist dies ein Schrei nach Gottes Eingreifen in eine dunkle Welt (das „Jammertal“).
Musik-Videos
Ouvertüre
Komponist: Dieter Blum
Literatur: Orgelstücke zum Gotteslob Band 1
Schwierigkeit: mittel
Concerto
Komponist: Dieter Blum
Literatur: Orgelstücke zum Gotteslob Band 1
Schwierigkeit: mittel
Fest-Fantasie
Komponist: Lambert Kleesattel
Literatur: In dulci jubilo - 20 Orgel-Festfantasien über Advents- und Weihnachtslieder, Nummer 3
Schwierigkeit: mittel
Tonart: d-moll
Takt: 3/4
Liedtext
Katholisches Gotteslob: GL 231
Evangelisches Gesangbuch: EG 7
O Heiland, reiß die Himmel auf,
Herab, herab, vom Himmel lauf,
Reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
Reiß ab, wo Schloß und Riegel für!
O Gott, ein' Tau vom Himmel gieß,
im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
den König über Jakobs Haus.
O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,
daß Berg und Tal grün alles werd.
O Erd, herfür dies Blümlein bring,
O Heiland, aus der Erden spring.