O Haupt, voll Blut und Wunden
Das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ gilt als eines der bedeutendsten Passionslieder der Weltliteratur und ist ein Kernstück des christlichen Kulturguts. Der Text basiert auf dem mittelalterlichen Hymnus „Salve mundi salutare“, der dem Zisterzienserabt Arnulf von Löwen (um 1200–1250) zugeschrieben wird. Das Original ist ein Zyklus, der die verschiedenen Körperteile des gekreuzigten Christus grüßt. Die heute weltbekannte Nachdichtung stammt von Paul Gerhardt aus dem Jahr 1656. Er übertrug den Teil „Ad faciem“ (An das Angesicht) in zehn innige deutsche Strophen. Die Weise wurde 1601 von Hans Leo Haßler komponiert – ursprünglich für ein weltliches Liebeslied („Mein G’müt ist mir verwirret“). Johann Crüger adaptierte sie 1656 für Gerhardts Passionslied.
Das Lied beschreibt in barocker Bildersprache das Leiden Jesu am Kreuz aus einer sehr persönlichen, mitleidenden Perspektive. Der Betrachter blickt auf das entstellte Antlitz Jesu und erkennt darin das Opfer für die eigene Schuld. Die letzte Strophe („Wenn ich einmal soll scheiden“) ist eines der am häufigsten zitierten Gebete für die Sterbestunde. Es bittet darum, dass das Bild des Gekreuzigten dem Sterbenden vor Augen steht.
Musik-Videos
Trio
Komponist: Dieter Blum
Literatur: Fastenzeitlieder Band 10
Schwierigkeit: einfach
Meditation
Komponist: Dieter Blum
Literatur: Fastenzeitlieder Band 10
Schwierigkeit: einfach
Concerto
Komponist: Dieter Blum
Literatur: Fastenzeitlieder Band 10
Schwierigkeit: schwer
Liedtext
Katholisches Gotteslob: GL 289
Evangelisches Gesangbuch: EG 85
O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn,
O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron;
O Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr' und Zier,
Jetzt aber frech verhöhnet: Gegrüßet sei'st du mir!
Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last;
ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat.
Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad.