Nun bitten wir den heiligen Geist
Das Lied „Nun bitten wir den heiligen Geist“ gehört zu den ältesten deutschsprachigen Kirchenliedern und wird als sogenannter „Leis“ (vom griechischen Kyrieleis) bezeichnet. Der Ursprung der ersten Strophe liegt im Mittelalter (ca. 13. Jh.) und wird oft dem Wanderprediger Berthold von Regensburg zugeschrieben. Sie wurde bereits vor der Reformation in der Volkssprache gesungen. Martin Luther fügte 1524 drei weitere Strophen hinzu („Du wertes Licht“, „Du süße Lieb“, „Du höchster Tröster“). Im heutigen katholischen Gotteslob finden sich neben der mittelalterlichen ersten Strophe Texte von Maria Luise Thurmair (1972). Die Weise basiert auf einem pentatonischen Melodiemodell des 13. Jahrhunderts und wurde im 15. Jahrhundert sowie durch Luther weitergeformt.
Das Lied ist ein Anrufungsgebet um den Beistand des Heiligen Geistes, besonders am Lebensende und für den rechten Glauben. Die Strophen charakterisieren den Geist als Licht, Liebe und Trost.
Musik-Videos
Präludium
Komponist: Dieter Blum
Literatur: Orgelstücke Band 5
Schwierigkeit: einfach
Liedtext
Katholisches Gotteslob: GL 348
Evangelisches Gesangbuch: EG 124
Nun bitten wir den Heiligen Geist
um den rechten Glauben allermeist,
dass er uns behüte an unserm Ende,
wenn wir heimfahrn aus diesem Elende.
Kyrieleis.
Du heller Schein, du lebendig Licht,
Geist des Herrn, der unsre Nacht durchbricht,
lass uns Gott erkennen, ihn Vater nennen
und von Christus uns nimmermehr trennen.
Kyrieleis.
Du stille Macht, du verborgne Kraft,
Geist des Herrn, der in uns lebt und schafft,
wohne du uns inne, uns anzutreiben;
bete du in uns, wo wir stumm bleiben.
Kyrieleis.