Näher, mein Gott, zu Dir
Das Lied „Näher, mein Gott, zu dir“ ist eines der weltweit bekanntesten Kirchenlieder, das über Konfessionsgrenzen hinweg als Ausdruck tiefsten Vertrauens in Todesnot oder Trauer gesungen wird. Das englische Original („Nearer, My God, to Thee“) wurde 1841 von der britischen Dichterin Sarah Flower Adams verfasst. Die heute gebräuchliche deutsche Fassung stammt von Erhart Friedrich Wunderlich. Die weltweit am häufigsten verwendete Melodie trägt den Namen „Bethany“ und wurde 1856 von dem US-Amerikaner Lowell Mason komponiert.
Der Text bezieht sich auf die biblische Erzählung von Jakobs Traum von der Himmelsleiter (Genesis 28,10–22). Wie Jakob, der auf einem Stein schläft und eine Leiter zum Himmel sieht, bittet der Sänger darum, dass ihn jeder Schmerz und jede Not näher zu Gott führen möge. Das Lied thematisiert die radikale Annahme des Schicksals: Sogar das „Kreuz, das mich drückt“, soll zum Wegweiser zu Gott werden.
Musik-Videos
Choralvorspiel
Komponist: Franz Reithmeier
Literatur: Choralbearbeitungen 2
Schwierigkeit: einfach
Liedtext
Katholisches Gotteslob: GL 502
Evangelisches Gesangbuch: EG 691
Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir!
Drückt mich auch Kummer hier, drohet man mir,
soll doch trotz Kreuz und Pein dies meine Losung sein:
Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir.
Bricht mir, wie Jakob dort, Nacht auch herein,
find ich zum Ruheort nur einen Stein;
ist selbst im Traume hier mein Sehnen für und für:
Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir!
Geht auch die schmale Bahn aufwärts gar steil,
führt sie doch himmelan zu meinem Heil.
Engel, so licht und schön, winken aus selgen Höhn:
Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir.