Müde bin ich, geh zur Ruh

Das Lied „Müde bin ich, geh zur Ruh“ ist ein bekanntes deutsches Abendgebet und Kinderlied. Luise Hensel schrieb das Gedicht im Herbst 1816 im Alter von 18 Jahren. Es war ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern als persönliches Nachtgebet gedacht. Die Vertonung geht auf Friedrich Wilhelm Battenberg zurück: sie hat sich im evangelischen Raum als Standardmelodie durchgesetzt.

 

Das Lied zeichnet sich durch seine schlichte, kindliche Frömmigkeit und sein tiefes Vertrauen aus: der Betende bittet Gott, die Augen über ihm zu schließen – ein Bild für den göttlichen Schutz während der wehrlosen Zeit des Schlafes. Es thematisiert die Gewissenserforschung am Abend und die Bitte um Verzeihung für Fehler des Tages.

Musik-Videos

Zum Einschlafen

Komponist: Thomas Riegler
Literatur: S(w)inget dem Herrn ein neues Lied
Schwierigkeit: mittel

Liedtext

Evangelisches Gesangbuch: EG 484

Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe meine Augen zu. 
Vater, lass die Augen dein über meinem Bette sein.

Hab ich Unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an. 
Deine Gnad und Jesu Blut machen allen Schaden gut.

Alle, die mir sind verwandt, Gott, lass ruhn in deiner Hand; 
alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein.

Müden Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu. 
Lass den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn.

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