Maria durch ein Dornwald ging
Das Lied „Maria durch ein Dornwald ging“ ist eines der bekanntesten adventlichen Marienlieder. Es verbindet biblische Erzählung mit volkstümlicher Legende und Naturmystik. Es handelt sich ursprünglich um ein regionales Wallfahrtslied. Die Melodie lässt sich möglicherweise bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Das Lied wurde erstmals 1850 in der Sammlung „Geistliche Volkslieder mit ihren ursprünglichen Weisen“ von August von Haxthausen publiziert.
Das Lied basiert auf dem Lukasevangelium (Lk 1, 39 ff.), das den Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth schildert. Der Dornwald dient als Symbol für die Welt vor der Geburt Christi – ein Ort der Unfruchtbarkeit, des Todes und der Sünde. Als Maria das göttliche Kind („ohne Schmerzen“) durch diesen toten Wald trägt, beginnen die Dornen zu blühen und Rosen zu tragen. Dies symbolisiert die Verwandlung der Welt durch die Menschwerdung Gottes.
Musik-Videos
Präludium
Liedtext
Katholisches Gotteslob: GL 224
Maria durch ein Dornwald ging. Kyrie eleison!
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen! Jesus und Maria.
Was trug Maria unter ihrem Herzen? Kyrie eleison!
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen. Jesus und Maria.
Da haben die Dornen Rosen getragen; Kyrie eleison!
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen! Jesus und Maria.