Lobt Gott, ihr Christen allzugleich

Das Lied „Lobt Gott, ihr Christen allzugleich“ ist eines der bedeutendsten Weihnachtslieder der Reformationszeit und fester Bestandteil der christlichen Liturgie. Sowohl der Text als auch die Melodie stammen von Nikolaus Herman. Er war Kantor und Lehrer in Joachimsthal (Böhmen) und ein enger Weggefährte von Martin Luther und Philipp Melanchthon. Herman verfasste das Lied im Jahr 1554 für die Kinder seiner Schule, um ihnen das Weihnachtsereignis einfach und einprägsam nahezubringen. Erstmals veröffentlicht wurde es 1560 in seiner Sammlung „Die Sonntagsevangelia über das ganze Jahr in Gesänge gefasst“.

 

Das Lied zeichnet sich durch eine klare, volksnahe und zugleich tiefe Theologie aus: die erste Strophe beschreibt, dass Gott an Weihnachten seinen Himmel aufschließt und seinen Sohn zu uns sendet. Ein zentrales lutherisches Motiv wird in den mittleren Strophen deutlich: Gott wird Mensch, damit der Mensch „Gottes Kind“ werden kann. Er legt seine göttliche Herrlichkeit ab und nimmt menschliche Gestalt an.

Musik-Videos

Choralvorspiel

Liedtext

Katholisches Gotteslob: GL 247
Evangelisches Gesangbuch: EG 27

Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,
in seinem höchsten Thron,
der heut schließt auf sein Himmelreich
und schenkt uns seinen Sohn,
und schenkt uns seinen Sohn.

Er kommt aus seines Vaters Schoß
und wird ein Kindlein klein,
er liegt dort elend, nackt und bloß
in einem Krippelein,
in einem Krippelein.

Er entäußert sich all seiner G'walt,
wird niedrig und gering
und nimmt an eines Knechts Gestalt,
der Schöpfer aller Ding,
der Schöpfer aller Ding.

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