Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen
Das Lied „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen“ ist eines der bedeutendsten Passionslieder des Barock. Der Text wurde 1630 von dem schlesischen Pfarrer und Dichter Johann Heermann (1585–1647) verfasst. Er gilt als ein Hauptvertreter des „persönlichen“ Kirchenliedes. Die heute bekannte Weise wurde 1640 von dem Berliner Kantor Johann Crüger (1598–1662) komponiert. Sie zeichnet sich durch eine karge, aber tief empfundene Melodik aus, die perfekt zur klagenden Stimmung der Passion passt. Das Lied thematisiert das Leiden Jesu aus einer sehr persönlichen Perspektive.
Der Beter stellt zu Beginn die Frage nach der Schuld Jesu, um sie im Verlauf des Liedes radikal auf sich selbst zu beziehen: „Ach, meine Sünden haben dich geschlagen“.
Das Lied erlangte weltweite Bekanntheit vor allem durch Johann Sebastian Bach, der es an zentralen Stellen in seiner Matthäus-Passion und seiner Johannes-Passion verwendete.
Musik-Videos
Trio
Komponist: Dieter Blum
Literatur: Fastenzeitlieder Band 10
Schwierigkeit: einfach
Herzliebster Jesu
Komponistin: Elizabeth Hill
Literatur: The Organist's companion
Schwierigkeit: mittel
Liedtext
Katholisches Gotteslob: GL 290
Evangelisches Gesangbuch: EG 81
Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen,
dass man ein solch scharf Urteil hat gesprochen?
Was ist die Schuld, in was für Missetaten
bist du geraten?
Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet,
ins Angesicht geschlagen und verhöhnet;
du wirst mit Essig und mit Gall getränket,
ans Kreuz gehenket.
Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen?
Ach, meine Sünden haben dich geschlagen;
Ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet,
was du erduldet.