Christus, der ist mein Leben
Das Lied „Christus, der ist mein Leben“ ist ein klassischer Sterbehymnus des 17. Jahrhunderts. Er wird meist Melchior Vulpius (um 1570–1615) oder einem anonymen Verfasser aus seinem Umfeld zugeschrieben. Der Text basiert auf dem Wort des Apostels Paulus aus dem Philipperbrief (Phil 1,21): „Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. Die heute allgemein bekannte Weise stammt ebenfalls von Melchior Vulpius. Sie zeichnet sich durch eine schlichte, trostreiche Vierstimmigkeit aus, die den Charakter einer ruhigen Zuversicht vermittelt.
Das Lied thematisiert die christliche Sicht auf das Sterben nicht als Ende, sondern als Übergang und Gewinn. Der Text drückt eine tiefe Sehnsucht aus, bei Christus zu sein. Sterben wird als „Hinfahren mit Freuden“ beschrieben, da die Gemeinschaft mit Gott das eigentliche Ziel des Lebens ist. In den folgenden Strophen verabschiedet sich der Gläubige von der Welt und ihren Sorgen. Das Sterben wird als ein „Einschlafen“ im Frieden Gottes dargestellt.
Die Melodie wird auch mit dem Text "Ach, bleib mit deiner Gnade" gesungen.
Musik-Videos
Trio
Komponist: Markus Epp
Literatur: Steglitzer Orgelbüchlein
Schwierigkeit: mittel
Choral-Konzert
Komponist: Joachim Roller
Literatur: Festliche Choralconcerti für Ein- und Auszug
Schwierigkeit: mittel
Liedtext
Christus, der ist mein Leben
Katholisches Gotteslob: GL 507
Evangelisches Gesangbuch: EG 516
Ach, bleib mit deiner Gnade
Katholisches Gotteslob: GL 436
Evangelisches Gesangbuch: EG 347
Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn;
dem tu ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin.
Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein,
auf dass ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei.
Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not;
durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott.