Ach wie flüchtig, ach wie nichtig

Der Text und die Melodie stammen von Michael Franck (1609–1667), einem thüringischen Lehrer und Dichter. Das Lied entstand kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Diese Zeit war tief geprägt von den Erfahrungen massenhaften Sterbens, Hunger und Zerstörung, was die Beschäftigung mit der menschlichen Sterblichkeit ins Zentrum der Kultur rückte. Besondere Berühmtheit erlangte das Werk durch Johann Sebastian Bach, der es 1724 als Grundlage für seine gleichnamige Choralkantate (BWV 26) verwendete. 

 

Der Choral ist ein klassischer Ausdruck des barocken Vanitas-Gedankens (lateinisch vanitas für „Eitelkeit“, „Nichtigkeit“ oder „Leere“). Er vergleicht das menschliche Leben mit flüchtigen Naturphänomenen wie Nebel, einem Strom oder einer Blume. Es betont, dass irdischer Besitz, Schönheit und Ehre ohne dauerhaften Wert sind, da sie im Tod enden.

Musik-Videos

Trio

Komponist: Jost Dany
Literatur: Zehn Choralbearbeitungen
Schwierigkeit: einfach

Liedtext

Evangelisches Gesangbuch: EG 528

Ach wie flüchtig,
Ach wie nichtig
Ist der Menschen Leben!
Wie ein Nebel bald entstehet
Und auch wieder bald vergehet,
So ist unser Leben, sehet!


Ach wie nichtig,
Ach wie flüchtig
Sind der Menschen Tage!
Wie ein Strohm beginnt zu rinnen
Und mit lauffen nicht helt innen,
So fährt unsre Zeit von hinnen!

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